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572. Eichenlaubträger Heinz Greiner
Generalleutnant

Heinz Greiner wurde am 12.08.1895 in Amberg geboren.
Nach dem Abitur am Humanistischen Gymnasium Amberg trat er am 03.08.1914 als Fahnenjunker dem 13. Bayerischen Infanterie-Regiment "Kaiser Franz-Joseph von Österreich" in Ingolstadt bei. Bereits Mitte September kam er an die Westfront und stand fortan als Gruppenführer, Zugführer und schließlich als Führer der MG-Kompanie des Regiments 4 Jahre an der Front. Zwischenzeitlich wurde er in Flandern verwundet und kehrte wieder zur Truppe zurück. Nach dem Waffenstillstand Weihnachten 1918 kehrte er in die Garnison Ingolstadt zurück und wurde in die Reichswehr übernommen. Dort diente er als Zug- und Kompanieführer beim Infanterie-Regiment 19 in München, Augsburg und Landshut. Weiterhin lehrte er an der Kriegsschule München als Taktiklehrer und machte sich als Militärschriftsteller einen Namen.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges war er als Kommandeur des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 63 bei Tomaszow eingesetzt. Im Westfeldzug führte er das Infanterie-Regiment 63 als es den Übergang über die Somme erzwang.
Vor Beginn des Ostfeldzuges wurde er Kommandeur des Infanterie-Regiments 499 der 268. Infanterie-Division in Modlin. Das Regiment hatte sich auf Flussübergänge zusammen mit dem Pionier-Bataillon 268 spezialisiert.
Die erste Kampfhandlung des Regiments erfolgte beim Übergang über den Bug. Nach der Kesselschlacht von Bialystok und Minsk wurde die auf Smolensk vorgehende 268. Infanterie-Division über den Dnjepr nach Süden abgedreht.
Die Division stand unter dem Befehl Guderians und war somit Bestandteil des 24. Panzerkorps, das bei Jelnja im Desna-Brückenkopf  in schweren Abwehrkämpfen stand. Die Division wurde mit Hilfe von Fahrzeugen der 10. Panzerdivision herangebracht, wobei das Infanterie-Regiment 499 unter Heinz Greiner das am östlichsten gelegene Regiment der Ostfront war. Kaum in Stellung erfolgten die ersten Angriffe. Es folgten Wochen der schwersten Angriffe, doch auch durch die Führungskunst des Kommandeurs hielt das Regiment stand.
Für dieses Standhalten erhielt Heinz Greiner als Oberst am 22.09.1941 das Ritterkreuz. Als Begründung wurde angeführt:

"[...] weil er in den schweren Abwehrkämpfen im Jelnja-Bogen im Juli und August 1941 durch vorbildliche Führung und persönliches Eingreifen an den Brennpunkten des Kampfes erreicht hat, daß die feindlichen Angriffe angeschlagen wurden. [...]".

Seine Soldaten gaben ihm den Beinamen "der Löwe von Jelnja".
Nachdem der Gegner seine Angriffe mehr und mehr auf die Nord- und Südflanke des Bogens konzentrierte, kam er langsam zum Erfolg. Der Bogen wurde geräumt. Für die 268. Infanterie-Division bedeutet das Rückzug von der Erde, in der die toten Kameraden lagen. Die Friedhöfe mussten dem Erdboden gleichgemacht werden.
Mit Einsetzen der Schlammperiode und des ersten Frostes lag die Division im Raum Gshatsk. Bei Macejewo konnte das Infanterie-Regiment 499 erneut sämtliche Angriffe abschlagen. Doch plötzlich stand die gesamte linke Flanke der Division offen. So musste sich die Division durch die russischen Truppen einen Weg durch den meterhohen Schnee bahnen. An der Spitze standen Oberst Greiner und seine 499er sowie die letzten 2 Sturmgeschütze.
Als Anfang Januar der bisherige Kommandeur der Division General Straube die Führung des XIII. Armeekorps übernahm, wurde Greiner neuer Divisionskommandeur. Die Lage der 4. Armee war zu diesem Zeitpunkt eigentlich hoffnungslos. Sie lag an der Rollbahn Roslawl - Juchnow und hatte keine Verbindung zur im Norden stehenden 9. Armee. Doch die musste hergestellt werden um die Lage zu retten und dazu brauchte man die 268. Infanterie-Division.
Sie griff daher nach Norden entlang der Strasse nach Gshatsk an und konnte schließlich in aufopferungsvollen Kämpfen die Verbindung herstellen und die Lage retten. Es folgten ruhigere Zeiten des Aufbaus der Einheiten und der Ausbildung des eingetroffenen Ersatzes.
Mit Durchführung der "Büffelbewegung" stand die Division wieder voll aufgefüllt und bestens ausgebildet zur Verfügung. Jedoch mit Beginn der russischen Großoffensive gegen die Heeresgruppe Mitte geriet auch die 268. Infanterie-Division in den tödlichen Strudel, wurde aufgerieben und schließlich aufgelöst.
Auf Antrag des Divisionskommandeurs wurden die Reste der Division nach Italien in den Raum Ancona - Rimini - Lago - Venedig verlegt, wo man die neue 362. Infanterie-Division aufstellte.
Es folgten bald die Kämpfe um den Brückenkopf Anzio-Nettuno bei Velletri, in den Albaner Bergen, bei Rom, und am Trasimenischen See.
Für seine Leistungen in der C-Stellung bei Velletri erhielt er am 05.09.1944 als Generalleutnant und Kommandeur der 362. Infanterie-Division das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Damals hatte er durch einen persönlich geführten Gegenangriff einen Durchstoß des Gegners auf Rom verhindert.
Nach einem Aufenthalt im Lazarett wurde Greiner im April 1945 mit der Wahrnehmung der Geschäfte des Wehrkreises und des stellvertretenden Generalkommandos 7 in München beauftragt. In dieser Position verweigerte er gegenüber dem OB West und dem Reichsverteidigungskommissar Geißler die Verteidigung der Stadt München und wurde daraufhin abgesetzt.
Heinz Greiner starb am 19.11.1977.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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