Ludwig Kübler wurde im September 1889 in Unterdill/Oberbayern
geboren und stammte aus einer bayrischen Soldatenfamilie. Nach Abschluss der
Schule ist er am 20.07.1908 als Fahnenjunker beim 15.Königlich-Bayerischen
Infanterieregiment "König Friedrich-August von Sachsen" eingetreten.
Garnison war zu dieser Zeit Neuburg an der Donau. Bis 1914 arbeitete sich
Kübler bis zum Oberleutnant und Regimentsadjutant hoch.
Während des Krieges als Führer verschiedener Einheiten eingesetzt, wurde
Kübler mehrfach mit Orden ausgezeichnet, darunter das Verwundetenabzeichen,
Eisernes Kreuz I. und II. Klasse, bayrischer Militär-Verdienstorden 4. Klasse
mit Schwertern, sowie das Ritterkreuz des sächsischen Albrecht-Ordens. Die
Beförderung zum Hauptmann erfolgte am 15.10.1917.
Nach Kriegsende diente er in der Reichswehr im 19. Infanterieregiment. Schon
1921 erfolgte seine Versetzung ins Berliner Reichswehrministerium. Von 1923 -
1925 gehörte er dort der Heeresabteilung (T1) des Truppenamtes an.
1926/1927 war Kübler im Stab des Gruppenkommandos 1 (Berlin) eingesetzt, ehe
er nach seiner Beförderung zum Major am 01.02.1928 in den Stab der 1. Division
nach Königsberg wechselte. Am 01.04.1932 zum Oberstleutnant befördert übernahm
Kübler ein Bataillon des IR 19. Dort erhielt er am 01.07.1934 seine
Beförderung zum Oberst.
Als im Zuge der Wiedereinführung der Wehrhoheit erstmals Gebirgstruppen
aufgestellt wurde, erhielt Kübler am 01.10.1935 das Kommando über das
neuaufgestellte Gebirgsjägerregiment 98, das bis zum Herbst 1937 auf
Divisionsstärke aufgestockt wurde und die 1.Gebirgsdivision des Heeres
bildete.
Nach seiner Beförderung zum Generalmajor am 01.01.1938 übernahm Kübler die
1.Gebirgsdivision als Kommandeur.
Erstmalig auf sich aufmerksam machte Kübler sich mit seiner Division im
Polenfeldzug durch schnelles Vorstoßen von den Karpaten bis nach Lemberg. Für
diese und andere Leistungen seiner Division erhielt Kübler am 27.10.1939 das
Ritterkreuz und wurde am 01.12.1939 zum Generalleutnant befördert. Im Sommer
1940 nahm er mit seiner Division erfolgreich am Westfeldzug teil. Auch hier
erwarb er sich mit seiner Division Anerkennung.
Nach Abschluss des Frankreichfeldzuges wurde Kübler zum General der
Gebirgstruppen befördert und mit der Führung des IL. Gebirgskorps (=
49.Gebirgskorps, auf Korpsebene wurden römische Ziffern bei der Nummerierung
benutzt) betraut. Unter seiner Führung kämpfte dieses Korps im April 1941 in
Jugoslawien und ab 22.06.1941 als Teil der Heeresgruppe Süd in Russland, wo es
sich wiederholt auszeichnete. Überraschend wurde Kübler am 19.12.1941 zum
neuen Oberbefehlshaber der 4.Armee, die vor Moskau stand, berufen. Nachdem den
Russen tiefe Einbrüche zwischen Küblers 4.Armee und der 2.Panzerarmee
erzielten, geriet die 4.Armee in schwere Bedrängnis. Da Kübler sich nachhaltig
für eine Zurücknahme der Front aussprach um seine Armee zu retten, wurde er
schon am 20.01.1942 als Oberbefehlshaber wieder abgelöst. Danach erhielt er
das Kommando über ein Gebirgskorps zur Küstensicherung auf dem Balkan. Diese
Position als "Befehlshaber des Sicherungsgebietes Adriatisches Küstenland"
behielt er bis Kriegsende.
Nach Kriegsende in jugoslawischer Kriegsgefangenschaft, wurde er im Februar
1947 von einem Partisanentribunal zum Tode verurteilt und in Ljubljana
hingerichtet.