Heinz Guderian wurde am 17.06.1888 in Culm
an der Weichsel geboren.
Noch vor dem 1. Weltkrieg trat er dem berühmten Jägerbataillon Nr. 10 bei, das
in Bitsch und Goslar stationiert war. Noch kurz vor Ausbruch des Krieges ließ
er sich zur Telegraphentruppe versetzen und absolvierte nach einem Jahr die
Kriegsakademie.
Während des Krieges wurde Guderian hauptsächlich an der Westfront eingesetzt,
anfangs als Führer der Funkstation einer Kavalleriedivision und danach bei
verschiedenen Stäben als Nachrichtenoffizier.
Mit Ende des Krieges beteiligte sich der nunmehrige Hauptmann im
Grenzschutzkorps, an den Kämpfen in Oberschlesien und im Baltikum und wurde
schließlich in die Reichswehr übernommen. Hier führte er 1922 die 7.
Kraftfahrabteilung in München und wurde dann zur Abteilung für
Kraftfahrtruppen in das Reichswehrministerium nach Berlin versetzt.
Zu jener Zeit manifestierte sich bei ihm der Gedanke, das die Kraftfahrtruppen
eben nicht nur für den Nachschub zuständig waren, sondern in folgenden
kriegerischen Auseinandersetzungen die Hauptwaffe stellen wird. Er entwickelte
nunmehr neue Taktiken und Strategien gepanzerter Kraftfahrzeuge.
Seine Laufbahn änderte sich schlagartig mit Machtantritt Hitlers. Hitler war
für Neuerungen auf dem Bereich der Kampfführung offen und so wurde Guderian
nach 4 Jahren als Chef des Stabes der Kraftfahrtruppen 1934 angelöst und in
ein Truppenkommando versetzt. Hier konnte er bei der 2. Panzerdivision und
beim XVI. Armeekorps seine neuen Strategien erproben und verbessern.
Im Herbst 1938 wurde er Chef der Schnellen Truppen, allerdings ohne
Kommandogewalt und nur mit Inspektionsbefugnissen ausgestattet. Dennoch konnte
er soviel Einfluss auf die Ausstattungs- und Gliederungspolitik der Wehrmacht
ausüben, daß diese im September 1939 mit 10 selbstständigen Panzerdivisionen
und einigen motorisierten Infanteriedivisionen in den Krieg ziehen konnte.
Als Kommandierender General des XIX. Armeekorps zeichnete er sich im
Polenfeldzug durch sein Draufgängertum und seiner überlegenen Führung in
vorderster Linie besonders aus. Seit diesen Kämpfen wurde er von seinen
Soldaten "der Schnelle Heinz" genannt. Als General der Panzertruppe und
Kommandierender General des XIX. Armeekorps erhielt er am 27.10.1939 das
Ritterkreuz.
Im Frankreichfeldzug führte Guderian sein Korps durch die Ardennen, erzwang
bei Sedan den Maasübergang und jagte in wenigen Tagen zur Kanalküste, um im
Juni während der "Schlacht um Frankreich" die Maginot-Linie zu umgehen
und somit das Schicksal Frankreich zu besiegeln. Nach dem Sieg im Westen wurde
Guderian am 19.07.1940 zum Generalobersten befördert.
Den Krieg gegen die UdSSR lehnte er aufgrund der zu vage formulierten
Operationsziele im Prinzip ab, widmete sich jedoch als Soldat seinen Aufgaben.
Als Kommandierender General war seine Panzergruppe 2, versehen mit einem
großen weißen "G", an den wichtigsten Kesselschlachten des Jahres 1941
beteiligt. Dafür erhielt er am 10.07.1941 das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Nach der gescheiterten Offensive vor Moskau musste sich seine nunmehrige 2.
Panzerarmee auf eine verkürzte Frontlinie zurückziehen, womit er gegen den
Haltebefehl Hitlers verstieß. So wurde er durch geschicktes Intrigenspiel
seiner Vorgesetzt, wegen einer Herzerkrankung und wegen des missachteten
Führerbefehls am 25.12.1941 entlassen.
Nach der Katastrophe von Stalingrad erinnerte sich Hitler an den Schöpfer der
deutschen Panzertruppe und ernannte ihn am 01.03.1943 zum Generalinspekteur
der Panzertruppe mit alleiniger Kommandogewalt mit direkter Unterstellung beim
Führer. Hier widmete er sich erneut dem Aufbau und Ausbau seiner Panzertruppe.
Er plante an der Ostfront eine defensive Strategie um so die Panzerverbände
nach und nach auf die ursprüngliche Kampfstärke zu bringen und so wieder
offensiv werden zu können. So plante er für eine Panzerdivision die Sollstärke
von 400 Kampfwagen. Außerdem regte er den Bau des Panzerjägers "Hetzer an"
der allerdings zu spät an die Front kam um erfolgreiche Kämpfe bestehen zu
können. Bereits 1941 wollte Guderian den überlegenen russischen T-34 nachbauen
lassen um so das Gleichgewicht wieder herzustellen.
Im Oberkommando des Heeres und bei Hitler selbst, setzte sich jedoch der
Offensiv-Plan durch und in dieser Endkonsequenz wurde die neu aufgebaute
deutsche Panzerwaffe in der Schlacht von Kursk verheizt.
In der Folge war Guderian für den Westen und für den italienischen Raum
zuständig und schaffte es dennoch diesen Fronten gut ausgerüstete
Panzerdivisionen zuzuführen.
Nach dem Attentat auf Hitler am 20.Juli 1944 wurde Guderian am 21.07.1944
neuer Generalstabschef des Heeres. In dieser Position trat er für eine
bewegliche Abwehr, vor allem an der Ostfront, ein. Dies bedeutete Preisgabe
eroberten Raumes, was mit Hitler nicht vereinbar war. Er beharrte auf das
Halten der dünnen Hauptkampflinien, was später zu den großen russischen
offensiven an der Weichsel und an der Oder führte, dem man nichts mehr
entgegenzusetzen hatte.
Guderian forderte Hitler um die Preisgabe der Nebenkriegsschauplätze, wie
Norwegen, Balkan und das Baltikum auf. Was dieser ablehnte.
Ein letzte dt. offensive in Pommern blieb erfolglos, worauf Guderian am
23.03.1945 einen sechswöchigen urlaub antreten musste, was seinen Abschied
bedeutete.
Nach dem Krieg verfasste Guderian seine "Erinnerungen eines Soldaten"
(1951), die an sein früheres Werk "Achtung! Panzer" (1937) anschloss.
Heinz Guderian, der berühmteste Panzerführer des 2. Weltkrieges, starb am
15..05.1954 in Schwangau bei Füssen.