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Ritterkreuzträger Werner Kienitz
General der Infanterie

        
     
Werner Kienitz wurde am 03.06.1885 in Kallies in Pommern
geboren und trat am 11.03.1904 der Armee bei. Dort versah er seinen Dienst
zunächst beim 8. Brandenburgischen Infanterie-Regiment Nr. 64, wo er nach
Ausbruch des 1. Weltkriegs am 01.10.1914 zum Adjutanten des Regiments ernannt
wurde.
Ab dem 24.12.1914 dann Chef einer Kompanie, wechselt Kienitz am 01.12.1915 in
den Generalstab des Armeeoberkommandos 9, bzw. am 27.01.1917 der 21.
Reserve-Division.
Mit Kriegsende vom 22.04. bis zum 01.10.1919 Wehrkreiskommissar, übernimmt er am
01.10.1919 eine Kompanie beim Reichswehr-Bataillon "Berlin" und ist vom
01.12.1919 bis zum 01.05.1920 Chef einer Kompanie beim 3.
Reichswehr-Jäger-Bataillon. Danach Chef einer Kompanie im Infanterie-Regiment 5,
kommt Kienitz am 01.01.1921 als Chef einer Kompanie zum Infanterie-Regiment 9,
bzw. am 01.05.1922 in den Stab des Artillerieführers III. Von dort erfolgte am
01.02.1924 die Versetzung in den Stab des Infanterieführers VI, bzw. ab dem
01.10.1926 im Stab der 4. Division.
Ab dem 01.07.1929 Kommandeur des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 18,
wird er am 01.04.1932 mit dem Kommando über das Infanterie-Regiment 15 betraut.
In der Folge vom 01.10.1934 bis zum 15.10.1935 Kommandeur des
Grenzschutz-Abschnittes in Stuttgart, übernimmt er am 15.10.1935 das Kommando
über die 24. Infanterie-Division in Chemnitz.
Ab dem 01.04.1938 ist er Kommandierender General des, im Zuge des Anschlusses
Österreichs, neu aufgestellten XVII. Armee-Korps, sowie vom 01.04.1938 bis zum
26.08.1939 zugleich Kommandeur im Wehrkreis XVII in Wien, und nimmt mit diesem
am Vormarsch auf Lemberg teil, kämpft im Rahmen der Heeresgruppe A an der Aisne
und stößt ab Sommer 1941 über Kowel und Kiew auf Belgorod vor. Dort wird er am
23.01.1942 in die Führer-Reserve versetzt und ab dem 01.05.1942 bis zum
01.02.1945 zum Kommandierenden General des Stellvertretenden Generalskommandos
II und Befehlshabers im Wehrkreis II - Stettin - ernannt. Zuvor hatte er als
Kommandierender General des XVII. Armee-Korps am 31.08.1941 das Ritterkreuz
erhalten.
Damit ist er eine wichtige
Person im Zuge des 20. Juli 1944. Zum Zeitpunkt des Attentats versammelte sich
die Militär- und Politprominenz des Gaues Pommern im Landeshaus an der
Kaiser-Wilhelm-Straße in Stettin, um das zehnjährige Dienstjubiläum des
Gauleiters Franz Schwede-Coburg zu feiern. Nachdem die Information über das
Attentat eintraf und gegen Abend Kienitz nach Hause ging, erhielt er mglw. einen
Anruf von Keitel aus der Wolfsschanze, der ihn darüber informierte, daß der "Führer"
lebte. Kienitz eilte dann zu einer Offiziersbesprechung des Generalkommandos in
der Quistorp-Aue, wo er gegen 20.15 Uhr einen Anruf von Generaloberst Hoepner
aus Berlin erhielt. Kienitz sah jedoch einen Staatsstreich nicht als sinnvoll an
und leitete so den für die Verschwörer wichtigen "Walküre"-Befehl nicht
weiter. Damit kam es nicht zur Besetzung der führenden Partei- und
SS-Dienststellen in Pommern.
