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Ritterkreuzträger Armin Lembke
Oberstleutnant, Grenadiere

Geboren wurde Armin Lembke am 10. März 1913 im Forsthaus Kasseedorf/Näthkamp bei Eutin als ältester Sohn des großherzoglich oldenburgischen Försters Franz Lembke. Diese Herkunft erklärt seine lebenslange ausgeprägte Verbundenheit mit der Natur.
Nach dem Abitur am Gymnasium in Eutin nahm er ein Theologiestudium auf, das er 1934 unterbrach, um beim Infanterie-Regiment 46 in Eutin eine soldatische Ausbildung als ROA (= Reserveoffiziersanwärter) zu beginnen, wo er 1937 zum Leutnant d. Reserve  befördert wurde.
In den II. Weltkrieg ging Leutnant Lembke im September 1939 als Zugführer in der 2. Kompanie des IR 209, das zu der im Wehrkreis X (Hamburg) aus aktiven Stämmen der 20., 22. und 30. Infanterie-Division aufgestellten 58. Infanterie-Division  gehörte, deren Divisionszeichen zwei stilisierte Pferdeköpfe waren.
Die Kriegseinsätze dieser jungen Division - und damit Lembkes IR 209 - begannen 1940 mit der Sicherung der luxemburgischen Grenze, dem Vorfeldeinsatz südlich Saarburg und Grenzsicherung am Drei-Länder-Eck bei Perl.
Es folgten der Vorstoß durch Luxemburg und Südbelgien, anschließend Kämpfe bei Inor und Beaumont und schließlich die Eroberung der Festung Toul.
Nach einer Episode als Besatzungstruppe in Belgien war Lembke als 23jähriger Oberleutnant zeitweilig Kompanieführer im Feldersatzbataillon (FEB) der 58. Infanterie-Division .
Im Feldzug gegen die Sowjetunion (ab 22. 6. 1941) zog die 58. Infanterie-Division im Sommer 1941 kämpfend durch das Baltikum und nahm an den Stellungskämpfen vor Leningrad teil. Namen wie Wolchow, Oranienbaumer Kessel, Demjansk, Ilmensee, Krasny-Bor, Mga, Newel, Swiblo-See, Pljussa, Narwa-Front und Düna-Raum kennzeichnen schwerste Einsätze der Division in den Weiten des Ostens.
Typisch für den späteren Ritterkreuzträger Armin Lembke ist die Tatsache, dass den ganzen Krieg über die 58. Infanterie-Division  seine soldatische Heimat war und er in ihren Reihen alle Beförderungen während der Jahre 1940/45 vom Leutnant bis zum Oberstleutnant, Rangerhöhungen vom Zugführer bis zum Regimentskommandeur und Auszeichnungen vom EK II bis zum Ritterkreuz erlebte.
An den Stellungskämpfen vor Leningrad war Oberleutnant Lembke als Kompaniechef der 2./IR 209 beteiligt und wurde mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse und dem Infanterie-Sturmabzeichen ausgezeichnet.
1942 übernahm er als Hauptmann die Führung des I. Bataillons seines Regiments, in dieser Funktion erhielt er das EK I und die Nahkampfspange. Am 06.09.1942 kam noch das Deutsche Kreuz in Gold hinzu.
Nach der Beförderung zum Major fand Lembke 1943 vorübergehend als 1. Generalstabsoffizier (Ia) "seiner" 58. Infanterie-Division Verwendung.
Das Jahr 1944 sah den bei Vorgesetzten und Untergebenen gleichermaßen geschätzten Offizier, der sich durch persönliche Tapferkeit ebenso auszeichnete wie durch vorbildliche Menschenführung, an der Spitze der Grenadier-Regimenter 154 und 220, die ebenfalls zur 58. Infanterie-Division  gehörten wie Lembkes alte Truppe, das IR - später Grenadier-Regiment (GR) - 209.
Als Oberstleutnant und Kommandeur des GR 220 wurde Lembke am 05. März 1945 mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, nachdem er sein Regiment erfolgreich während der Schlachten im Samland und beim Endkampf am Neuhäuser Riegel geführt hatte.
Längere Gefangenschaft blieb dem bei Kriegsende 32jährigen Oberstleutnant erspart, so dass er bald die noch ausstehenden theologischen Examina nachholen und schon im Januar 1947 die Pfarrstelle seiner Wunschgemeinde Schönwalde am Bungsberg in seiner vertrauten Heimat übernehmen konnte.
Der wortgewaltige und mitreißende Redner, der meist ohne Manuskript sprach, war nicht nur ein vorbildlicher Seelsorger und pflichttreuer Verwalter einer kleinen Pfarrstelle, sondern wurde über seinen engeren Wirkungskreis hinaus durch seine plattdeutschen Waldgottesdienste und durch Rundfunkandachten bekannt, daneben setzte er sich tatkräftig für die Interessen der Heimatvertriebenen und ihre Eingliederung in die neue Umwelt ein, besonders dieser Einsatz für die Vertriebenen fand durch die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes offizielle Anerkennung.
Er war aber auch Kreisvorsitzender des Deutschen Roten Kreuzes und - neben dem Ritterkreuzträger Oberst d.R. der Bundeswehr Prinz Friedrich Ferdinand zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (1913-1989) - am Aufbau des Verbandes deutscher Soldaten (VdS) und des Kyffhäuser-Bundes im Land Schleswig-Holstein maßgeblich beteiligt.
Dem Kyffhäuser-Bund diente er u.a. als Kreisverbands- und als stellvertretender Landesverbandsvorsitzender. Mitglied war er auch beim Lions-Club Oldenburg.
Armin Lembke starb am 13. Februar 1991 in Mönchenversdorf bei Schönwalde am Bungsberg im 78. Lebensjahr. In einem Kameradennachruf wurde Armin Lembke u.a. mit folgenden Worten gewürdigt:

"Trotz seines jahrzehntelang ausgeübten eigentlichen Berufes als Seelsorger war und blieb Armin Lembke bis zu seinem Ableben im Innersten seines Herzens ein Soldat - aktiv im Handeln, aufrecht und couragiert, fürsorglich und wegweisend."

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Leutnant  d. R. 00.00.1937 Eisernes Kreuz II. Klasse ???
Oberleutnant d.R. ??? Infanterie-Sturmabzeichen in Silber ???
Hauptmann d.R. ??? Eisernes Kreuz I. Klasse ???
Major d. R. ??? Medaille Winterschlacht im Osten ???
Oberstleutnant d.R. ??? Deutsches Kreuz in Gold 06.09.1942
Verwundetenabzeichen in Schwarz ???
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 05.03.1945

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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