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59. Schwerterträger Erich von Lewinski,
gen. Manstein
Generalfeldmarschall

  
  
Erich von Lewinski wurde am24.11.1887 in
Berlin, als Sohn des späteren Generals der Artillerie Eduard von Lewinski und
seiner Frau Helene, geb. Sperling, geboren. Bereits vor seiner Geburt war er
dem damaligen Major und späteren Generalleutnant Georg von Manstein und seiner
Ehefrau Hedwig, geb. Sperling, Schwester seiner leiblichen Mutter, zur
Adoption versprochen wurden. Die "Übergabe" des Kindes erfolgte bei der
Taufe, sein späterer Doppelname wurde ihm vom Kaiser verliehen. Beide Familien
brachten in der Geschichte Preußens immer wieder bedeutende Männer und Frauen
hervor und so reifte schon früh der Wunsch Offizier zu werden.
Bis zu seinem 12 Lebensjahr wuchs Erich bei seinen Adoptiveltern auf, wobei
der Kontakt zu seinen leiblichen
Eltern nie aufhörte, obwohl er seine Adoptiveltern als seine echten Eltern
ansah. Er trat so in das Kadettenkorps in Plön und Lichterfelde ein und legte
1906 an der Hauptkadettenanstalt in Berlin sein Abitur mit "gut" ab und
trat im März des Jahres 1906 als Fähnrich in das 3. Garde-Regiment zu Fuß in
Berlin ein.
Bereits am 27.01.1917 erfolgte die Beförderung zum Leutnant und 1911 die
Beförderung zum Oberleutnant sowie die Dienststellung eines
Bataillonsadjutanten. Im Jahre 1913 legte er die Aufnahmeprüfung zur Akademie
erfolgreich ab und wurde mit dem 01.10.1913 dorthin kommandiert. Nach einem
Jahr Ausbildung begann jedoch der 1. Weltkrieg, so das er die den Unterricht
unterbrechen musste.
Er zog als Regimentsadjutant des 2. Garde-Reserve-Regiments in den Krieg und
wurde bereits am 17. November 1914 schwer verwundet, so das er erst im mai
1915 wieder verwendungsfähig war. Zunächst tat er Dienst als Ordonnanzoffizier
im AOK 8, später 11 und im AOK 1. Im Stab der 1. Armee, unter dem Oberbefehl
von General von Below wurde er, seit Juli 1915 Hauptmann, im September 1916
als Gehilfe des Ia in den Generalstab, sowie Chef des Stabes General von
Loßberg, des Oberkommandos versetzt.
Dem schlossen sich Verwendungen, als Ia der 4. Kavallerie-Division in Kurland
von Oktober 1917 bis Mai 1918 und als Ia der 213. Infanterie-Division in
Frankreich bis Kriegsende, an.
In der Nachkriegszeit wurde von Manstein meistens in Generalstabsstellen (bis
1938) eingesetzt, bis auf die Zeit zwischen 1921 und 1923, die er als
Kompaniechef verbrachte, sowie die Zeit von Ende 1932 bis Anfang 1934 als er
Kommandeur eines Jägerbataillons in Kolberg war. Als Major wurde er Leiter der
Gruppe I der Abteilung T1(Operationsabteilung) im Truppenamt des
Reichswehrministeriums. Hier bearbeitete man Einsatzpläne in einem
kriegerischen Konflikt, weiterhin war man für Ausbildungsreisen Höherer
Truppenführer sowie für die Planspiele des Chefs der Heeresleitung und des
Chefs des Truppenamtes verantwortlich. Hier erfolgte im Mai 1931 die
Beförderung zum Oberstleutnant.
Nach der Stellung des Bataillonskommandeurs wurde der Oberst i.G. Chef
des Generalstabes des Wehrkreises III in Berlin von Februar 1934 bis Juli
1935. In diese zeit fiel auch der beginn der Reserviertheit gegenüber SA und
SS, sowie gegenüber der NSDAP, er setzte sich für jüdische Kameraden ein und
für verfolgte Bekannte.
Danach wurde er Chef der Operationsabteilung des Generalstabes des Heeres,
hier hatte er maßgeblichen Einfluss auf Bewaffnung, Gliederung usw. der neuen
Verbände. So gilt die Schaffung der Sturmartillerie als Begleiter und Helfer
der Infanterie, als sein Verdienst. Sein Ziel war es jede Infanterie-Division
mit einer Sturmartillerie-Abteilung auszurüsten, dies scheiterte nur daran,
das er im Zuge der Fritsch-Krise aus dem Oberkommando des Heeres entfernt
wurde.
