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Ritterkreuzträger Friedrich-Karl Krützmann
Oberstleutnant, Panzergrenadiere

Friedrich-Karl Krützmann wurde am 19.05.1917 in Greifenberg/Pommern geboren.
Nach Besuch und Abschluss des Realgymnasiums ging Karl-Friedrich Krützmann zum Reichsarbeitsdienst und trat am 01.10.1936 in das Infanterie-Regiment 5 in Stettin ein Die Beförderung zum Leutnant erfolgte am 01.04.1939.
Eingesetzt als Zugführer, Adjutant, Kompaniechef, Bataillonskommandeur und Regimentsführer nahm er nacheinander am Polen-, Frankreich- und Russlandfeldzug teil.
In Russland erhielt er als Hauptmann und Kommandeur des I. Btl./ PzGrenReg 5 am 03.03.1944 das Ritterkreuz, wie es dazu kam schildert ein kurzer Ausschnitt aus der Regimentsgeschichte:

10. November

"Als morgens um 8.15 Uhr aus Hunderten von Geschützrohren ein Trommelfeuer losbricht, wie es alte Soldaten seit langem nicht mehr und junge Soldaten überhaupt noch nie erlebt haben, ist dies der Auftakt für den plan­mäßig vorbereiteten Großangriff der 1. Weißrussischen Front gegen die Stellungen der deutschen 2. Armee im Raum südostwärts Gomel und Retshiza. Die Sowjets sind entschlossen, wie vor einer Woche im Raum beiderseits Kiew nun auch hier die Dnjeprlinie zu Fall zu bringen. Über dem HKL-Abschnitt des Kampfbataillons liegt bereits nach wenigen Minuten ein Vorhang von Qualm und Staub. In kurzer Zeit sind alle Nachrichtenverbindungen unterbrochen. Nur eine B.-Stelle der Inf-Geschütze meldet sich hin und wieder per Funk und gibt gegen 9 Uhr durch, dass die Front noch hält. Dann schweigt auch sie. Eine Viertelstunde später läßt das Trommelfeuer etwas nach, wird vorverlegt und setzt dann wiederum mit voller Wucht auf den Bereich der 2. Linie ein, wo sich auch unser Bataillons Gefechtsstand befindet. Hier weiß man nun zumindest, daß vorne der feindliche Großangriff begonnen haben muß. Die vorderen Linien werden fast überall von russischen Panzern des Typ´s T 34 und nachfolgender Infanterie durchbrochen. Nur Lt. Eichler mit seinen drei 8,8 und 4 Panzern kann etwas Luft schaffen, aber auch er muss angesichts Munitionsmangels beim Angriff der 3. Welle seine Stellung aufgeben und die Geschütze sprengen.

Das Kampfgeschehen hat nunmehr die Höhe des Bataillonsgefechtsstand erreicht. Für Hauptmann Krützmann ergibt sich folgende Überlegung: Feindpanzer beiderseits vorbei, Feindinfanterie noch etwa 200 m entfernt. Eigene Grenadiere gehen überall in kleinen Trupps weiter zurück. Alle Offiziere des Stabes und die Führer der 4. und 9. Kp. sind unterwegs, um einen Überblick über die Lage zu gewinnen bzw. Versprengte aufzufangen. Von den Nachbarn ist nichts zu erfahren, Verbindung zum Rgt.Stab besteht ebenfalls nicht mehr. Inmitten dieses Durcheinanders, in dem nichts mehr mit militärischer Exaktheit zu berechnen oder zu planen ist, ist nur noch eines von Wichtigkeit: Der Feind darf nicht eher in der Bärenstellung sein als die eigene und dann wieder abwehrbereite Truppe!

Zurück in die »Bärenstellung« — in diesem Sinne erteilt Hptm. Krützmann ruhig und unmissverständlich seine Befehle. Er sorgt dafür, dass alle Waffen mitgenommen werden, kein intaktes Kfz. stehen bleibt. Und so wie er durch sein persönliches Auftreten Aufregung und Planlosigkeit eindämmt, so sind zur gleichen Zeit von Oberstlt. Kahler bis zum unbekannten Gruppenführer zahlreiche besonnene Männer bemüht, Halt und Ordnung in die Truppe zu bringen. Während die Panzergrenadiere ihre Nasen noch einmal tief in den Dreck stecken müssen, gebieten den feindlichen Panzerspitzen nunmehr die bereitstehenden Panzerjäger SF und die »Wespen«, das sind 10-cm-Feldhaubitzen auf Selbstfahrlafette, ein endgültiges Halt!

Wo man auch hinsieht, überall Detonationen, berstender Stahl, zerbrochene, brennende, bewegungsunfähig stehengebliebene T 34 und K.W.I. Die abendliche Bilanz zählt 185 Panzerabschüsse auf — davon entfallen 54 auf die Pz.Gruppe Eichler, 26 auf die Pz.Gruppe Fehrmann und 14 auf die »Wespen«.

