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777. Eichenlaubträger Ernst Kutschkau
Oberfeldwebel der Reserve, Grenadiere

Ernst Kutschkau wurde am 23.11.1910 in Saalfeld im Kreis Mohrungen als eines von zehn Kindern geboren. Mit Ende seiner schulischen Ausbildung wird er Fabrikarbeiter und gehört ab 1934 der Heeresreserve an. Jedoch wird er erst im Herbst 1940 als Gefreiter eingezogen.
Im Rahmen der 21. Infanterie-Division kommt er an der Nordfront im Osten zum Einsatz und erlebte dort die schweren Kämpfe durch das Baltikum, sowie die Schlachten am Wolchow- und Ladoga-See.
Anfang September erhält er das Eiserne Kreuz II. Klasse und übernimmt, zum Unteroffizier befördert, die Führung einer Gruppe der 2. Kompanie des Grenadier-Regiments 3. Obwohl er sich mehrmals bewährte und auch entsprechende Auszeichnungen trug, wird er erst nach der Beförderung zum Oberfeldwebel mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse ausgezeichnet. Kutschkau, Führer eines Zuges, wehrte dabei mehrere Infanterieangriffe im Raum Pleskau ab.
Kurze Zeit später übernimmt er Anfang 1944 die Führung der 6. Kompanie, mit der er die folgenden schweren Rückzugskämpfe aus dem Raum Leningrad antrat.
Im April 1944 gelingt es ihm mit seiner Kompanie die Höhe 35,8 gegen die Angriffe eines gesamten gegnerischen Regiments zu halten. Die Soldaten der Kompanie waren auch durch tagelanges Trommelfeuer und Scharfschützen-Einsätzen nicht kleinzukriegen. Mit nur 47 Grenadieren gelang dies Kutschkau. Kutschkau, in den vergangenen Monaten stets die Seele des Widerstandes, avancierte so innerhalb der Divisionen zu einer geachteten Person, bei der selbst Bataillons- und Regimentskommandeure Ratschläge einholten. Sein Regimentskommandeur Oberstleutnant Hilgendorff, selbst Ritterkreuzträger, hätte Kutschkau liebend gerne zum Offizier befördert, doch eignete sich dieser dazu wohl nicht. Der Kommandeur des II. Bataillons war übrigens Fritz Lemke, der im Sommer 1944 jedoch fiel.
Für seine unermüdlichen erfolgreichen Einsätze erhielt Ernst Kutschkau am 16.04.1944, als Oberfeldwebel und Führer der 6. Kompanie des Grenadier-Regiments 3 das Ritterkreuz.
Als im Sommer 1944 die Front der gesamten Heeresgruppe Nord, durch Angriff mehrerer Stoßarmeen,  ins Wanken geriet, entstand durch einen schnellen Panzervorstoß an die Ostseeküste, der Brückenkopf Kurland, in dem 27 deutsche Divisionen des Heeres, der Waffen-SS und der Luftwaffe monatelang aushielten. Die 21. Infanterie-Division Kutschkaus hatte dabei jedoch das "Glück" südlich dieses Vorstoßes zu stehen und wurde nicht in den Kurland-Brückenkopf hineingezogen.
Im Herbst und Winter 1944 führte er seine 6. Kompanie durch sämtliche Ostpreußenschlachten, hielt bei Goldap und Gumbinnen immer wieder Positionen in aussichtslosen Situationen. Eroberte verloren gegangene Stellungen im Gegenangriff zurück und wurde als Reserve des Regiments zum Rettungsanker. Dafür wird er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet und auf Druck seiner Vorgesetzten am 11.03.1945, als Oberfeldwebel und Führer der 6. Kompanie, mit dem Eichenlaub zum Ritterkreuz ausgezeichnet. Kutschkau war damit einer von nur 28 Unteroffizieren des Heeres deren diese hohe Auszeichnung zuteil wurde. Noch vor der Verleihung des Deutschen Kreuzes in Gold war er für 50 Nahkampftage mit der seltenen Nahkampfspange in Gold ausgezeichnet worden. Kutschkau ist damit einer der höchstausgezeichnetsten Unteroffiziere des deutschen Heeres. Im Zuge der Verleihung der Nahkampfspange in Gold, wird er laut Befehl aus der Front gezogen und als Ausbilder an die Heeres-Unteroffizierschule Hannover versetzt. Dort kam er jedoch nach nur wenigen Wochen erneut zum Kampfeinsatz. Unter Führung des Schulkommandeurs, dem Ritterkreuzträger Oberstleutnant Lier, kam Kutschkau so an der Westfront zum Einsatz und erlebte letzte Defensiverfolge im geschichtsträchtigen Teutoburger Wald, und bei Oldenburg. Lier erhielt dafür noch kurz vor Ende des 2. Weltkrieges das Eichenlaub, wovon er aber nichts mehr erfuhr.
Kutschkau gerät in britische Gefangenschaft, wobei die "Kampfgruppe Lier" aber an Belgien übergeben wird. Dort erliegt Ernst Kutschkau am 04.02.1947 im Lager Chatelinieau in Belgien einem Herzanfall. Entgegen einiger Gerüchte er sei, als hochdekorierter deutscher Soldat, einem Anschlag belgischer Soldaten zum Opfer gefallen, finden sich dafür keinerlei Beweise. Allerdings muss in diesem Zusammenhang gesagt werden, daß gerade in den Lagern in ehemalig deutsch besetzten Ländern, viele Todesfälle bisher ungeklärt sind.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter ??? Eisernes Kreuz II. Klasse ???
Obergefreiter ??? Infanterie-Sturmabzeichen in Silber ???
Unteroffizier ??.??.1942 Nahkampfspange in Bronze 01.08.1943
Feldwebel ??? Verwundetenabzeichen in Schwarz ??.11.1943
Oberfeldwebel ??? Eisernes Kreuz I. Klasse ???
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 16.04.1944
Verwundetenabzeichen in Silber ???
Nahkampfspange in Silber 15.05.1944
Nahkampfspange in Gold 01.02.1945
Deutsches Kreuz in Gold 09.03.1945
777. Eichenlaub zum Ritterkreuz 11.03.1945

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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