Mit der Beförderung zum Generalmajor am 01.10.1936 wurde er
Oberquartiermeister I im Generalstab des Heeres und war so erster Gehilfe des
Stellvertreters des Chefs des Generalstabes. Aufgrund der o.g. Fritsch-Krise
wurde Manstein im Januar/Februar 1938 aus seiner Stellung entfernt und als
Kommandeur der 18. Division nach Liegnitz versetzt. Unterbrochen wurde dieses
Tätigkeit durch die kurze Verwendung als Chef des Generalstabes der Armee des
generalobersten Ritter von Leeb, bei der Besetzung des Rheinlandes.
Mit Beginn des Krieges gegen Polen, wurde der nunmehrige Generalleutnant Chef
des Generalstabes der Heeresgruppe des Generalobersten von Rundstedt. Diese
Heeresgruppe bildete den Schwerpunkt des Feldzuges mit dem Ziel Warschau. Die
Schlacht an der Bzura wurde gewonnen und mit ihr die erste Kesselschlacht
dieses Krieges.
Nach diesem Feldzug wurde die Heeresgruppe als Heeresgruppe A an die Westfront
verlegt. Jetzt kam es zu Meinungsverschiedenheiten im OKH über die Operationen
in einem Krieg gegen Frankreich, von Manstein verwarf mit Billigung seines OB
die Operationspläne des OKH und erbat die Verlegung des Schwerpunktes des
Angriffes zur Heeresgruppe A um mit ihr eine Offensive mit einer Stossrichtung
beiderseits Sedan zu vollführen. Dieser Plan sollte später "Sichelschnitt"
genannt werden. Er wurde nach langem Hin und Her schließlich von Hitler
bewilligt.
Dieser Angriff führte zur Spaltung der feindliche Verbände und war so Grant
für den Sieg gegen Frankreich. Manstein selbst hatte daran keinen Anteil, er
wurde im Februar 1940 als Chef des Generalstabes der Heeresgruppe abgelöst und
Kommandierender General des in Aufstellung befindlichen XXXVIII. Armeekorps.
Bei Beginn des Frankreichfeldzuges befand sich das Korps noch in Reserve und
kam erst an der Somme zum Einsatz, wo man am 05.06.uzum Angriff überging und
bis zum 22.06. bis über die Loire bei Angers vorstieß.
Von Manstein erhielt dafür am 19.07.1940 das Ritterkreuz und wurde, 40 jährig,
zum General der Infanterie ernannt.
In den Vorbereitungen des Russlandfeldzuges wurde er Kommandierender General
des LVI. Panzerkorps und trat arm 22.01. im Verband der Panzergruppe 4 in
Richtung Dünaburg zum Angriff an. Am 26.06.1941 erreichte er diese Brücken und
hatte so 500 km in nur 4 Tagen durchkämpft.
Als das Korps im September am Ilmensee kämpfte erreichte Manstein am
12.09.1941 der Befehl die 11. Armee zu übernehmen und so traf er am 20.09.1941
in Nikolajew im Hauptquartier ein. Er hatte nun zur Aufgabe de Krim nebst der
Festung Sewastopol zu erobern, dazu gehörte die Schlacht am Asowschen Meer,
der Durchbruch durch die Engen bei Perekop und Isjum, die Verteidigung der
Krim gegen die Landungen bei Feodosia und Kertsch, die Rückeroberung der
Halbinsel Kertsch und der schwere Kampf um Sewastopol, die erst nach dem 2.
Angriff im Juni/Juli 1942 fiel. Dabei spielte die Planung von Mansteins den
Kern der Festung mit Schwerpunkt von Norden über die breite Ssewernaja-Bucht
anzugreifen, die entscheidende Rolle. Für den Sieg in Sewastopol wurde
Manstein, bereits am 01.02.1942 zum Generalobersten befördert und am
01.07.1942 zum Generalfeldmarschall.
Bereits am 23.08.1942 wurde das AOK 11 nach Leningrad verlegt um dort den
Angriff auf die Stadt vorzubereiten. Jedoch wurde die Armee damit beauftragt
eine stake russische Offensive zu zerschlagen, was ihm im Zeitraum vom
04.09.1942 bis zum 02.10.1942 gelang.
