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Ritterkreuzträger Walther-Peer Fellgiebel
Major, Artillerie

Walther-Peer Fellgiebel wurde am 07.05.1918 in Berlin-Charlottenburg geboren.
Sein Vater war der spätere Ritterkreuzträger und General der Nachrichtentruppe Erich Fellgiebel, der dem Widerstand vom 20.07.1944 angehörte und am 05.09.1944 hingerichtet wurde.
Nach der Grundschule in Weinhübel bei Görlitz/Niederschlesien lernte Fellgiebel in den Jahren 1928 - 1931 am Goethe-Gymnasium in Berlin-Wilmersdorf und konnte Ostern 1937 sein Abitur an der König-Friedrich-Schule in Altdöbern (Niederlausitz) ablegen, außerdem hatte er mittlerweile eine praktische Landwirtschaftsausbildung abgeschlossen. Ein halbes Jahr Arbeitsdienst schloß sich an, ehe Fellgiebel seine soldatische Karriere beim Artillerieregiment 28 begann, dass damals in Schweidnitz/Niederschlesien stationiert war.
Kurz vor Kriegsbeginn absolvierte er die Kriegsschule Hannover und erhielt seine Beförderung zum Leutnant.
Am 01.09.1939 zog er als Leutnant im Artillerieregiment 28 in den Krieg gegen Polen. Ein halbes Jahr später wurde er am 26.02.1940 ins Artillerieregiment 298 versetzt, wo er als Batterieoffizier und Adjutant Dienst tat. Im Sommer 1941 begann für ihn der Russlandfeldzug, währenddessen er schwer erkrankte und verwundet wurde. Dies bedeutete 6 Monate Lazarett.
Nachdem er kurzzeitig als Batterieführer und Adjutant in Frankreich Dienst tat, wurde der mittlerweile zum Oberleutnant beförderte Fellgiebel in die Führerreserve der Heeresgruppe Süd versetzt. In dieser Zeit war er 4 Wochen Adjutant beim Wach- und Begleitbataillon des „Führers“.
Seine Gesuche um aktiven Fronteinsatz führten ihn schließlich zur Heeres-Artillerieabteilung 935 (mot.), wo er die 2.Batterie übernahm. Während dieser Zeit erhielt er das Eiserne Kreuz I. und II. Klasse und für seine 4 Verwundungen das Silberne Verwundetenabzeichen (später erhielt nach seiner 5.Verwundung das Goldene Verwundetenabzeichen). Ab dem 25.07.1943 war seine Abteilung dem Grenadierregiment 337 unterstellt und hatte im Raum Slawjansk-Nikopol am mittleren Donez Stellung bezogen.
Zu dieser Zeit hatte Fellgiebel vertretungsweise die Abteilungsführung inne. Am 02.08.1943 konnte ein sowjetischer Großangriff abgeschlagen werden, wobei sich Fellgiebel und seine Abteilung besonders auszeichneten. Hierfür erhielt er am 07.09.1943 das Ritterkreuz und seine Beförderung zum Hauptmann.
Am 15.11.1943 erhielt Fellgiebel die Versetzung zur Artillerieschule II in Jüterbog, wo er als Hörsaalleiter und Lehrstabsadjutant Dienst tat. Diese Stellung hatte er bis Sommer 1944 inne. Am 01.08.1944 wurde Fellgiebel dann in Jüterbog verhaftet und in „Sippenhaft“ genommen (à 20.07.1944). Er wurde mehrmals von der Gestapo ins Gefängnis gesteckt. Dank seiner Vorgesetzten, die sich stark für ihn einsetzten, kam er wieder frei und konnte seinen Dienst wieder aufnehmen.
Im Januar 1945 wurde er sogar noch, mit Wirkung vom 09.11.1944, zum Major befördert. Allerdings wurde er am 07.04.1945 nochmals verhaftet und wegen „Unzuverlässigkeit“ aus der Wehrmacht ausgestoßen. Doch auch diesmal gab es höheren Ortes jemanden, der sich für ihn einsetzte: nämlich Generalfeldmarschall Ferdinand Schörner. Er übertrug Fellgiebel das Kommando über eine Artillerieabteilung in seiner Heeresgruppe. So stand Fellgiebel bis zum 02.05.1945 im Fronteinsatz, zuletzt im Sudetenland, bevor er sich in amerikanische Kriegsgefangenschaft begab. Diese endete für Fellgiebel bereits am 09.06.1945.
Nach dem Krieg arbeitete er erst eine Weile in der Landwirtschaft, ehe es ihn zum Ferntransport und anschließend in die Selbstständigkeit verschlug. Kurzzeitig als Industriekaufmann, auch im Außendienst, tätig, ging er im August 1950 als Direktionsassistent in die Deutsche Zündwaren-Monopol-Gesellschaft in der er sich in 13 Jahren in den Vorstand hocharbeitete und als Wirtschaftsmanager sehr erfolgreich war.
Bekannt wurde er aber auf einem anderen Gebiet. Nachdem er seit 1954 Mitglied der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger e.V. (OdR) wurde, leitete er zunächst von 1956 - 1962 die Sektion Frankfurt, 1961 wurde er auch noch in den Bundesvorstand berufen. Von Oktober 1970 bis Oktober 1985 leitete er die OdR-Ordenskommission, die die Aufgabe hatte der historischen Wahrheitsfindung zu dienen und zu prüfen, ob Soldaten auch wirklich Ritterkreuzträger waren oder dies nur vorgaben. Aber auch umgekehrt war die Kommission tätig und half ehemaligen Soldaten, die erst nach Kriegsende von der Ritterkreuzverleihung erfuhren, bei der Beschaffung von Unterlagen. 1986 brachte Fellgiebel das Buch „Die Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes 1939-1945 - Die Inhaber der höchsten Auszeichnung des Zweiten Weltkrieges aller Wehrmachtsteile“ heraus, dass in Fachkreisen schnell nur noch "der Fellgiebel" genannt wurde. Dazu noch folgendes Zitat aus Fachkreisen, das verdeutlichen soll welch wichtiges Werk der Kriegsgeschichte Fellgiebel mit seinem Buch erschaffen hat:

„Wer nicht im „Fellgiebel“ steht, dem ist mit Sicherheit zu keinem Zeitpunkt rechtmäßig und ordnungsgemäß das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen worden!“

Walther-Peer Fellgiebel verstarb am 13.10.2001 im Alter von 83 Jahren.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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