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565. Eichenlaubträger Hermann Flörke
Generalleutnant

Hermann Flörke wurde am 23. Oktober 1893 in Hannover geboren und trat nach seinem Abitur an der Leibnitz-Schule zu Beginn des 1. Weltkrieges als 21 jähriger Fahnenjunker in das Infanterie-Regiment 74 in Hannover ein. Die Verleihung beider Eisernen Kreuze und des Ritterkreuzes des Hausordens der Hohenzollern zeigen die besondere Tapferkeit des jungen Leutnants im 1. Weltkrieg.
Nach dem krieg kämpfte er kurze zeit in einem Freikorps im Osten Deutschlands. Ab Oktober 1919 wird er als Leutnant in die Reichswehr übernommen und diente im Infanterie-Regiment 12 in verschiedenen Dienststellungen bis zum September 1934. Aufgrund der verschieden Tätigkeiten als Kompanie-Führer, Regimentsadjutant und Fähnrichsvater wurde er 1935 ins Reichswehrministerium versetzt um dort als Major in der Inspektion der Kriegsschulen ein neues Offizierskorps aufzubauen (erst später stellte sich heraus, das er versuchte dies ohne den Einfluss des Nationalsozialismus zu vollziehen).
Im März 1939 übernahm Flörke in Weißenfels a.d. Saale als Oberstleutnant  das I. Bataillon des Infanterie-Regiments 53, das sich zu dieser Zeit noch im Aufbau befand. Oberstleutnant Flörke gehörte somit zu 14. Infanterie-Division in Leipzig.
Zum Oberst befördert, führt Flörke sein Regiment im Westfeldzug ohne größere Verluste bis an den Strand von Dünkirchen.
Im März 1941 gab er das Kommando über das Infanterie-Regiment 53 ab, um nunmehr als Kommandeur einer Offiziersschule In Frankreich zu fungieren, bis er im Januar 1942 das Kommando über sein altes Infanterie-Regiment 12 zu übernehmen, das nach dem misslungenen Angriff auf Moskau in harten Abwehrkämpfen stand. Für die Meisterung der schwierigen Situation wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Im Mai 1943 übernahm er als Oberst die Führung der 14. Infanterie-Division (mot.) und wurde als ihr Kommandeur am 01. Juni 1943 zum Generalmajor befördert.
Zusammen mit seinem Adjutanten und dem IIa im Divisions-Stab, Hauptmann von Schmiterlöw, erlebte er die kommenden schweren Monate an der Ostfront. So kämpfte man in 5 Großkampfeinsätzen im Raum Witebsk von November 1943 bis Mai 1944. Dies brachte Flörke die Beförderung zum Generalleutnant ein , sowie die Verleihung des Ritterkreuzes am 15.12.1943 (noch als Generalmajor).
Bis zum Sommer 1944 befand sich die Division in der Auffrischung, die vor allem zur Ausbildung der Unterführer genutzt wurde. Weiterhin sorgte Flörke für den Aufbau einer Hi-Wi-Schule (russische Hilfswilligen-Schule), sowie für die Aufstellung einer russischen Freiwilligen-Kompanie. Dies brachte nicht nur personelle Vorteile sondern auch besseren Schutz für den Rückwärtigen Raum im Besonderen gegen die Partisanen.
Im Laufe der russischen Großoffensive in bisher nie dagewesener Intensität wurde die 14. Infanterie-Division (mot.) als einzige Reserve der Heeresgruppe Mitte eingesetzt. In nur wenigen tagen wurde die Division zersprengt und von ihren Nachschubdiensten abgeschnitten. Die Divisionseinheiten wurden in mehreren kleinen Kesseln festgehalten, worunter vor allem die Nachrichtenverbindung litt und somit eine Divisionsführung nicht mehr einsetzbar war. Einzig persönliche Verbindungsaufnahmen der Stabsoffiziere zu versprengten Einheiten, Fronterkundung und Suche nach Einheiten konnten ein halbwegs klares Bild der Lage erbringen.
Die kleine Kampfgruppe des Divisionskommandeurs bestand aus dem General selbst, dem verwundeten 1. Ordonnanz-Offizier, einem Fahrer und aus Hauptmann Schmiterlöw, traf nach langer Suche auf erste noch kampfkräftige teile der Division, die sich dem General unterstellte, Verbindungen schuf und eine Abwehrfront aufbaute. Letztendlich stieß man auf die eigenen rückwärtigen dienste, die ebenfalls eingekesselt waren, sowie auf weitere Kampfgruppen der Infanterie und auf Teile der eigenen feuerbereiten Artillerie.
Entgegen des Armeebefehls, zur Verwendung der kampfkräftigen Einheiten zu Neuaufstellungen im Westen, setzte General Flörke seine "Division" in Auffangstellungen ein. So gelang es ihm mit seiner 14. Infanterie-Division (mot.), meist unter stärkstem Feinddruck und heftiger Auseinandersetzungen mit eigenen Kommandostellen, eine feste Abwehrstellung zu errichten und außerdem seine Division vor der Auflösung zu bewahren. Anerkennung fand diese Leistung in der Erwähnung im Wehrmachtsbericht, sowie in der Verleihung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz am 02. September 1944 an Generalleutnant Flörke. Das Ergebnis der Schlacht waren unzählige Tote und Verwundete, alle Regimentskommandeure ( IR 11, R 53, IR 101) waren mit ihren Soldaten gefallen.
Im November 1944 nimmt Flörke Abschied von seiner Division und wird am 22.04.1945 als Kommandierender General des an der Westfront eingesetzten LXVI. Armeekorps, amerikanischer Kriegsgefangener. Entlassen wurde er am 01.06.1947. Die Amerikaner boten ihm ein Kommando über ein Labour-Service-Bataillon in Gießen an, somit konnte Flörke dazu beitragen vielen Soldaten den Übergang von Gefangenschaft zu geordneten Verhältnissen vereinfachen.
Aufgrund seiner Kriegserfahrenheit nahm Flörke des öfteren an Beratungen des US-Army-Hauptquartiers in Heidelberg teil und wirkte weiterhin im "Verband deutscher Soldaten" und als Leiter der "Gesellschaft für Wehrkunde" mit. Außerdem hielt er immer die Verbindung zu seinen ehemaligen 12ern und den Angehörigen der 14. Infanterie-Division aufrecht.
In Würdigung seiner Verdienste in der Nachkriegszeit wurde ihm 1967 das "Grosse Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland" verliehen.
Generalleutnant Flörke starb am 19. August 1979 in Gießen unter großer Anteilnahme seiner ehemaligen Kameraden und Freunde wurde er am 23. August beigesetzt.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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