Wilhelm Keitel wurde am 22.09.1882 auf Gut Helmscherode bei
Gandersheim im Harz geboren. Sein Vater war Gutsbesitzer und in seinem
Stammbaum war schon lange Zeit keiner mehr Soldat gewesen.
Obwohl sich Keitel eher der Agrarwirtschaft zugehörig fühlte, trat er nach dem
Abitur 1901 als Fahnenjunker in das niedersächsische Feldartillerieregiment
Nr. 6 in Wolfenbüttel ein. Hier wurde er, mit Wirkung vom 19.08.1901, am
18.08.1902 zum Leutnant befördert. Seine Kommandierung zum Militärreitinstitut
in Hannover folgte. 1908 wurde Keitel Regimentsadjutant und 1910 zum
Oberleutnant befördert.
Zu Beginn des 1.Weltkrieges rückte er mit seinem Regiment ins Feld und kämpfte
bei Namur und an der Marne. Am 14.09.1914 verwundet, erhielt er im Oktober
1914 als erster Regimentsoffizier das Eiserne Kreuz I. Klasse. Am 01.10.1914
zum Hauptmann befördert, wurde er im Frühjahr 1915 in den Stab des
Oberkommandos der X. Armee (bei Armeen wurden im 1.Weltkrieg römische Ziffern
für die Bezeichnung verwendet, X. Armee = 10.Armee) versetzt. Die Zeit bis
Kriegsende verbrachte er ausschließlich im Generalstabsdienst. In dieser Zeit
wurde er auch noch mit dem Hohenzollerschen Hausorden ausgezeichnet.
Nach Kriegsende in die Reichswehr übernommen, war er 1920 Taktiklehrer an der
Kavallerieschule Hannover und übernahm 1922 die 7.Batterie des
Artillerieregiments 6 in Wolfenbüttel.
Am 01.04.1923 erfolgten die Beförderung zum Major, sowie eine Versetzung ins
Truppenamt im Reichswehrministerium. 1927 übernahm er die II. Abteilung des
Artillerieregiments 6 in Minden und erhielt hier am 01.02.1929 die Beförderung
zum Oberstleutnant.
Danach kehrte er ins Reichswehrministerium zurück und wurde Abteilungsleiter
der Heeres-Organisationsabteilung. Nun erfolgten die Beförderungen Schlag auf
Schlag. Am 01.10.1931 Oberst, sowie am 01.04.1934 zum Generalmajor befördert,
wurde er Infanterieführer VI in Bremen und stellte die 22.Division neu auf. Am
01.10.1935 wurde er Chef des Wehrmachtsamtes im Reichskriegsministerium.
Während dieser Zeit wurde er am 01.01.1936 Generalleutnant und am 01.08.1937
General der Artillerie befördert. 1938 erreichte er nunmehr die höchste
Dienststellung seiner Laufbahn und wurde von Hitler zum Chef des Oberkommandos
der Wehrmacht (OKW) ernannt. Während seiner Dienstzeit als Chef des OKW zeigte
er sich als zu Hitler treuer und unterwürfiger Befehlsempfänger, der stets
gehorsam Hitlers Weisungen in routinierter Generalstabsarbeit umsetzte. Da er
auch immer darauf bedacht alles von Hitler fernzuhalten, was dessen Unwillen
erregen könnte, hatte er in Offizierskreisen schnell einen Spitznamen, nämlich
„LaKeitel“, in Anspielung auf sein lakaienhaftes Wirken an Hitlers
Seite.
Der Dank Hitlers waren die Beförderungen zum Generaloberst am 01.11.1938 und
zum Generalfeldmarschall, nach der französischen Kapitulation, wo er die
Verhandlungen führte, am 19.07.1940.
Bereits am 30.09.1939 wurde ihm für seine gute Stabsarbeit beim Polenfeldzug
das Ritterkreuz verliehen.
Bis Kriegsende verlor Keitel immer mehr an Bedeutung für Hitler und die
Wehrmacht, sodass er nur noch einmal ins Rampenlicht der Geschichte rückte. Am
09.05.1945 unterzeichnete er in Berlin die bedingungslose Kapitulation der
deutschen Wehrmacht.
Nach Kriegsende wurde er als Kriegsverbrecher angeklagt und es wurde ihm in
Nürnberg der Prozess gemacht. Keitel glaubte bis zuletzt nicht daran etwas
Unrechtes getan zu haben. Das Nürnberger Tribunal verurteilte ihn u.a. wegen
des sog. „Kommissarbefehl“, in dem er den Befehl gab grundsätzlich alle
politischen Kommissare der Roten Armee sofort zu erschießen und damit gegen
das Völkerrecht verstieß, zum Tod.
Am 16.10.1946 wurde Wilhelm Keitel gehängt.