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803. Eichenlaubträger Fritz Fullriede
Generalmajor

Fritz Fullriede wurde am 04.01.1895 in Bremen geboren und trat am 14.08.1914 als Kriegsfreiwilliger dem 1. Ersatz-Bataillon im Infanterie-Regiment 75 bei. Nach seiner militärischen Ausbildung, wird er innerhalb der 1. Kompanie des Regiments eingesetzt.
Nach einer Verwundung am 17.11.1914 weilt er bis zum 20.05.1915 im Lazarett und kommt nach seiner Genesung wieder zu seinem Ausbildungstruppenteil zurück, wo er vom 01.06.1915 bis zum 07.08.1915 einen Reserveoffiziers-Lehrgang belegt.
Am 11.11.1915 wird er ins Infanterie-Regiment 79 versetzt bzw. am 04.02.1916 zum 10. Jäger-Ersatz-Bataillon. Hier absolviert Fullriede vom 12.09.1916 bis zum 20.01.1917 einen weiteren Reserveoffiziers-Lehrgang in Munster. Kurz vor Ende des Lehrgang wurde er am 12.01.1917 zum Vizefeldwebel befördert.
Ab 22.04.1917 ist er beim 10. Reserve-Jäger-Bataillon und kommt nach einer Krankheit vom 08.09.1917 bis zum 24.12.1917 ins Lazarett.
Zurück beim 10. Reserve-Jäger-Bataillon wird er dort am 20.09.1918 zum Leutnant der Reserve befördert. Von dort wird er am 25.01.1919 zur MG-Kompanie des Jäger-Bataillons "Kirchheim" versetzt. Nach dem Waffenstillstand kommt Fullriede am 01.08.1919 in die 1. MG-Kompanie des 10. Reichswehr-Jäger-Bataillons und wird schließlich am 31.10.1919 verabschiedet.
Am 01.11.1919 tritt er mit dem Dienstgrad eines Leutnants der Polizei bei und absolviert zunächst seinen Dienst bei der Schutzpolizei in Bremen, wo er am 01.05.1920 verabschiedet wird.
Fritz Fullriede meldet sich erst wieder am 01.06.1936 zur Polizei, wo er mit dem Dienstrang eines Hauptmanns aufgenommen wird. Vorerst wieder bei der Schutzpolizei in Bremen, wird er am 01.03.1937 zum Infanterie-Regiment 66 versetzt, wo er am 01.04.1937 Chef der 5. Kompanie wird.
Am 01.08.1937 tritt Fullriede mit dem Dienstrang eines Hauptmannes dem Heer bei und übernimmt am 10.11.1938 das Kommando über die 6. Kompanie des Infanterie-Regiments (mot.) 93.
Nach einer Beurlaubung vom 20.11.1938 bis zum 01.03.1939 übernimmt Fullriede die 7. Kompanie des Regiments und wird schließlich am 26.08.1939 mit dem Kommando über das Infanterie-Ersatz-Bataillon 93 beauftragt. In dieser Dienststellung wird er am 01.12.1939 zum Major befördert.
Am 04.12.1939 wird er Adjutant im Stab der Division 171 und am 23.10.1940 zum Kommandeur des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 642 ernannt. Dieses wird am 15.11.1940 II. Bataillon des Infanterie-Regiments 584, der 319. Infanteriedivision.
Nach einer Verwundung am 06.07.1941 kommt er ins Lazarett und befindet sich vom 03.09.1941 bis zum 22.02.1943 in der Führer-Reserve des OKH. In dieser Zeit nimmt er vom 04.01.1943 bis zum 23.01.1943 an einem Regimentskommandeur-Lehrgang an der Panzertruppenschule teil.
Am 22.02.1943 übernimmt Fullriede das Kommando über das Panzer-Grenadier-Regiment 165. Das Regiment wurde für einen Einsatz in Nordafrika aufgestellt. Die Aufstellung wurde jedoch nicht durchgeführt. Der Stab und die unterstellten Einheiten bildeten somit lediglich den Stab Fullriede. Dieser wurde bei den Kämpfen in Nordafrika, Fondouk und auf Sizilien eingesetzt. Für die schweren Kämpfe seiner Kampfgruppe erhielt Fullriede am 11.04.1943 das Ritterkreuz.
Seine Kampfgruppe geht zuerst in das Grenadier-Regiment Sizilien 3 auf und dann in das Panzergrenadier-Regiment 129.
Nach einer Verwundung übernimmt er am 01.02.1944 das Kommando über das Panzergrenadier-Regiment 115. Vom 21.02.1944 bis zum 18.07.1944 ist Oberst Fullriede mit der Führung des Grenadier-Regiments 200 beauftragt und wird dann Kommandeur des Panzergrenadier-Regiments 67.
Ende Juli übernimmt er das Kommando über das Fallschirm-Panzer-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon "HG" und wird am 19.10.1944 in die Führerreserve versetzt wo er einen Divisionsführerlehrgang in Hirschberg besuchen soll. Doch wird Fullriede am 21.10.1944 verwundet und kann nicht teilnehmen. Zuvor kam es im Dorf Putten zu Kämpfen mit Partisanen. Dabei werden deutsche Offiziere getötet bzw. verschleppt. Es kommt zu Repressalien. Durch Fullriede konnte ein Massaker im Stile Lidice oder Oradours verhindert werden. Für die Vorgänge im Dorf Putten steht Fullriede 1946 in Arnheim vor Gericht und wird schließlich am 02.02.1949 entlassen. Nach seinen Angaben hatte das Gericht Fullriedes Engagement gewürdigt nur 10% der Männer zu deportieren und lediglich 5% der Häuser zu zerstören. Der zuständige Wehrmachtsbefehlshaber Niederlande, General der Flieger Christiansen, hatte ihm Vorhaltungen gemacht nicht radikal genug gewesen zu sein.
Am 14.02.1945 wird Fullriede Festungskommandant Kolbergs. Hier lässt Fullriede den späteren Eichenlaubträger SS-Hauptsturmführer Walter Girg verhaften, da Girg unter dem Verdacht stand ein Spion der "Seydlitz"-Truppen zu sein. Das Urteil "erschießen" konnte jedoch kurz vor seiner Ausübung verhindert werden. Der Kommandeur der SS-Jagdverbände, Otto Skorzeny, hatte von seinem Hauptquartier in Schwedt/Oder einen Funkspruch gesendet, um Girg zu retten.
Fullriede standen zur Verteidigung der Stadt nur rund 3000 Soldaten aus zusammengewürfelten Verbänden zur Verfügung. In 18 Tagen konnten durch das Aushalten der Soldaten ca. 85.000 Zivilisten gerettet werden. Auf ein Kapitulationsangebot Shukows reagierte Fullriede mit Ablehnung. Für seine Offiziere wurde beste Behandlung versprochen, die Zivilbevölkerung jedoch blieb außen vor. So sah sich Fullriede gezwungen weiterzukämpfen. Die Nachhut der Verteidiger, noch ganze 400 Mann, sicherten den Ausbruch und opferten sich für die Kameraden und Zivilisten.
Nach der Verleihung des Eichenlaubs zum Ritterkreuz, am 23.03.1945, für die Verteidigung Kolbergs erhält er am 20.04.1945 seiner Beförderung zum Generalmajor.
Vom 27.04.1945 bis zum 28.04.1945 kurzzeitig Kampfkommandant "Neubrandenburg" übernimmt er das Kommando über die 3. Marine-Division.
Fritz Fullriede, niemals Parteimitglied, verstarb am 13.11.1969 in Bad Oldesloe.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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