Der spätere Eichenlaubträger wurde am
23.November 1914 in Köln geboren, mitten im gerade begonnenen 1. Weltkrieg.
Seinen Vater kannte er nicht, da dieser zu diesem Zeitpunkt bereits an der
Westfront fiel. 1933 legte er sein Abitur in der Stadt am Rhein ab. Es folgte
bis Ende Juni 1933 der freiwillige Arbeitsdienst in Koblenz.
Im Juli 1933 tritt Bruno Kahl als Fahnenjunker in die Kraftfahr-Abteilung 6,
genauer gesagt in die dortige Kradschützenkompanie in Münster/Westfalen. Am
20.04.1935 wird er zum Leutnant befördert und Truppenoffizier in der
Panzer-Abwehr-Abteilung der Kraftfahr-Abteilung 6 in Hannover. 1936 übernimmt
er den Posten des Nachrichtenoffiziers der Panzer-Jäger-Abteilung 9 in Giessen
und kurz danach auch den Posten des Adjutanten in Gelnhausen. Am 01.06.1938
wird Kahl zum Oberleutnant befördert und bereits im Herbst 1938 Chef der
2./Gebirgs-Panzerjäger-Abteilung 48 in Graz, die der
3. Gebirgsdivision unterstellt
war. In dieser Position nahm er am Einmarsch in das Sudetenland teil. Mit
dieser Einheit kämpfte er auch in Polen und um Narvik (1939 und 1940).
Im Herbst 1940 meldete er sich freiwillig zur Panzerwaffe im
III./Panzer-Regiment 21, welches der 20. Panzerdivision unterstellt war. Am 01.
Januar 1941 wird Kahl zum Hauptmann befördert und nimmt am Russlandfeldzug im
Rahmen Panzergruppe Hoth im Mittelabschnitt teil. Seine Beförderung zum Major
und Abteilungskommandeur wird am 01.01.1943 vollzogen. Nur einen Monat später
erhält Major Bruno Kahl das Ritterkreuz ((8. Februar 1943).
Im Sommer 1943 wird er Kommandeur der III./(schweres)
Heeres-Panzer-Jäger-Regiment 656 der Sturm-Panzer-Abteilung 216. In dieser
Funktion erhält er am 08. August 1943 das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Im Winter
1943/44 wurde er zur Ausbildung der bulgarischen Armee versetzt und übernahm
danach den Kommandeursposten der Panzerschule Erlangen. Ab dem Herbst 1944
übernahm er die Führung des berühmten Panzerregiments "Großdeutschland" und
wurde im Januar 1945 zum Oberstleutnant befördert.
Die Kapitulation erlebte Oberstleutnant Bruno Kahl in Österreich im
Dachstein-Gebiet.
Die schwere Zeit nach dem Krieg überbrückte er mit selbstständigen Arbeiten
(Reisebüro u.a.). Im November 1950 wird er Mitarbeiter im Farbenverkauf der
Bayer AG. In nur kurzer Zeit stieg Kahl innerhalb der Firma zu immer höheren
Posten auf, so wird er bald Verkaufsleiter, kurz danach Prokurist und später
Ressortleiter. Am 01.01.1970 wird er gar Direktor der Bayer AG bis er Ende
1979 in die wohlverdiente Pension geht.
Ein
Presse-Reporter fragte ihn mal: "Sind sie stolz auf ihr RK mit Eichenlaub?",
Bruno Kahl antwortete: "Ich trage Ritterkreuz und Eichenlaub nicht aus
Stolz, sondern zu Ehren meiner so zahlreich im Kampfe gefallenen Kameraden!"
Im Alter von 84 Jahren stirbt dieser freundliche und
edle Mensch am 27.Februar 1999.
Ein großer
Kameradenkreis nahm an seiner Trauerfeier teil und begleitete ihn mit dem
Trommelschlag und Trompetengruß auf seinem letzten Weg zur großen Armee.
Vielen Menschen wird er immer in positiver Erinnerung erhalten bleiben.

Es handelt sich hierbei um Originaldokumente, darum ist auch das HK nicht
geschwärzt