Heinz Greiner wurde am 12.08.1895 in Amberg
geboren.
Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium Amberg trat er am 03.08.1914 als
Fahnenjunker dem 13. Bayerischen Infanterie-Regiment "Kaiser Franz-Joseph
von Österreich" in Ingolstadt bei. Bereits Mitte September kam er an die
Westfront und stand fortan als Gruppenführer, Zugführer und schließlich als
Führer der MG-Kompanie des Regiments 4 Jahre an der Front. Zwischenzeitlich
wurde er in Flandern verwundet und kehrte wieder zur Truppe zurück. Nach dem
Waffenstillstand Weihnachten 1918 kehrte er in die Garnison Ingolstadt zurück
und wurde in die Reichswehr übernommen. Dort diente er als Zug- und
Kompanieführer beim Infanterie-Regiment 19 in München, Augsburg und Landshut.
Weiterhin lehrte er an der Kriegsschule München als Taktiklehrer und machte
sich als Militärschriftsteller einen Namen.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges war er als Kommandeur des III. Bataillons des
Infanterie-Regiments 63 bei Tomaszow eingesetzt. Im Westfeldzug führte er das
Infanterie-Regiment 63 als es den Übergang über die Somme erzwang.
Vor Beginn des Ostfeldzuges wurde er Kommandeur des Infanterie-Regiments 499
der 268. Infanterie-Division in Modlin. Das Regiment hatte sich auf
Flussübergänge zusammen mit dem Pionier-Bataillon 268 spezialisiert.
Die erste Kampfhandlung des Regiments erfolgte beim Übergang über den Bug.
Nach der Kesselschlacht von Bialystok und Minsk wurde die auf Smolensk
vorgehende 268. Infanterie-Division über den Dnjepr nach Süden abgedreht.
Die Division stand unter dem Befehl Guderians und war somit Bestandteil des
24. Panzerkorps, das bei Jelnja im Desna-Brückenkopf in schweren
Abwehrkämpfen stand. Die Division wurde mit Hilfe von Fahrzeugen der 10.
Panzerdivision herangebracht, wobei das Infanterie-Regiment 499 unter Heinz
Greiner das am östlichsten gelegene Regiment der Ostfront war. Kaum in
Stellung erfolgten die ersten Angriffe. Es folgten Wochen der schwersten
Angriffe, doch auch durch die Führungskunst des Kommandeurs hielt das Regiment
stand.
Für dieses Standhalten erhielt Heinz Greiner als Oberst am 22.09.1941 das
Ritterkreuz. Als Begründung wurde angeführt:
"[...] weil er in den schweren
Abwehrkämpfen im Jelnja-Bogen im Juli und August 1941 durch vorbildliche
Führung und persönliches Eingreifen an den Brennpunkten des Kampfes erreicht
hat, daß die feindlichen Angriffe angeschlagen wurden. [...]".
Seine Soldaten gaben ihm den Beinamen "der
Löwe von Jelnja".
Nachdem der Gegner seine Angriffe mehr und mehr auf die Nord- und Südflanke
des Bogens konzentrierte, kam er langsam zum Erfolg. Der Bogen wurde geräumt.
Für die 268. Infanterie-Division bedeutet das Rückzug von der Erde, in der die
toten Kameraden lagen. Die Friedhöfe mussten dem Erdboden gleichgemacht
werden.
Mit Einsetzen der Schlammperiode und des ersten Frostes lag die Division im
Raum Gshatsk. Bei Macejewo konnte das Infanterie-Regiment 499 erneut sämtliche
Angriffe abschlagen. Doch plötzlich stand die gesamte linke Flanke der
Division offen. So musste sich die Division durch die russischen Truppen einen
Weg durch den meterhohen Schnee bahnen. An der Spitze standen Oberst Greiner
und seine 499er sowie die letzten 2 Sturmgeschütze.
Als Anfang Januar der bisherige Kommandeur der Division General Straube die
Führung des XIII. Armeekorps übernahm, wurde Greiner neuer
Divisionskommandeur. Die Lage der 4. Armee war zu diesem Zeitpunkt eigentlich
hoffnungslos. Sie lag an der Rollbahn Roslawl - Juchnow und hatte keine
Verbindung zur im Norden stehenden 9. Armee. Doch die musste hergestellt
werden um die Lage zu retten und dazu brauchte man die 268.
Infanterie-Division.
Sie griff daher nach Norden entlang der Strasse nach Gshatsk an und konnte
schließlich in aufopferungsvollen Kämpfen die Verbindung herstellen und die
Lage retten. Es folgten ruhigere Zeiten des Aufbaus der Einheiten und der
Ausbildung des eingetroffenen Ersatzes.
Mit Durchführung der "Büffelbewegung" stand die Division wieder voll
aufgefüllt und bestens ausgebildet zur Verfügung. Jedoch mit Beginn der
russischen Großoffensive gegen die Heeresgruppe Mitte geriet auch die 268.
Infanterie-Division in den tödlichen Strudel, wurde aufgerieben und
schließlich aufgelöst.
Auf Antrag des Divisionskommandeurs wurden die Reste der Division nach Italien
in den Raum Ancona - Rimini - Lago - Venedig verlegt, wo man die neue 362.
Infanterie-Division aufstellte.
Es folgten bald die Kämpfe um den Brückenkopf Anzio-Nettuno bei Velletri, in
den Albaner Bergen, bei Rom, und am Trasimenischen See.
Für seine Leistungen in der C-Stellung bei Velletri erhielt er am 05.09.1944
als Generalleutnant und Kommandeur der 362. Infanterie-Division das Eichenlaub
zum Ritterkreuz. Damals hatte er durch einen persönlich geführten Gegenangriff
einen Durchstoß des Gegners auf Rom verhindert.
Nach einem Aufenthalt im Lazarett wurde Greiner im April 1945 mit der
Wahrnehmung der Geschäfte des Wehrkreises und des stellvertretenden
Generalkommandos 7 in München beauftragt. In dieser Position verweigerte er
gegenüber dem OB West und dem Reichsverteidigungskommissar Geißler die
Verteidigung der Stadt München und wurde daraufhin abgesetzt.
Heinz Greiner starb am 19.11.1977.