Werner Kempf wurde am 09.03.1886 in
Königsberg/Ostpreußen geboren und trat am 14. März 1905 als Fähnrich in das
Schneidemühler Infanterie-Regiment Nr. 149 ein.
Nach Adjutantentätigkeit und Generalstabsausbildung wurde Kempf
Infanterie-Ausbilder beim II. Seebataillon und begleitete seine Kadetten im Jahr
1913/14 auf einer 204-tägigen Seereise.
Mit Beginn des 1. Weltkriegs wurde Kempf Adjutant im 2.
Marine-Infanterieregiment an der Westfront und dort 1916 Hauptmann im
Generalkommando des Marine-Korps und schließlich Generalstabsoffizier der 2.
Marine-Division.
Nach dem Ende des Krieges kämpfte er gegen die Räte-Aufstände in Wilhelmshaven
und München, sowie gegen den 1920 stattfindenden Kapp-Putsch in Berlin.
In die Reichswehr übernommen begann er sich für die Beweglichkeit und Panzerung
von Heeresverbänden zu interessieren und wurde 1928 Ia in der Inspektion
Heeresmotorisierung und 1934 Chef des Stabes der Inspektion der Panzertruppe.
Seinen ersten Großverband übernahm er 1937 mit der Panzerbrigade 4 in Stuttgart.
Im 2. Weltkrieg führte er die sogenannte "Division Kempf" ein gemischter
Verband aus Verbänden des Heeres und er Waffen-SS. Aus diesem Verband entstand
die 6. Panzerdivision mit der er er auch in Frankreich kämpfte und wofür er am
03.06.1940 das Ritterkreuz erhielt.
Als Kommandierender General des XXXXVIII. Armeekorps (mot.), später Panzerkorps,
zog er in den Ostfeldzug. Er erlebte die Schlachten von Brjansk und Wjasma,
Kiev, den Übergang über den Dnjepr, Kursk, Woronesh und den Stoss innerhalb der
Panzergruppe Hoth bis nach Stalingrad. Für diese Abfolge von erfolgreich
geschlagenen Schlachten erhielt Kempf am 10. August 1942 das Eichenlaub zum
Ritterkreuz verliehen.
Danach wurde er in die Führerreserve versetzt und mit der Leitung eines
Divisionsführer-Lehrgang betraut.
Am 20. Februar 1943 erfolgte seine Ernennung zum Oberbefehlshaber der
Armeegruppe Kempf, mit der er an der Schlacht um Charkow und Kursk teilnahm. Das
Scheitern der Offensive bei Kursk hatte für Kempf entscheidende Folgen, so
erhielt er nie wieder ein Frontkommando, sondern wurde nur noch im rückwärtigen
bereich eingesetzt, so als Wehrmachtsbefehlshaber Ostland und ab Herbst 1944 im
Westen.
Ein beginnendes Herzleiden schränkte jedoch die weitere Verwendung des Generals
ein, der nach dem krieg im Harz lebte und am 06.01.1964 in Bad Harzburg starb.