Während der Einkesselung der 6. Armee in Stalingrad wurde Manstein mit dem
Halten der Front der Heeresgruppe Don beauftragt. Man befahl ihm den
russischen Angriff zum Stehen zu bringen und die Stellungen vor diesem Angriff
zurückzuerobern. Manstein erkannte schnell das es hier nur um die Befreiung
der 6. Armee ging. Manstein äußerte mehrmals die Absicht zurückzutreten, da
ihm zugesagte Verstärkungen nie zugesandt wurden, weiterhin wirkte das
Einmischen Hitlers in die Operationspläne sehr negativ aus. Aufgrund
unzureichender Kräfte und trotz dem Eingehen hoher Risiken, war es Manstein
nicht möglich gewesen die Umklammerung aufzubrechen, was ihn schwer traf, dies
stellte seine erste Niederlage dar.
Jedoch verbleib er weiter im Amt, um die drohende Umfassung der Heeresgruppe
zu verhindern und somit auch die Heeresgruppe A im Kaukasus zu retten.
Durch einen wendigen Angriff südlich des Donez wurde der Feind westlich des
Flusses zerschlagen und die Stellungen von Anfang 1942 im Raum
Mius-Donez-Bjelgorod gewonnen. Es verblieb lediglich ein feindlicher Einbruch
im großen Bogen um Kursk. Manstein schlug vor einen feindlichen Angriff
auslaufen zu lassen um dann zuzuschlagen (Angriff aus der Hinterhand), dies
lehnte Hitler jedoch strikt ab. Manstein betonte, das ein Angriff auf den
Kursker Bogen nur dann Aussicht auf Erfolg hätte, wenn der Angriff unmittelbar
nach dem Ende der Schlammperiode erfolgte, bevor der Gegner seine Verluste
wieder auffüllen konnte. Dies war auch der Grund warum der Angriff am 05.Juli
1943 eindeutig zu spät kam. Bereits am 14.03.1943 erhielt von Manstein das
209. Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen.
Es folgte nun die Zeit der schweren Rückzugskämpfe in der galt die Front nicht
aufbrechen zu lassen und die eigenen Truppen nicht abzusetzen.
Manstein hatte mehrmals Hitler aufgefordert den Oberbefehl über die Ostfront
nur noch nominell zu führen und das Zepter in die Hand eines bewährten
Heerführers zu geben.
Am 30.03.1944 erfolgte die Verleihung der Schwerter zum Eichenlaub, am selben
Tag wurde er von seinem Kommando enthoben, nachdem er erneut versuchte Hitler
den Oberbefehl über das Ostheer abzunehmen. Ab diesem Tag bekam er keine
Dienststellung mehr und musste der kommenden Katastrophe tatenlos
entgegensehen.
Bei Kriegsende kam er in englische Kriegsgefangenschaft und wurde im Oktober
1945 als Zeuge nach Nürnberg zum Prozess gegen "Generalstab und OKW"
überstellt. Manstein war dabei die treibende Kraft der Verteidigung, so das
der Generalstab und das OKW frei gesprochen wurden. Danach kam er als
Kriegsgefangener nach England, wo in der Folgezeit zwei Schriften verfasste, "Die
andere Seite" und "Der Weg zum Weltfrieden", die jedoch nie verlegt
wurden. Im Jahre 1949 wurde ihm von den Engländern in Hamburg der Prozess
wegen angeblicher Kriegswerbrechen gemacht, in dessen Verlauf er schuldig
gesprochen wurde und dreieinhalb Jahre im Zuchthaus Werl verbrachte. Sein
englischer Verteidiger sprach später von einem Schandurteil. Während seiner
Haftzeit schrieb er die Manuskripte zu "Verlorene Siege" und "Aus
meinem Soldatenleben" und wurde nach einer Staroperation am 07.05.1953 aus
der Haft entlassen.
Im Jahre 1955 wurde das Buch "Verlorene Siege" verlegt und das zweite
im Jahre 1958. In der Folgezeit engagierte er sich beim Aufbau der neuen
Bundeswehr.
Eine der bedeutendsten Persönlichkeiten Deutschlands Erich von Lewinski,
genannt Manstein starb am 09. Juni 1973.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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