Als führender Militär im Wehrkreis II war er ebenfalls mitverantwortlich für den
Ausbau der Pommernstellung. Zwar stand er nach dem missglücktem Attentat auf
Hitler und einem Gewissenskonflikt. Weder hatte er den Staatsstreich gebilligt,
noch wollte er bei den herannahenden Gegnern an eine Kapitulation denken. Mit
dem Untergang der 6. Armee in Stalingrad, im Winter 1943, war es auch Kienitz
klar geworden, daß der Krieg noch lange dauern könne. Seitdem ging es Kienitz
vielmehr darum, bei allen militärischen Entscheidungen, Zeit für diplomatische
Verhandlungen zu gewinnen. Die Allein vermochten den Krieg zu annehmbaren
Bedingungen beenden zu können. Bis dahin musste man entschlossen Widerstand
leisten und nun auch seine Heimat Pommern verteidigen.
In enger Zusammenarbeit mit seinem Chef des Stabes, Oberst i.G. Staudinger,
hatte Kienitz Ende Juli 1944 den Ausbau der Pommernstellung und alle anderen
Planungen für die Verteidigung Pommerns, eingeleitet. Diese Planungen liefen im
Rahmen des im Heimatkriegsgebietes nach wie vor bestehenden Alarmplanes "Walküre"
und liefen im Wehrkreis II unter dem Stichwort "Gneisenau". Diese
Planungen ließen jedoch bald erkennen, daß es Pommern und Ostbrandenburg zu
wenige Ausbildungs- und Ersatz-Einheiten für die Besetzung der 250 Kilometer
langen Pommernstellung gab. Um seine Heimat zu verteidigen verstieß er gegen
höhere Weisungen ja sogar gegen den Führerbefehl, als er den Einsatz von
Lehrtruppen, Waffenschulen und Fachlehrgängen vorsah. Aufgrund von schweren
Auseinandersetzungen mit Luftwaffe, Kriegsmarine, SS und Partei, beschränkten
sich seine Maßnahmen jedoch nur auf den Rahmen des Heeres.
Auch im Bezug auf die Stadt Schneidemühl war Kienitz am Ausbau der Stellungen
beteiligt. Den strategischen Wert der Stadt sehend, entschloss er sich zum
Ausbau eines Stadtverteidigungsringes und beauftragte Oberst Graf Bernstorff mit
den erforderlichen Maßnahmen.
Durch die Organisation des Volkssturmes meldete Schwede-Coburg an Kienitz im
November 1944, es stünden 90 Volkssturm-Bataillone zur Verteidigung Pommerns
bereit. In Wirklichkeit jedoch kein einziges.
Nachdem der Gegner die Bahnlinie Thorn-Posen zwischen Hohensalza und Gnesen
überschritten und sich der Hauptstoß eher auf Richtung Posen richtete, sah
Kienitz nun auch für Pommern die größte Bedrohung heraufziehen. Damit war es nun
höchste zeit die Alarmeinheiten in Stellung zu bringen, wobei ihm unverständlich
war, warum dies durch Einsatzbefehle aus Berlin nicht schon längst geschehen
war. Kienitz war sich jedoch sicher, daß die Alarmierung durch
Fernmeldeverbindungen, wie aufgrund einer Probe am 14.01.1945, reibungslos
klappen würde. Kienitz erhielt die Meldungen von der Front jedoch kaum von
vorgesetzten Dienststellen, sondern eher durch Querverbindungen aus Posen und
Bromberg, bzw. aus dem Radio. Daraufhin wurde er beim Oberkommando des
Ersatzheeres vorstellig und mahnte den befehl "Gneisenau" an, der nun
innerhalb von einer halben Stunde gegeben wurde.
