Wilhelm Leeb wird als Sohn des bayerischen Majors Adolf Leeb
und dessen Frau Katharina am 05.09.1876 in Landsberg am Lech in Bayern
geboren.
Am 16.07.1895 tritt er in das 4. Bayerische Feldartillerie-Regiment "König"
in Augsburg ein, besucht gleichzeitig die Kriegsschule und die Bayerische
Artillerie- und Ingenieurschule in München und die Waffenfabrik in Amberg, bis
er am 03.03.1897 zum Leutnant befördert wurde.
Am 18.08.1900 wird er, nach der Kriegserklärung Chinas an mehrere westliche
Staaten im Zusammenhang mit dem Boxeraufstand, zum
Ostasiatischen-Feld-Artillerie-Regiment versetzt, wo er am 14.12.1900
Zugführer in der 1. Gebirgs-Batterie wird.
Nach der Versetzung zurück in sein Regiment, am 01.09.1901, besucht er die
Bayerische Kriegsakademie in München, versieht seinen Dienst in der
Zentralstelle des Bayerischen Generalstabes, kommt in den Großen Generalstab
nach Berlin und nimmt an einem Lehrgang an der Preußischen
Feld-Artillerie-Schießschule in Jüterbog teil, um am 13.05.1905 zum
Oberleutnant und am 07.03.1912 zum Hauptmann befördert wird. Im gleichen Jahr
heiratet er Frau Maria Schott, die Tochter eines bayerischen Generals der
Kavallerie.
Am 23.12.1912 wird er Batteriechef im 10. Bayerischen Feld-Artillerie-Regiment
in Erlangen und kommt am 25.01.1914 in die Zentralstelle des Bayerischen
Generalstabes, von wo aus er am 19.03.1914 als 2. Generalstabsoffizier in den
Generalstab des I. bayerischen Armeekorps wechselt.
Nach Beginn des 1. Weltkrieges kommt von Leeb am 25.03.1915 als Ia in den
Generalstab der 11. Bayerischen Infanteriedivision, wo er am 19.05.1916 zum
Major befördert wird.
Mit der
Aufnahme in den bayerischen Militär-Max-Joseph-Orden wird Leeb zum Ritter
geadelt. Der Titel ist nicht vererbbar.
Am 29.05.1917 kommt er in den Generalstab der Heeresgruppe "Kronprinz
Rupprecht von Bayern", wo er am 18.10.1918 zum Oberquartiermeister ernannt
wird.
Ab 1918 wird er von kriegswichtigen
Entscheidungen meist ferngehalten und stattdessen mit kriegsgeschichtlichen
Studien beauftragt.
Mit Kriegsende kommt von Leeb am 20.12.1918 in die Zentralstelle des
bayerischen Generalstabes und erhält am 06.03.1919 den Posten des Chefs der
Heeres-Abteilung im bayerischen Ministerium für militärische Angelegenheiten.
Als Leiter der Abteilung "T1" wechselt er am 01.10.1919 ins
Reichswehrministerium nach Berlin und wird dort am 01.10.1920 zum
Oberstleutnant befördert.
Am 15.06.1921 Chef des Stabes der 2. Division in Stettin und ab 01.10.1923 der
7. Division in München, wird er am 01.10.1924 Kommandeur der II.
Gebirgs-Abteilung des Artillerie-Regiments 7 in Nürnberg. Als solcher wird er
am 01.02.1925 zum Obersten befördert.
Am 01.02.1926 zum Kommandeur des Artillerie-Regiments 7 ernannt, wird er am
01.02.1928 Artillerieführer V in Stuttgart und am 01.02.1929, unter
gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor, Artillerieführer VII in
München.
Mit der Ernennung zum Kommandeur der 7. Division, am 01.02.1930, übernimmt er
das Kommando über den Wehrkreis VII und ist Landeskommandant von Bayern.
Den Nationalsozialisten steht er auch nach deren Machtübernahme skeptisch
gegenüber und wird dennoch am 01.10.1933 zum Oberbefehlshaber des
Gruppenkommandos 2 in Kassel ernannt, wo er am 01.01.1934 zum General der
Artillerie befördert wird. Von Leeb
veröffentlicht 1938 die Abhandlung "Die Abwehr", die zunächst kaum
beachtet wird, heute jedoch zu den Klassikern militärtheoretischer Schriften
gezählt wird.
Im Zusammenhang mit der Blomberg-Fritsch-Krise im
Februar 1938 wird auch Leeb verabschiedet. Die Entlassung verstärkt die
Distanz des konservativen Katholiken zum NS-Regime. Leeb wird im Oktober 1938
reaktiviert und nimmt als Oberbefehlshaber der 12. Armee am Einmarsch in das
Sudetenland teil.
Am 26.08.1939 zum Oberbefehlshaber der Heeresgruppe "C" ernannt, wird
er , betraut mit diesem Posten, am 01.11.1939 zum Generalobersten befördert.
Als solcher erhält er am 24.06.1940 für die Kämpfe in Polen und Frankreich das
Ritterkreuz und wird am 19.07.1940 zum Generalfeldmarschall ernannt.
Zu Beginn des Überfalls auf die Sowjetunion ist Leeb Befehlshaber der
Heeresgruppe Nord. Anlässlich seines 65. Geburtstags am 5. September 1941
erhält er von Adolf Hitler eine Dotation über 250.000 Reichsmark. Nach
anfänglichen Erfolgen im Baltikum ist die Belagerung von Leningrad erfolglos.
Im Winter 1941/42 kommt es zu einem Zerwürfnis zwischen Leeb und Hitler, der
den von Leeb empfohlenen Rückzug auf eine strategisch bessere Position
verwirkt.
Nach der Winterkrise, dem erfolgreichen sowjetischen Gegenangriff vor Moskau
(der Winterschlacht 1941/42) und der Entlassung mehrerer Generale durch
Hitler, wird Leeb auf eigenen Wunsch hin entlassen und gehört bis Kriegsende
zur Führerreserve des Oberkommandos des Heeres (OKH). Er spielt keine aktive
Rolle mehr.
Am 13. Juli 1944 will Leeb in Bayern einen Landbesitz im Wert von rund 638.000
Reichsmark kaufen, erhält ihn aufgrund eines Entscheids Hitlers aber als
Geschenk.
Am 2. Mai 1945 kurz vor der deutschen
Kapitulation gerät Leeb in amerikanische Kriegsgefangenschaft.
In den Nürnberger Prozessen wird er wegen Weiterleitung eines verbrecherischen
Befehls zu drei Jahren Haft verurteilt, die durch die Kriegsgefangenschaft als
verbüßt gelten. Die Verurteilung beruht auf einer Dokumentenverwechslung, wird
jedoch nicht rückgängig gemacht. Eine Schuld Leebs wird nicht nachgewiesen.
Am 29. Oktober 1948 erfolgt die Entlassung aus der Gefangenschaft.
1954 wird Leeb Großkanzler des bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens.
Am 29. April 1956 stirbt Wilhelm Ritter von Leeb in Hohenschwangau bei Füssen.