|


Ritterkreuzträger Josef Haas
Oberst, Grenadiere

 
Josef Haas wurde am 24.09.1897 geboren.
Er erhielt als Oberst und Kommandeur des Grenadier-Regiments 485 am 14.11.1943
das Ritterkreuz.
Josef Haas starb am 22.05.1944 im Nordabschnitt der Ostfront am Swiblo-See
(Russland) als Folge einer schweren Verwundung.
Ab dem 06.10.1943 stand die Kampfgruppe unter Oberst Haas, Kommandeur des
Grenadier-Regiments 485 der 263. Infanterie-Division, südwestlich von Welikije
Luki in harten Abwehrkämpfen. Das Regiment sollte nach dem tiefen Einbruch der
Russen eine Front nach Süden aufbauen um die rechte Flanke der Front zu
sichern und so den Aufbau einer rückwärtigen Linie zu gewährleisten.
Die Kampfgruppe Haas bestand zunächst nur aus zusammengewürfelten
Alarmeinheiten, die gegen einen starken, gut ausgerüsteten Feind kämpfen
mussten, der nach Norden vorstieß um den hier zwischen einer Kette von Seen
und der russischen Front stehenden 2 Infanterie-Division und verschiedenen
Fla- und Heereseinheiten, den Weg abzuschneiden. Tagsüber konnte die
Kampfgruppe den Gegner hinhalten und in der Dämmerung langsam auf eine neue
Linie zurückgehen.
In der Nacht zum 07.10. erhielt die Gruppe Haas das Pionier-Bataillon 263 und
einige Sturmgeschütze als Verstärkung, sowie Munition und Nachschub. Im
Morgengrauen erfolgte ein weiterer Angriff des Gegners, der ihn in den besitz
einer Ortschaft und einer wichtigen Höhe an der Strasse nach Welikije Luki
brachte. Ein sofortiger Gegenstoß der Pioniere und der Sturmartillerie,
brachten den Ort und den Nordhang der Höhe wieder in deutsche Hand, beide
mussten jedoch aufgrund Munitionsmangels wieder geräumt werden.
Trotz ständigem Feinddruckes konnte die Kampfgruppe am Abend eine neue Linie
beziehen und musste am nächsten Morgen erneut schwere Feindangriffe parieren.
Am frühen Nachmittag musste man sich erneut zurückziehen, konnte aber einen
feindlichen Durchbruch erneut verhindern.
In der Nacht zum 09.10. setzte sich die Kampfgruppe auf die letzte
Sperrstellung in der etwa einen Kilometer breiten Landenge zwischen Malij
Ivan-See und dem Balasdyn-See ab, südwestlich Dorf und Bahnhof Opuchliki. Hier
wurden die Pioniere wieder abgezogen, die Sturmartillerie wurde bereits am
Vortag abbeordert. Die Kampfgruppe bestand somit lediglich aus einer regulären
Infanterie-Kompanie unter Leutnant Bogenschütz und Alarmeinheiten, zusammen
ca. 220 Mann.
Gegen 3.00 Uhr am 09.10. erreichte man die Landenge und richtete sich zur
Verteidigung ein. Dabei nutzte man Geländevorteile und ausgebaute
Runduz-Verteidigungsanlagen des Bahnhofs nordostwärts auf einem Plateau von 10
m Höhe, sowie Bunker und Kampfstände des früher hier eingesetzten
Pionier-Bataillons 263.
Die Sperr-Stellung verlief von der Südspitze Malij Ivan-See über den Südrand
des ehemaligen Pionierlagers zur Südspitze des Balasdyn-Sees, mit einer
Frontbreite von etwa 1,2 km. Oberst Haas teilte die Besatzungen der
Kampfstände und Stützpunkte persönlich ein und bestimmte die Kompanie
Bogenschütz als Reserve.
Während einer Bunkerbesichtigung an der Südspitze des Balasdyn-Sees, setzte in
der Nähe starkes MPi-Feuer ein, worauf Haas der Reserve den Einsatzbefehl gab.
Nachdem das Nachkommando des Pionier-Bataillons 263 angegriffen wurde, wo es
auch zu Verlusten kam, wurde die Kompanie Bogenschütz durch den
Ordonnanz-Offizier alarmiert und zur vermutlichen Einbruchsstelle im
Kusselgelände am Bahndamm-Dreieck befohlen. Kurz vor dem Plateau wurden
feindliche Soldaten gestellt und gezielt beschossen. Doch stellte sich schnell
Munitionsmangel ein, der nur durch einen unbesetzten Kampfstand und der dort
gefunden Munition (7 Kasten) und ein MG 34 abgestellt werden konnte. So
konnte der Gegner aufgehalten werden und erlitt schwere Verluste. Mittlerweile
war auch die Reserve-Kompanie und ein Sturmgeschütz als Verstärkung
eingetroffen. Diese Stellung wurde vom Ordonnanz-Offizier Peter Mautes
gehalten.
Oberst Haas hatte die Einbruchsstelle nach Osten abgeriegelt und über den
linken Nachbarn Verstärkung angefordert.
Nach kurzer Einweisung feuerte das Sturmgeschütz und unterstützte einen
Gegenangriff der Reserve-Kompanie. Die Einbruchsstelle konnte abgeriegelt
werden und die Kampfstände wurden wieder hergerichtet. Es traf Munition und
Nachschub ein und die Verwundeten wurden versorgt.
Oberst Haas richtete seinen Gefechtsstand in einem betonierten Kampfstand im
Bahnhofsgelände ein. Bei ihm meldete sich gegen Mittag ein Oberleutnant der
Heeres-Artillerie mit einem Funktrupp, sein schwerer Mörser stand an der
Strasse südlich Spassbalasdyn in Stellung und verfügte über 120 Schuss. Man
wies den Artilleristen in die Lage ein und nahm erste Bereitstellungen des
Gegners unter Feuer. Durch diesen überaus erfolgreichen Feuerschlag schuf man
sich bis ca. 17.30 Uhr Ruhe. Bis der Gegner erneut mit Granatwerferfeuer
unterstützt angriff. Der Angriff wurde ohne eigene Verluste abgeschlagen.
Am 10.10. konnte der Oberst der Division die Durchführung des Auftrages melden,
löste die Kampfgruppe auf und kehrte zu seinem Regiment in die neue HKL
zurück.
EHRE
SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
Buchhinweise:
|