Martin Grase wurde am 03.05.1891 in Schlochau in
Westpreußen geboren und trat am 24.03.1909 dem Grenadier-Regiment 4 bei. Nach
der Kommandierung an die Kriegsschule in Anklam, wird er in seinem Regiment am
20.08.1910 zum Leutnant befördert.
Am 01.10.1913 wird er zur MG-Kompanie des Regiments versetzt, wo er mit
Kriegsbeginn den Posten eines Zugführers übernimmt. Am 01.12.1914 ist er Chef
der Kompanie und wird als solcher am 29.03.1915 verwundet.
Nach Lazarettaufenthalt und Genesung, wird er am 04.06.1915 Führer der
Festungs-MG-Abteilung 19, bzw. am 20.08.1915 Chef der MG-Kompanie des
Infanterie-Regiments 374. Als solcher erhält er am 27.01.1916 die Beförderung
zum Oberleutnant.
Am 17.09.1916 wechselt er als MG-Offizier in den Stab des Regiments, nimmt an
einem Lehrgang an der Kampfschule in Wilna und bei der Sturm-Abteilung 5,
teil, worauf er am 03.02.1918 in den Stab der 16. Landwehr-Division versetzt
wird. Hier wird er am 01.04.1918 zum 1. Ordonnanz-Offizier ernannt und ab dem
01.07.1918 zugleich Batteriechef beim Feld-Artillerie-Regiment 1.
Nach seinem Dienst als Adjutant der 16. Landwehr-Division, vom 11.10.1918 bis
zum 18.12.1919, wird er zum Grenadier-Regiment 4 versetzt und wechselt am
13.01.1919 als Ordonnanz-Offizier in das Generalkommando des I. Armeekorps.
Am 01.06.1919 ist er Kompaniechef im I. Freiwilligen-Bataillon des
Grenadier-Regiments 4 und ab 22.10.1919 Adjutant beim Infanterieführer I. Von
dort wechselt er am 16.05.1920 als Ordonnanz-Offizier in den Stab des
Befehlshabers der Infanterie I.
Nach seinem Wechsel als Adjutant zum Lehr-Bataillon des Infanterie-Regiments
2, am 01.10.1920, wird er am 02.05.1922 zum Hauptmann befördert und am
25.01.1923 zum Chef der 15. Kompanie ernannt. Grase nimmt zwischenzeitlich,
vom 20.03.1923 bis zum 09.04.1923, an einem Minenwerfer-Lehrgang bei der
Minenwerfer-Kompanie des Regiments teil, um so am 91.11.1924 zum Chef der 13.
Minenwerfer-Kompanie ernannt zu werden. Als solcher nimmt er vom 30.03.1925
bis zum 09.05.1925 an einem Minenwerfer-Lehrgang in Jüterbog teil.
Am 01.01.1929 wird er in den Stab der 1. Division versetzt und kommt am
01.04.1929 zum Reiter-Regiment 3. Nach erneuter Versetzung in den Stab der 3.
Division, kommt Grase am 01.04.1932 in den Stab der Kommandantur Berlin, wo er
am 01.03.1933 zum Major befördert wird.
Am 01.10.1933 in der Wehrgauleitung Berlin tätig, wird er zunächst am
01.10.1934 in die Kommandantur versetzt und wird am 15.10.1935 Kommandeur des
III. (Jäger) Bataillons des Infanterie-Regiments 30. Zugleich nimmt er vom
06.01.1936 bis zum 11.01.1936 an einem Stabsoffizier-Lehrgang in Liegnitz
teil.
Am 06.10.1936 wechselt er als 1. Adjutant zum Generalkommando des I.
Armeekorps, wo er am 01.02.1938 zum Obersten befördert wird.
Kurz vor Kriegsbeginn wechselt er als Adjutant zum AOK 16 und wird am
03.10.1939 Adjutant beim Befehlshaber des Grenzschutz-Abschnittskommandos "Nord".
Nach erneuter Besetzung als Adjutant des AOK 16, ab dem 22.10.1939, wird er am
01.03.1940 zum Kommandeur des Infanterie-Regiments 1 ernannt. Mit diesem nimmt
er am Frankreich- und Russland-Feldzug teil. Für die Angriffserfolge des
Regiments erhielt er am 18.10.1941 als Oberst und Kommandeur das Ritterkreuz.
Kurz vor der Verleihung wurde Grase am 01.10.1941 zum Generalmajor befördert.
Nach der Versetzung in die Führerreserve, vom 13.01.1942 bis zum 16.01.1942,
wird er Kommandeur der 1. Infanteriedivision und erhält als solcher am
01.01.1943 die Beförderung zum Generalleutnant.
Als Divisionskommandeur erhält er am 23.05.1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz
und wird am 01.07.1943 erneut in die Führerreserve versetzt.
Am 15.08.1943 wird er mit der Führung des I. Armeekorps beauftragt und erhält
am 01.11.1943 den Posten des Kommandierenden Generals über dieses Armeekorps.
Als solcher wird er am 08.12.1943 zum General der Infanterie befördert.
Am 01.01.1944 wird er zum Kommandierenden General des XXVI. Armeekorps ernannt
und am 16.02.1944 in die Reserve versetzt um am 18.07.1944 den Posten des
Wehrmachtsbefehlshabers "Belgien/Nordfrankreich" zu übernehmen.
Nach kurzer erneuter Versetzung in die Reserve, wird er am 20.09.1944
Befehlshaber des Feldjäger-Kommandos III und am 13.03.1945 General der
Wehrmachts-Ordnungstruppen. Hier gerät er am 03.05.1945 in Gefangenschaft, aus
der er am 20.07.1947 entlassen wird.
Martin Grase verstarb am 04.08.1964 in Freiburg i. Breisgau.