Karl Adolf Hollidt wurde am
25. April 1891 in Speyer geborgen. Bereits am 19. Juli 1909 trat er ins Heer
in das IR 117 ein und wurde dort am 25. November 1909 zum
Fahnenjunker-Unteroffizier, am 22. März 1910 zum Fähnrich und am 16. November
190 zum Leutnant befördert.
Am 4. August 1914 wechselte
er als Adjutant des II. Bataillons zum IR 118, wo er bis zum 12. Januar 1915
verblieb, da er mit diesem Tage schwere erkrankte und zum Ersatzbataillon des
Regiments wechselte. Das EK II 1914 erhielt er am 9. September 1914. Vom 1.
Februar bis 4. März 1915 war er Führer einer Ergänzungseinheit des Regiments
und wechselte dann als Lehroffizier zur Infanterieschule Döberitz, wo er am
22. März zum Oberleutnant ernannt wurde. Vom 25. August bis 20. Oktober des
Jahres war er Führer der 6. Kompanie des IR 117 und in der Folgezeit bis 17.
Mai 1916 Adjutant des I. Bataillons, welches er auch vertretungsweise vom 26.
Februar bis 7. März 1916 führte.
Im Anschluss war er
Kompanieführer in einer Feldergänzungseinheit des XVII. AK und ab dem 5. Juli
1916 Kompanieführer bei einer Offiziersausbildungseinheit der 25. ID. Am 23.
August wurde er Adjutant des IR 370. Diese Dienststellung behielt er bis zum
12. Februar 1918 inne und war im Januar 1917 auch einige Zeit Führer des II.
Bataillons und erhielt am 18. Oktober 1916 das EK I von 1914. Als Adjutant der
5. Reserve-Infanterie-Brigade wurde er am 22. März 1918 zum Hauptmann
befördert und wechselt am 2. November 1918 als Kommandeur des I. Bataillons
zum GR 2. Ebenfalls wurden ihm das Verwundetenabzeichen in Schwarz sowie die
Großherzoglich Hessische Tapferkeitsmedaille im 1. WK verliehen.
Vom 19. Dezember 1918 bis 1.
Februar 1919 war er Führer der 10. Kompanie des IR 117 und anschließend bis
Mitte April Kompanieführer im Hessischen Freikorps. Bis Oktober 1922 war er
nacheinander Regimentsadjutant der Reichswehr-Infanterie-Regimenter 36 und 22
und das IR 15 in Gießen. Nach diversen weiteren Dienststellungen, u.a. beim
Infanterie-Führer III in Potsdam wurde er am 1. Februar 1930 zum Major
befördert. Nach der Absolvierung der „Reinhardt-Kurse“ an der damals noch
geheimen Kriegsakademie erfolgte die Ernennung zum Oberstleutnant am 1.
Februar 1932.
Nachdem er Kommandeur der I.
Bataillone der IR 12 und Halberstadt war, wurde bei letzterem am 1. Januar
1935 zum Oberst befördert und am 15. März 1935 für sechs Monate als Chef des
Stabes zum WK I. Anschließend war er bis 10. November 1938 Chef des Stabes des
I. AK. Hier wurde er am 1. April 1938 zum Generalmajor befördert und ab dem
10. November 1938 als Infanterie-Kommandeur 9 in Siegen eingesetzt.
Am 26. August 1939 übernahm
er die durch ihn in Siegen aufgestellte 52. ID, gab sie jadoch am 7. September
schon wieder ab, um bis zum 13. Oktober als Chef des Stabes der 5. Armee bei
der Heeresgruppe C eingesetzt zu werden. Am 15. Mai 1940 wurde er, bereits am
1. april zum Generalleutnant befördert, Chef des Stabes der 9. Armee, welche
bei den Heeresgruppen A und B am Frankreichfeldzug teilnahm. Hier erhielt er
am 30. Mai 1940 die Spange zum EK II von 1914 und am 7. Juni die Spange zum EK
I 1914.
Am 25. Oktober 1940 übernahm
er die 50. ID, die sich nach der erfolgreichen Teilnahme am Frankreichfeldzug
gerade in der Ausbildung befand. Er kommandierte die Division in Griechenland
und im Russlandfeldzug bis zum 23. Januar 1942. Am 8. September 1941 erhielt
er als Kommandeur und dritter Angehöriger der 50. ID das Ritterkreuz zum
Eisernen Kreuz und am 19. September die III. Klasse des rumänischen Ordens
„Michael der Tapfere“.
Vom 23. Januar bis 2. April
1942 war er Kommandierender General des XVII. AK bei der 6. Armee und wurde
hier am 1. Februar zum General der Infanterie ernannt. Nach zweimonatigem
bewilligtem Urlaub übernahm er am 12. Juni 1942 wieder die Führung des XVII.
AK und wurde am 23. November 1942 Kommandeur der Armeeabteilung/Armeegruppe
Hollidt. Mit dem 6. März 1943 übernahm er die Führung der neu aufgestellten 6.
Armee und erhielt am 17. Mai 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes, am gleichen Tag wie der Angehörige seiner geliebten 50. ID
Erich Bärenfänger.
Von November 1943 bis April
1944 war er schwer erkrankt ohne Verwendung und kam dann am 20. April 1944 zur
Führerreserve des OKH. Ab dem 20. Februar 1945 nahm er wieder repräsentative
Aufgaben war ohne jedoch ein neues Kommando zu erhalten. Am 17. April geriet
er im Ruhrkessel in alliierte Kriegsgefangenschaft aus der er am 27. Oktober
1948 entlassen wurde. In den Nürnberger Prozessen wurde er dann wegen
vermeintlicher Kriegsverbrechen zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt, von denen
er aber nur einen Teil vom 27. Oktober 1948 bis zum 22. Dezember 1949
absolvierte. Ihm wurde vorgeworfen als Oberbefehlshaber der neuaufgestellten
6. Armee im Jahre 1944 russische Kriegsgefangenen und Zivilisten zum Bau von
rückwärtigen, deutschen Stellungen herangezogen zu haben.
Karl Hollidt verstarb am 22.
Mai 1985 in Siegen und fand seine letzte Ruhe in Speyer, seiner Geburtsstadt.