Nun aber heißt es, den Einbruch der feindlichen Infanterie in die »Bärenstellung« zu verhindern. In der rechten Hälfte des Bataillonsabschnittes fasst Olt. Schmidt, in der linken Olt. Moritz alles zusammen, was noch schießen kann. Zu den Resten der eigenen Kompanien kommen Flaksoldaten, 32er-Pioniere und alte, grauhaarige Baupioniere. Die Grabenbesatzung ist mehr als dünn gesät. Nach rechts fehlt sehr bald der Anschluss zur Nachbardivision, nachdem die hier eingewiesene Feldgendarmerieeinheit stillschweigend verschwunden ist. Von hier droht dann auch die nächste Gefahr, denn der Gegner findet diese Lücke in der deutschen Abwehrfront sofort heraus. Hptm. Krützmann stellt den Stoßtrupp persönlich zusammen, der die Lage bereinigen soll, es darf nicht beim Versuch bleiben, es muss um jeden Preis gelingen, die Lücke wieder zu schließen. Es glückt mit Schwung, Schneid und vielen Handgranaten.

Den vorstehend angedeuteten Aufbau der neuen Abwehrlinie haben nicht allzu viele »5er« miterlebt. Zweihunderteinunddreißig Mann — 231 —fehlen bereits durch das Geschehen der letzten zwölf Stunden, tot, vermisst oder verwundet

Auch am folgenden Tag ist Hauptmann Krützmann der Fels in der Brandung. Er führt seine bereits zurückflutenden Grenadiere im Gegenstoß zurück in die eigenen Stellungen und verhindert damit erneut einen russischen Durchbruch. Die PzJäger vernichteten am 11. November erneut 59 Feindpanzer vor den Stellungen des I. Bataillons."

Im Februar 1945 übernahm er als letzter Kommandeur das Panzergrenadier-Regiment „Großdeutschland“ und wurde als Oberstleutnant, bei Kriegsende, aus der Wehrmacht entlassen.
Nach Ausheilung der 5. schweren Verwundung erlernte er das Maurerhandwerk und legte im Jahre 1948 die Gesellenprüfung ab, der sich ein 5-semestriges Studium an der Staatsbauschule in Eckernförde mit Abschluss des Ingenieurexamens (Tiefbau) anschloss. Ab 01.08.1951 in der freien Wirtschaft tätig, war er zuletzt als Ressortleiter im Zentralkontor eines großen Speditionsunternehmens in Hamburg eingesetzt.
Mit seinem Eintritt am 01.07.1958 als Oberstleutnant in die Bundeswehr wurde  Krützmann Gruppenkommandeur der neu aufzustellenden Transportgruppe des LwVersRgt 2 in Diepholz (später LwParkRgt 2).
Es folgten Verwendungen als Lehrgruppenkommandeur Mitte November 1959 bis Anfang Juni 1961 an der Höheren Technischen Schule der Luftwaffe in Neubiberg und vom 05.06.196l bis 29.02.1964.als G 3 (Generalstabs-Offizier für Führung, Organisation und Ausbildung) an der Schule der Bundeswehr für Innere Führung in Koblenz-Pfaffendorf.
Am 02.05.1964 wurde Oberst Krützmann mit der Führung des Vorkommandos der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Gürzenich-Vald bei Düren beauftragt, deren Kommandeur er vom 01.04.1964 bis 31.03.1968 war.
Hier erfolgte am 05.12.1964 seine Ernennung zum Oberst.
Anschließend war er vom 01.04.1968 bis 30.09.1970 als Abteilungsleiter und ständiger Vertreter des Leiters der Stammdienststelle der Luftwaffe in Köln eingesetzt.
In der Zeit vom 01.10.1970 bis 30.09.1972 führte er das Luftwaffenausbildungsregiment 2 und war zugleich Standortältester des Legerplaat Budel/Niederlande.
Am 01.10.1972 übernahm Oberst Krützmann die Leitung der Stammdienst stelle der Luftwaffe, in dessen Eigenschaft trägt er die Verantwortung für die Personalführung und -bearbeitung aller Portepeeunteroffiziere sowie des in der Stammdienststelle der Luftwaffe zentral geführten Spezialpersonals der Luftwaffe.
Sein besonderes Interesse gilt dem Sport, er ist Inhaber des Goldenen Sportabzeichens.
Mit Ablauf des 30. September 1975 erfolgte die Versetzung in den Ruhestand.
Friedrich-Karl Krützmann starb am 16. Mai 2004 – 3 Tage vor seinem 87. Geburtstag in Hamburg.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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