Hans Freiherr von Funck wurde am 23.
Dezember 1891 als Sohn des Regierungspräsidenten Johannes Freiherr von Funck
und seiner Frau Marie, geb. von Lützow, in Aachen geboren.
Nach dem Abitur 1911 studierte er 7 Semester Jura in Freiburg und Greifswald,
bevor er als Fahnenjunker am 02. August 1914 in das 1. Brandenburgische
Dragoner-Regiment Nr. 2 in Schwedt a. O. eintrat. Mit diesem Regiment zog er
am 11. Oktober ins Feld. Dort wurde er am 23.02. zum Fähnrich und am 18. Juni
1915 zum Leutnant befördert.
Funck gehörte zur Ersatzeskadron des Regimentes ab dem 2. Oktober 1915 und ab
dem 11. März 1916 zum Reserve-Dragoner-Regiment Nr. 2. Nach einigen Monaten
als Führer eines MG-Zuges kehrte er wieder zu seinem Ersatz-Regiment zurück wo
er am 16. September 1917 Eskadronsführer wurde und im März 1918 Führer der 3.
Kompanie der MG-Scharfschützen-Abteilung 11. Während des Krieges erhielt er
beide Eisernen Kreuze und das Verwundetenabzeichen in Silber (aufgrund der
Metallknappheit mattweiß).
Ab dem 06.02.1919 war Funck Offizier im Dragoner-Regiment 2, dann in der
Freiwilligen-Eskadron von Czettritz (Freikorps York), ab dem 01. September im
Reichswehr-Artillerie-Regiment 15 und ab 03. Februar 1920 in der 2. Eskadron
des Reiter-Regiments 6. Am 01.04.1923 wird er zum Oberleutnant befördert.
Am 01. Oktober 1925 erfolgt Funcks Versetzung zur Führergehilfenausbildung in
den Stab der 2. Division in Stettin. Einer seiner Lehrer war dort Hauptmann
Heinz Guderian. Das letzte Jahr der Ausbildung erfolgte in Berlin, weshalb
Funck am 01.Oktober 1926 in die T4 (Heeres-Ausbildungs-Abteilung) im
Reichswehrministerium versetzt wurde. Etatmäßig war er ab dem 01. Oktober 1927
im 6. (Preuß.) Reiter-Regiment, blieb aber weiterhin in der T4. Am 01.04.1928
wird er zum Rittmeister (bei etatmäßiger Versetzung zur T4 am 01.04.1930 in
Hauptmann abgeändert) befördert. Im laufe der zeit bei der T4 hatte er Männer
wie Oberst von Brauchitsch und Oberstleutnant Wever als Abteilungsleiter und
u.a. in der T4 Halder, Reinhardt und Model.
Am 01. Oktober 1932 übernahm Funck die 1. Eskadron des Reiter-Regiments 11,
danach wurde er am 01. Juli 1933 Adjutant des Chefs der Heeresleitung,
Freiherr von Hammerstein-Equord und ab 01.02.1934 Freiherr von Fritsch. Am 01.
August 1934 rückte er zum Major i.G. auf, danach sollte am 28.09.1936 eine
Versetzung als Ia zum IV. Armeekorps erfolgen, die jedoch nicht wirksam wurde,
da auf persönlicher Intervention von von Fritsch Funck am 19. September 1936
zum Führer der Freiwilligen des Deutschen Heeres in National-Spanien ernannt
wurde. Zeitgleich trat er am 01. Oktober zur Luftwaffe über, befand sich
jedoch 2 Monate später wieder im Heer. Gleichzeitig diente Funck als
Militärattache bis September 1939 (ab 01. August 1939 zusätzlich in Portugal).
Zwischenzeitlich wurde er am 01.09.1936 zum Oberstleutnant und am 01.03.1937
zum Oberst befördert.
Es folgte eine Verwendung als Kommandeur des Panzer-Regiments 5 ab dem 15.
Oktober 1939. Mit diesem Regiment zog Funck nach Frankreich und erhielt dort
die Spangen zum EK II und EK I. Am 13. Oktober 1940 wird er Kommandeur der 3.
Panzerbrigade bei der er am 01.01.1941 zum Generalmajor befördert wurde. Aus
Funcks Stab wurde am 15. Januar 1941 der Stab der 5. leichten Division
gebildet. An diesem Tag fuhr Funck nach Italien und Nordafrika, um dort einen
Sperrverband zu übernehmen, allerdings stand er der Sache eher negativ
gegenüber und so übernahm er am 14. Februar 1941 die Führung der 7.
Panzerdivision, die Ernennung zum Kommandeur erfolgte am 06. Juni 1941.
Mitte Februar 1941 wurde die 7. Panzerdivision von Frankreich in den Raum
Bonn-Bad Godesberg verlegt und dann vom 06.06.- 10.06. 1941 vom Rhein in den
Raum südostwärts Lötzen/Ostpreussen. Mit Beginn des Ostfeldzuges war sie dem
XXXXIX. Armeekorps (mot.) des Generals der Panzertruppe Rudolf Schmidt
unterstellt, somit gehörte man zur Panzergruppe 3 (Hoth) der Heeresgruppe
Mitte (von Bock). Die Panzergruppe 3 hatte zusammen mit der Panzergruppe 2
(Guderian) die Aufgabe nach Moskau vorzustoßen.