Am 22.01.1945 traf Kienitz im Sonderzug Himmlers bei Deutsch Krone zu einer
Besprechung mit eben diesem ein. Während eines der Gesamtlage unangemessen
langen Essens, in dem Himmler im Monolog die Darstellung seiner Gedanken
unterbreitete, erhielt Kienitz den Eindruck, daß Himmler voller
Selbstbewusstsein und einer unerschütterlichen Erfolgsgewissheit war. Himmler
trotze Kienitz den Teil-Einsatz seiner eh schon wenigen Kräfte im bedrohten
Netze-Abschnitt ab, woraufhin am 23.01.1945 Himmler diesen Abschnitt übernahm
und Kienitz befahl schnelle greifbare Reserven heranzuführen. Am 24.01.1945
befahl Himmler einen weit ausholenden Aufklärungsvorstoß von Filehne nach Süden,
den Kienitz jedoch nicht ausführte. Himmler erneuerte seinen befehl, diesmal mit
Nachdruck. Kienitz befahl dem Bataillon jedoch nur am Südufer der Netze nach
Czarnikau zu marschieren, behielt damit die Verbindung zum I. Bataillon des
Wehrkreis-Unterführer-Lehrgangs und konnte bei Feinddruck jederzeit über die
Netze ausweichen. Dies zeigt das Verhältnis Himmler-Kienitz auf. Himmler quasi
ungedient und neidisch auf die militärischen Qualifikationen der hohen Militärs,
wollte seinen Erfolgen in der NS-Hierarchie unbedingt die Eigenschaften eines
glanzvollen Heerführers hinzufügen. Kienitz, selbst fachkundiger Truppenführer
mit langer Berufserfahrung und pedantisch gebunden an schulmässige
Führungsgrundsätze, kam damit stark in schwere Auseinandersetzungen mit Himmler.
Am 27.01.1945, nach Aufbrechen der Netze-Linie durch die Rote Armee am
26.01.1945, wird Kienitz erneut in die Reserve versetzt, was sich nur mit den
Auseinandersetzungen Himmler-Kienitz erklären lässt. Himmler brauchte
einen Sündenbock für zuvor erlittene Rückschläge bei Scharnikau. Die Nachfolge
trat der SS-Obergruppenführer
von dem Bach an, wobei das Korps nun selbst in das X. SS-Korps umbenannt
wurde. Da sich aber die Heeresgruppe zu diesem Zeitpunkt jedoch gerade im Umzug
nach Crössinsee/Falkenburg befand und die Division "Woldenburg" nicht
auffindbar war, erkannte von dem Bach erst langsam und damit zu spät die
Gefahren des gegnerischen Durchbruches. Die Nachfolge Kienitz als Befehlshaber
im Wehrkreis II, übernahm General der Infanterie Hoernlein.
Kienitz gerät am 08.05.1945 in
Gefangenschaft, aus der er im Mai 1948 entlassen wird.
Werner Kienitz verstarb am 31.12.1958 in Hamburg.
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Beförderungen |
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Auszeichnungen |
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Fahnenjunker |
11.03.1904 |
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Eisernes Kreuz II. Klasse - 1. WK |
??? |
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Fähnrich |
18.10.1904 |
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Eisernes Kreuz I. Klasse - 1. WK |
??? |
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Leutnant |
18.08.1905 |
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Ritterkreuz von Hohenzollern mit Schwertern |
??? |
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Oberleutnant |
18.02.1913 |
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Preußischer Kronenorden 4. Klasse |
??? |
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Hauptmann |
24.12.1914 |
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Hohenzollern Hausorden, Ehrenkreuz 3. Klasse mit Schwertern |
??? |
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Major |
01.02.1925 |
|
Hohenzollern Hausorden, 3. Klasse mit Schwertern |
??? |
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Oberstleutnant |
01.10.1929 |
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Bayr. Militär-Verdienstkreuz 4. Klasse mit Schwertern |
??? |
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Oberst |
01.04.1932 |
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Hessische Ehren-Dekoration "Für Tapferkeit" |
??? |
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Generalmajor |
01.03.1935 |
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Österr. Militär-Verdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration |
??? |
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Generalleutnant |
01.04.1937 |
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Ehrenkreuz für Frontkämpfer |
??? |
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General der Infanterie |
01.04.1938 (1) |
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Dienstauszeichnung 3. Klasse |
??? |
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Dienstauszeichnung 1. Klasse |
??? |
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Medaille zur Erinnerung an den 13.03.1938 |
??? |
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Medaille zur Erinnerung an den 01.10.1938 mit Spange Prager Burg |
??? |
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Eisernes Kreuz II. Klasse |
??? |
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Eisernes Kreuz I. Klasse |
??? |
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Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes |
31.08.1941 |
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Deutsches Kreuz in Silber |
22.04.1945 |
EHRE SEINEM
ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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