Eberhard Kinzel wurde am 18.10.1897 in
Berlin, als Sohn des Professors Karl Kinzel und seiner Frau Marie, ehemalig
Seiler, geboren.
Nach seiner schulischen Ausbildung trat er am 16.10.1914 als Fahnenjunker in
das Infanterie-Regiment 20 der Kaiserlichen Armee ein und nimmt somit am 1. Weltkrieg teil. Am 30.07.1915
wird er zum Leutnant im Infanterieregiment 20 befördert.
Als Soldat der neuen Wehrmacht wird er am 01.01.1936 als Major im Generalstab
der 19. Division Abteilungschef (mit der Wahrung der Geschäfte beauftragt) der
12. Abteilung des Oberquartiermeisters IV - Generalmajor von Tippelskirch - im
Oberkommando des Heeres. In dieser Stellung wird er am 01.02.1939 zum
Oberstleutnant befördert und am 01.02.1941 zum Oberst.
Im März 1941 besucht Major Kinzel Budapest um dort Absprachen mit der
ungarischen Regierung betreffend eines Angriffs auf Jugoslawien und Russland
zu treffen. Er überreichte einen Brief Halders an General Werth. Der Brief
kündigte weiterhin die Ankunft einer Delegation unter Generalleutnant Paulus
an, dieser wurde nach Kinzels Rückkehr persönlich vom Verlauf der Gespräche
Kinzels informiert.
Weiterhin spielte Kinzel auch eine Rolle bei den Betrachtungen der Abteilung "Fremde
Heere Ost". Während des Luftkrieges gegen England lagen kaum verwertbare
Informationen über die russische Militärmacht vor, außer der Sowjetfilm "Der
Durchbruch durch die Mannerheimlinie", der von Kinzel zusammengefasst
wurde.
Am 02.06.1942 wird er Chef des Generalstabs des XXIX. Armeekorps und seit dem
01.01.1943 Generalmajor, vom 22.01.1943 bis zum 18.07.1944 Chef des
Generalstabes der Heeresgruppe Nord. Zwischenzeitlich erhält er am 01.09.1943
die Beförderung zum Generalleutnant. Zwischenzeitlich erhielt er als Oberst im
Generalstab am 23.12.1942 das Ritterkreuz.
Im Oktober 1944 übernimmt er das Kommando über die
337. Volks-Grenadierdivision die im Raum Polen und Ostpreussen kämpfte und
dort im Januar 1945 unterging. Der Divisionsstab (Gruppe Kinzel) verweilte
danach bei der 35. Infanteriedivision.
Am 28.03.1945 wird er Chef des Generalstabes der Heeresgruppe Weichsel und am
22.04.1945 Chef des Generalstabs des Führungsstabes Nord. Unmittelbar vor
Übernahme dieses Posten wird er am 20.04.1945 zum General der Infanterie
befördert.
In dieser Position wählt er am 11.05.1945 als General der Infanterie den
Freitod in Idstedt bei Flensburg.