Die 7. Panzerdivision erzwang am 22. Juni 1944 den Njemen-Übergang in der
Panzerschlacht von Olita und nahm Wilna. Für diese erfolge erhielt Funck am
15. Juli 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Im Tagesbefehl schrieb
Funck, das die Verleihung dieser hohen Auszeichnung Anerkennung für das sei, "
... was die 7. Panzerdivision seit dem 22. Juni 1941 geleistet hat, für das
ungestüme Vorwärtsdrängen über Olita, Wilna, Snolewiece, Beresina, Witebsk,
Demidow bis tief in den Rücken von Smolensk."
Es folgten die Abwehrschlacht bei Smolensk, die Doppelschlacht von Wjasma und
Brjansk, dann bis zum 5. Dezember 1941 der Vorstoß nach Moskau mit der
anschließenden Abwehrschlacht vor der Stadt.
Ende Dezember 1941 schrieb Funck in einem Tagesbefehl:
"Ein Jahr geht zu Ende, das in
monatelangen Kämpfen und Märschen, in Hitze und Staub, Regen, Schlamm und
bitterner Kälte allerschwerste Anforderungen stellte, das aber auch -
vergessen wir das nicht - beispiellose Siege brachte ... Gerade in den letzten
Wochen eines uns anbefohlenen Rückmarsches habt ihr gezeigt, was eine
kampferprobte sich selbst vertrauende Truppe in mustergültiger Haltung und mit
hartem willen vermag. Ringsum brandeten Feind, Not und Entbehrung: Ihr standet
einmütig, treu und fest und deshalb wahrhaft unbesiegbar zusammen."
Es folgten Kämpfe im Raum Rshew und Wjasma
und am 10. Mai 1942 die Verlegung zur Auffrischung nach Westfrankreich.
Nach der Landung der alliierten in West- und Nordafrika marschierte die 7.
Panzerdivision am 11./12. November 1942 in das unbesetzte Frankreich und
übernahm dort den Schutz der Mittelmeerküste. Dort wird er am 16. November
1942 zum Generalleutnant befördert und bekommt am, 24. November 1942 den
Befehl aus dem neuen Bereitstellungsraum Aix-en-provence den Kriegshafen
Toulon handstreichartig einzunehmen.
Am 16. Dezember 1942 trifft der neue Einsatzbefehl für die Ostfront ein, die
Division empfängt Winterausrüstung und wird ab dem 05. Januar 1943 der
Armeeabteilung Hollidt bei Morosowskaja unterstellt. Funck erhielt für die
Abwehrschlachten zwischen Donez und Don und in der Mius-Stellung das Deutsche
Kreuz in Gold. Es folgte ein Einsatz bei Charkov, die Schlacht im Raum
Kursk-Bjelgorod und der Einsatz in Südrussland.
Für den Einsatz beim Unternehmen "Zitadelle" erhielt Funck das
Eichenlaub zum Ritterkreuz, als Begründung dazu hieß es:
"Bei dem Stoß in die feindlichen
Bereitstellungen im Raum von Bjelgorod hatte er erneuten Anteil am Erfolg
unserer Waffe. In wendiger Führung durchbrach er die sowjetischen Stellungen
südlich Bjelgorod und stieß in das feindliche Stellungssystem hinein."
Am 16. August 1943 übertrug Funck die
Führung der Division dem Obersten Wolfgang Glaesemer, der die Division bis zum
Eintreffen des Generalmajors von Manteuffel, am 20. August 1943, führte.
Funck selbst wurde mit Wirkung vom 20. August in die Führerreserve versetzt.
Am 05. Dezember 1943 erhielt er ein neues Kommando und zwar übernahm er als
Führer das XXIII. Armeekorps von General der Infanterie Frießner, das im Raum
Bobruisk und Orscha stand. Das Kommando behielt er bis zum 02. Februar 1944,
als er von Generalleutnant Tiemann abgelöst wurde. Das Kommando über dieses
Armeekorps bekam er am 01. März 1943. Am 01.03.1943 wird er zum General der
Panzertruppe befördert.
Am 05. März 1944 übernimmt er das Kommando über das XXXXVII. Panzerkorps von
General der Panzertruppe von Vormann. Im April wurde das Korps im Raum
Jassy im Rahmen der 8. Armee der Heeresgruppe Südukraine eingesetzt. Im Mai
folgte die Verlegung nach Nordfrankreich, wo es der Panzergruppe West
unterstellt wurde.
Nach der alliierten Invasion wurde das Korps zuerst der 7. Armee, dann wieder
der Panzergruppe West, im August der 1. Armee bei Metz und im September 1944
der 5. Panzerarmee der Heeresgruppe G in Lothringen unterstellt.
Am 04. September 1944 wird Funck erneut zur Führerreserve versetzt. Am 09.
September 1945 entschied Hitler, eine Reihe von Generäle, darunter auch Funck,
zu verabschieden. Funck wurde daraufhin am 28. Februar 1945 verabschiedet.
Am 08. Mai 1945 wurde Funck von den Russen von seinem Wohnsitz in Blankenburg
im Harz verschleppt, nachdem die Stadt von den Amerikanern an die Russen
übergeben wurde. Die nächsten 10 Jahre verbrachte er in russischen
Straflagern. Nach seiner Entlassung am 07. Oktober 1955 wohnte Funck in
Viersen und starb dort am 14. Februar 1979.