Wolfgang Fischer wurde am 11.12.1888 in
Carolath/Oberschlesien geboren und trat am 18.03.1910 der Kaiserlichen Armee
bei, wo er zunächst beim Infanterie-Regiment 154 eingesetzt wurde.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges wird er am 02.08.1914 als Oberleutnant Zugführer
und später Kompaniechef beim Landwehr-Infanterie-Regiment 7.
Am 01.11.1915 ist er Adjutant bei der 3. Landwehr-Division und ab dem
08.10.1917 Adjutant bei der Landwehr-Infanterie-Brigade 22.
Unter gleichzeitiger Beförderung zum Hauptmann kommt er am 20.09.1918 zur 15.
Freiwilligen-Brigade und erlebt hier die Kapitulation des Kaiserreiches. Am
10.09.1919 kommt er zum Reichswehr-Schützen-Regiment 58, dann für kurze zeit
zum Infanterie-Regiment 12 und am 27.09.1920 zum Infanterie-Regiment 3.
Im Jahre 1923 wechselt er als Regiments-Adjutant in den Stab des
Infanterie-Regiments 3, wo er am 01.10.1927 Chef einer Kompanie wird.
Am 01.02.1929 wird er Kompaniechef im Infanterie-Regiment 6, wo er am
01.02.1932 zum Major befördert wird.
Am 01.10.1934 wird er Bataillonskommandeur im Infanterie-Regiment 46 und wird
am 01.10.1937 in den Stab des Infanterie-Regiments 69 versetzt.
Am 01.08.1937 zum Obersten befördert, erhält er am 04.02.1938 das Kommando
über das Infanterie-Regiment 69.
Nach Beginn des 2. Weltkrieges wird er am 27.10.1939 Kommandeur der
Schützen-Brigade 10 und erhält nach seiner Beförderung zum Generalmajor
(01.08.1941) am 02.08.1941 das Kommando über die 10. Panzerdivision. Zuvor
erhielt er als Kommandeur der Schützen-Brigade 10 für den Übergang der 10.
Panzerdivision über die Maas am 03.06.1940 das Ritterkreuz als einer der
ersten der Division. Mit dieser kämpft er in Russland, unter anderem vor
Moskau und frischt seine Division in Frankreich neu auf, um dann auf den
afrikanischen Kriegsschauplatz zu wechseln. Am 09.12.1942 erhielt er das
Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes.
Nach der Beförderung zum Generalleutnant am 01.11.1942 begibt sich der General
am 01.02.1943 zusammen mit seinem Ia auf Geländeerkundung. Eine später
angesetzte Kommandeursbesprechung wartet auf den Kommandeur, als die Meldung
einläuft, daß der General verunglückt ist. Fischer war in ein schlecht
gesichertes italienisches Minenfeld geraten und kam dort neben seinem Fahrer
dem Obergefreiten Hellstern und dem Ordonnanzoffizier Leutnant Hein ums Leben.
Major i.G. Bürklin ist schwer verletzt. Der Divisions- 01 übernimmt zunächst
die Führung der Division. Der Unfall ereignete sich am Djeloula-Paß. Im Zuge
des Unternehmens "Eilbote I" war die HKL der Gruppe Benigni um 5
Kilometer vorgerückt, wobei das die alte HKL sichernde Minenfeld nicht geräumt
und kaum gesichert wurde. General Fischer beabsichtigte wohl einen Einblick in
die Ousseltia-Ebene vorzunehmen, um so das Gefechtsfeld für die nächsten Tage
zu erkunden. Das Minenfeld befand sich noch 1,5 Kilometer hinter der
eigentlichen HKL. Bei Explosion wurden dem General beide Beine und ein Arm
abgerissen. Mit seiner letzten Kraft schrieb er die letzten Grüsse an seine
Frau in sein Notizbuch und starb.
Der deutsche Gesandte in Tunis Rahn schrieb später über Fischer:
"Er war ein einfachem unverbildeter, klarer und
mutiger Mann, der seinen Sorgen über die politische Entwicklung in
Deutschland gelegentlich in bitteren Scherzen Luft machte. Mit Fischer
verließ uns die letzte Quelle landsknechthafter Fröhlichkeit."
Generaloberst von Arnim lässt das Unternehmen "Eilbote
II" sofort abbrechen.
Die Gefallenen des Unglücks wurden am 03.02.1943 auf dem Soldatenfriedhof beim
Flugplatz Tunis beigesetzt. Generaloberst von Arnim spricht die Grabrede. Der
Sohn des Gefallenen nimmt ebenfalls Abschied von seinem Vater.
Nachfolger Fischers wird Generalmajor Fritz Freiherr von Broich.