320.
Eichenlaubträger Siegfried Grabert
Major der Reserve, Sonderkommando





Major der Reserve Siegfried
Grabert wurde am 11.1.1916 in Schorndorf/Württemberg geboren und trat nach
bestandenem Abitur, 1934 in die Kraftfahr-Abteilung 5 ein. 1937 wurde er
Leutnant, musste aber später wegen einer Sportverletzung den Dienst
quittieren. Daraufhin begann er in Tübingen ein Medizinstudium und kam so mit
dem Reichsstudentenführer Scheel in Kontakt der ihn ins Ausland versetzte.
Dort kam Grabert schließlich mit dem Amt Abwehr in Kontakt und erhielt kurz
vor Kriegsbeginn von Admiral Canaris die Weisung mit dem „Industrieschutz
Oberschlesien“ den Verkehrkontenpunkt Kattowitz zu besetzen. Seine Männer
und er (alle in Zivil gekleidet) meisterten den Auftrag.
Am 10.Mai 1940 scheiterte sein Kommando auf die Brücke in Roermond als diese
kurz vor Eintreffen des "Brandenburger" Sonderkommandos mit Getöse in
die Luft flog.
Am 27.Mai 1940 allerdings konnte er mit einem von ihm geführten Sonderkommando
die Meeresschleusen bei Nieuwport/Belgien besetzen, verhinderte so eine
Überflutung großer Teile des Landes verhindern und konnte damit den Panzern
den Vorstoß nach Frankreich ermöglichen. Es folgten weitere Einsätze in
Frankreich und auf dem Balkan.
Als Grabert als Oberleutnant d. R. und Führer eines Sonderkommandos des
Baulehrbatallions z.b.V. 800 „Brandenburg“ zum Handstreich auf die
Vardar-Brücke bei Axioupolis (im Grenzraum Bulgarien/Griechenland) ansetzte
und das Unternehmen gelang, erhielt er hierfür am 10.6.1941 das Ritterkreuz.
Danach verlegt die Kompanie Graberts nach Tilsit, wo er aufgrund einer
leichten Kopfverletzung (die er sich am 19.6.1941 zuzog) die Kompanieführung
für kurze Zeit an Oberleutnant Hans-Wolfram Knaak abgab. Anfang 1942 erfolgte
die Beförderung zum Hauptmann der Reserve.
Im Juli 1942 wurde Grabert beauftragt zusammen mit den Brandenburgern seiner
8. Kompanie die für das Vordringen Richtung Kaukasus wichtige Eisenbahnbrücke
über den Don bei Bataisk (südl. Rostow) zunehmen. Dabei wurde Grabert durch
Bauchschuss so schwer verwundet, dass er wenig später, am 25.07.1942, in den
Händen des Sanitätsunteroffiziers Hans Gunkler verstarb. Die 8.Kompanie erlitt
durch die schweren Gefechte um die Brücke von Bataisk einen Gesamtverlust von
87 Gefallenen, Vermissten oder Verwundeten und war damit nicht mehr
einsatzfähig. Für das Gelingen des Einsatzes erhielt Grabert posthum am
06.11.1943 das 320. Eichenlaub zum Ritterkreuz. Neuer Kompaniechef von
Graberts alter 8. Kompanie wurde Leutnant Erich Prohaska aus Wien, der
allerdings am 09. August 1942 beim Handstreich auf die Brücke über den Fluss
Bjelaja vor Maikop fiel.
Siegfried Grabert war der erste Eichenlaubträger der "Brandenburger".