Johannes Frießner wurde am 22.03.1892 in Chemnitz, als
Sohn eines Oberbaurats, geboren und trat am 20.03.1911 als Fahnenjunker dem
Infanterie-Regiment 103 bei, wo er am 09.08.1912 zum Leutnant befördert wurde.
Während seiner Zeit im Regiment besucht er unter anderem die Kriegsschule
Hannover.
Im August 1912 wird er Zugführer seines Regiments in Bautzen und ab dem
23.09.1913 beim Infanterie-Regiment 179. Mit Beginn des 1. Weltkrieges ist er
Adjutant des I. Bataillons und wird in dieser Position am 22.05.1916 zum
Oberleutnant befördert.
Am 04.12.1916 ist er 1. Ordonnanz-Offizier im Stab der 24. Infanteriedivision
und kehrt bei Kriegsende zum Infanterie-Regiment 179 zurück.
Am 02.03.1919 ist er Adjutant der Infanterie-Brigade 63 und kommt am
01.04.1919 als 1. Ordonnanz-Offizier in den Stab der Reichswehr-Brigade 3, von
dort wird er am 16.05.1921 als Adjutant in das I. Bataillon des
Infanterie-Regiments 24 versetzt und wird am 01.01.1921 Zugführer im
Infanterie-Regiment 10.
Am 01.10.1921 wechselt er zum Reiter-Regiment 12 und erhält im Stab der 4.
Division eine Führergehilfen-Ausbildung. Weiterhin wird er hier am 01.09.1922
zum Rittmeister befördert.
Vom 01.10.1922 bis zum 01.05.1924 versieht er seinen Dienst im Stab des III.
Bataillons des Infanterie-Regiments 10 und wird danach Chef der 5. Kompanie
des Regiments in Bautzen.
Als Taktik-Ausbilder und Adjutant der Infanterieschule, kommt er am 01.10.1928
nach Dresden und wird dort am 01.04.1933 zum Major befördert. Von dort erhält
er am 01.10.1934 das Kommando über das II. Bataillon des Infanterie-Regiments
82 in Göttingen, wo er am 01.10.1935 zum Oberstleutnant befördert wird und am
15.10.1935 als Lehrgruppenkommandeur "B" an die Kriegsschule nach
Potsdam wechselt. Dort wird er, unter Beförderung zum Obersten, am 01.03.1938
als Chef des Stabes der Inspektion der Kriegsschulen (I) ins OKH nach Berlin
versetzt. Dort erhält er am 26.08.1939 den Posten des Inspekteur der
Erziehungs- und Bildungswesens beim Heer und am 14.08.1940 die Beförderung zum
Generalmajor.
Am 01.05.1942 ist er Kommandeur der 102. Infanteriedivision und wird am
16.10.1942 zum Generalleutnant ernannt. Als solcher bekommt er am 20.01.1943
die Ernennung zum Führer des XXIII. Armeekorps und am 01.04.1943, unter
gleichzeitiger Beförderung zum General der Infanterie, den Posten des
Kommandierenden Generals dieses Korps. In dieser Dienststellung erfolgte am
23.07.1943 die Verleihung des Ritterkreuzes.
Frießner steht dann vom 31.01.1944 bis zum 02.02.1944 zur Verfügung der
Heeresgruppe "Nord" und wird dann Kommandeur der Heeresgruppe "Frießner",
bzw. wird am 23.02.1944 mit der Führung des Heeres-Abschnittes "Narwa"
beauftragt, dessen Kommando er am 20.04.1944 übernimmt. Für die Kämpfe dieser
Einheiten erhält Frießner am 09.04.1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Am 03.07.1944 übernimmt er den Oberbefehl über die Heeresgruppe "Nord"
und wird am 23.07.1944 zum generalobersten befördert.
Frießner übernimmt dann am 25.07.1944 den Oberbefehl über die Heeresgruppe "Nordukraine"
und am 23.09.1944 den Oberbefehl über die Heeresgruppe "Süd". Dort wird
er am 23.12.1944 in die Führerreserve versetzt und gerät so am 08.05.1945 in
amerikanische Gefangenschaft, aus der er am 17.11.1947 wieder entlassen wird.
Im Nachkriegsdeutschland setzte sich Frießner unermüdlich für die Freilassung
kriegsveruteilter Kameraden ein und gründete den Verband deutscher Soldaten.
Johannes Frießner verstarb am 26.06.1971 in Bayerisch-Gmain.