Horst Großmann wurde am 19.11.1891 in Sybba im Kreis Lyck
in Ostpreußen geboren und trat am 27.09.1911 der Armee bei, wo er dem
Infanterie-Regiment Nr. 175 zugeteilt wurde. Großmann besuchte von September
1912 bis April 1913 zugleich die Kriegsschule in Hannover und vom 06.07. bis zum
21.07.1914 die Festungs-Luftschiff-Truppe in Graudenz.
Am 06.11.1914 übernahm er zu seinem Regiment den Posten des Adjutanten des II.
Bataillons, wurde am 16.10.1917 zum Ordonnanz-Offizier im Stab des Regiments
ernannt und übernahm zwischen dem 03.12.1917 und dem 03.02.1918 mehrfach die
Dienststellung des Regiments-Adjutanten, bis er am 30.06.1918 zu diesem ernannt
wird.
Am 01.09.1919 wechselt er als Adjutant zum I. Bataillon des
Reichswehr-Infanterie-Regiments 34, anschließend am 24.02.1920 in gleicher
Dienststellung zum II. Bataillon des Reichswehr-Infanterie-Regiments 102, wo er
am 01.04.1920 den Posten des Adjutanten des I. Bataillons übernimmt. Zu jener
Zeit wird er vom 17.05. bis zum 21.05.1920 zugleich mit dem Posten des
Adjutanten beim Garnisonskommando in Köslin betraut und ist zwischen dem 21.05.
und dem 18.09.1920 zugleich mehrfach stellvertretender Adjutant im
Reichswehr-Infanterie-Regiment 102.
Am 30.09.1920 wechselt er als Chef der 2. Kompanie zum Infanterie-Regiment 6,
wird dort vom 07.06. bis zum 14.11.1921 zugleich zum stellvertretenden
Adjutanten des I. Bataillons ernannt und besucht vom 30.11. bis zum 143.12.1921
einen Lehrgang für das lMG.
Ab dem 01.04.1922 Adjutant des I. Bataillons im Infanterie-Regiment 6, wird
Großmann am 15.07.1922 zum Kompanieoffizier der 4. Kompanie ernannt und kommt ab
dem 01.10.1923 in das Reiter-Regiment 14, während er beim Wehrkreiskommando III
eine Führergehilfenausbildung beginnt.
Am 01.10.1924 wechselt er in die 13. (Mörser) Kompanie des Infanterie-Regiments
6 und wird am 01.10.1927 zum Nachrichtenoffizier im Stab des Regiments ernannt.
Als solcher besucht er vom 07.11. bis zum 19.11.1927 zugleich einen Lehrgang bei
der Nachrichten-Abteilung 2.
Am 01.03.1928 zum Chef der 13. Kompanie ernannt, erhält er vom 14.02.bis zum
03.03.1928 eine Ausbildung im Transportwesen in Altona, besucht vom 09.10. bis
zum 24.10.1928 einen Lehrgang in Döberitz und erhält vom 07.10. bis zum
30.10.1930 eine Kommandierung zu einem Schießlehrgang für schwere
Infanteriewaffen nach Döberitz.
Vom 01.10.1931 bis zum 01.10.1934 Ausbilder an der Infanterieschule Dresden,
übernimmt er anschließend das Kommando über das II. Bataillon des
Infanterie-Regiments "Gumbinnen". Diese Dienststellung behalt er auch
nach der Umbenennung des Regiments in Infanterie-Regiment 22 am 15.10.1935.
Großmann besucht dabei vom 02.06. bis zum 12.06.1937 zugleich einen Lehrgang für
Bataillons-Kommandeure in Döberitz und übernimmt ab dem 01.03.1938 das Kommando
über den Lehrgang B an der Kriegsschule in Potsdam.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges ist er ab dem 02.09.1939 Mitglied im
Militärstab des Führers und 1. Vertreter vom Kommandanten des
Führer-Hauptquartiers, zu diesem Zeitpunkt Erwin Rommel.
Nach Ende des Polen-Feldzuges übernahm Großmann am 15.10.1939 das Kommando über
das Infanterie-Regiment 84 der
8. Infanterie-Division. Im Rahmen der Division stößt das Regiment 1940 über
Belgien nach Frankreich durch und verbleibt zunächst im Raum Rouen als
Besatzungstruppe.
Ab dem 22.06.1941 beginnt auch für Großmann der Ostfeldzug. Über Brjansk und
Wjasma geht es bis ins Vorfeld von Moskau. Für die erfolgreichen Angriffskämpfe
seines Regiments erhält Großmann als Oberst und Kommandeur des
Infanterie-Regiments 84, am 23.08.1941 das Ritterkreuz.
Von Moskau aus verlegt die Division im Dezember 1941 nach Frankreich und
Großmann verlässt die Division, um ab dem 10.12.1941 die Führung der 102.
Infanterie-Division zu übernehmen. Diese steht unter seiner Führung im Raum
Rshew im Kampf.
Am 07.01.1942 übernimmt er dann die Führung der
6. Infanterie-Division, bzw. ab dem 22.01.1942 deren Kommando, ebenfalls im
Raum Rshew. Als solcher wird er am 16.12.1943 abgelöst. Die folgende
Dienststellung ist bisher nicht bekannt, es ist aber davon auszugehen, das zu
diesem Zeitpunkt eine Versetzung in die Führer-Reserve erfolgte. Für die
erfolgreichen Abwehrkämpfe der 6. Infanterie-Division im Raum Rshew erhält
Großmann als Generalleutnant und Kommandeur der Division am 04.09.1943 das 292.
Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Im Januar 1944 wird Großmann zum Kommandierenden General des LV. Armee-Korps
ernannt. Dabei übernimmt er zugleich den Posten des Kommandierenden Generals des
XXXV. Armee-Korps.
Von Mai bis zum 01.06.1944 erfolgte erneut eine bisher unbekannte
Dienststellung, so daß er vom 01.06. bis zum 08.08.1944 in die Führer-Reserve
versetzt wird und dort vom 12.06. bis zum 08.07.1944 einen Lehrgang für
Kommandierende Generale besucht.
Großmann kommt anschließend zur Heeresgruppe Mitte und übernimmt dort am
11.08.1944 zunächst die Führung und ab dem 09.11.1944 das Kommando über das VI.
Armee-Korps. Dieses Korps behält er dann bis Kriegsende, wo er am 09.05.1945 in
englische Gefangenschaft gerät, aus der er am 08.07.1947 entlassen wird.
Horst Grossmann, der Verfasser der Divisionschronik der 6. Infanterie-Division,
verstarb am 04.05.1972 in Rüsselsheim.