Friedrich Franek wurde am 16.07.1892 in
Wien, als Sohn eines Bäckermeisters geboren. Nach dem Besuch der Schule trat
er in die Infanterie-Kadetten-Schule in Liebenau bei Graz ein, die er am
18.08.1910 als Fähnrich abschloss. Daraufhin kam er zum Infanterie-Regiment
41, dessen Garnison in Czernowitz in der Bukowina lag.
Am 01.05.1913 wird er zum Zugführer im Infanterie-Regiment 63 nach Bestercze
in Siebenbürgen kommandiert.
Mit Beginn des 1. Weltkriegs nahm er, am 08.09.1914, an der Schlacht um
Lemberg teil und wurde, während der Kämpfe um Grodek, im selben Monat an Kopf
getroffen.
Am 01.03.1915 zum Oberleutnant befördert, kam er als Kompaniechef zurück an
die Front, wo er während der Kämpfe um Krakowiec am 15.06.1915 erneut durch
einen Streifschuss am Kopf verwundet wird.
Zurück an der Front übernimmt er eine Kompanie bei den Kämpfen am Fluss
Sserwetsch im Osten von Baranowitschi. Im Februar 1916 erkrankt er schwer an
Typhus und kehrt erst im Juni 1916 zurück an die Front. Er wird erneut
Kompaniechef und später Regimentadjutant des Infanterie-Regiments 63.
Im Juni 1917 wird das Regiment an die Südwest-Front als Teil der 35.
Infanterie-Division verlegt, um dort an der 10. und 11. Isonzoschlacht
teilzunehmen. Die 35. Infanteriedivision stand damals unter dem Kommando von
Feldmarschallleutnant Eugen von Podhoransky und gehörte zum XXIII. Korps unter
Feldmarschallleutnant Maximilian von Csicseric. Das Korps gehörte zum
Abschnitt III oder stand unter dem Sektor-Kommando des Generals Johann Ritter
von Henriquez. Die 35. Infanteriedivision stand so dem XIII. italienischen
Korps der 3. Armee unter dem Graf von Aosta, gegenüber.
Friedrich Franek war damals Kompaniechef der 17. Kompanie des
Infanterie-Regiments 63 und hielt den Nordhang der wichtigen Höhe 146. Am 17.
und 18. 08.1917 lagen die Stellungen des Regiments unter schwerem
italienischen Trommelfeuer, so das es den ital. Truppen am 19.08. gelang in
die österreichischen Stehllungen einzubrechen. Franeks Kompanie trat zum
Gegenangriff an und schlug den Gegner zurück. Als jedoch die 18.
Nachbarkompanie zurückging entstand eine gefährliche Situation in der Flanke
Franeks Kompanie, die er erneut durch einen überraschenden Gegenangriff
bereinigte. In den nächsten Tagen sollte der Gegner noch weitere 6 mal
angreifen, wobei die Kompanie teilweise eingekesselt wurde. Doch Franek hielt
stand. Am 24.08.1917 um 05.00 Uhr zog sich das Regiment von der Höhe zurück.
Später übernahm Franek die Sturmkompanie der Division, die Mitte September
1917 zur Bataillonsstärke aufgebaut wurde. Er erhielt die Goldene
Tapferkeits-Medaille für Offiziere und nahm im April 1918 am
Stabs-Offiziers-Anwärter-Lehrgang in Belgrad teil. Er kehrte daraufhin im Juni
1918 als Stabsoffizier zur 35. Infanteriedivision zurück. Er kam dann in den
Stab der 62. Infanteriedivision, wo er am 01.11.1918 zum Hauptmann befördert
wurde.
Nach dem Krieg diente er im österreichischem Bundesheer weiter und erheilt für
persönliche Tapferkeit und die seiner Kompanie für die Kämpfe um die Höhe 146
am 10.06.1921 als 187. Soldat das Ritterkreuz des Maria-Theresia-Ordens.
Zwischen 1919 und 1929 diente er am Kompaniechef, Bataillonsadjutant und
Lehrer an verschiedenen Militärschulen. Am 20.05.1924 schließt er sein
Politikstudium ab und wird am 27.09.1927 zum Major befördert.
Am 01.09.1929 kommt er ans Kriegsarchiv nach Wien und arbeitet dort die
offizielle Österreichische Kriegsgeschichte des 1. WK aus.
Vom 01.10.1934 bis zum 01.11.1938 lehrt er an der
Maria-Theresia-Militärakademie in der Wiener-Neustadt als Taktik-Lehrer und
wird dort am 15.11.1934 zum Oberstleutnant befördert.
Mit der Angliederung Österreichs an das Deutsche Reich tritt Franek zur
Wehrmacht über und wird dort Bataillons-Kommandeur beim Infanterie-Regiment 32
in Teplitz-Schönau.
Als Kommandeur des Infanterie-Regiments 405 erhält er am 04.11.1941 das
Ritterkreuz. Zu seinen bedeutendsten Kommandos gehört die Führung der 44.
Infanterie-Division "Hoch- und Deutschmeister" während der Kämpfe um
Monte Cassino.
Franek geriet als Kommandeur der 73. Infanteriedivision in russische
Kriegsgefangenschaft, aus der er am 22.07.1948 entlassen wurde.
Friedrich Franek starb am 08.04.1976 in Wien.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE