Viktor Lindenmann wurde am 23.11.1916 in Koblenz geboren
und erhielt am 21.09.1941 als
Leutnant und Adjutant des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 124 der
72.
Infanterie-Division das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Er erhielt es für die
Kämpfe zur Bildung des Brückenkopfes Neusatz am Tilligul Liman in der Ukraine.
Viktor Lindenmann fiel am 09.09.1942 als Chef der 4. Kompanie der
Radfahr-Abteilung 72 bei Dubakino im Südabschnitt der Ostfront.
Zu dieser Zeit stand die
72.
Infanterie-Division im Mittelabschnitt im Raum Subzow südostwärts des Eckpfeilers Rshew in schweren Abwehrkämpfen. Hier
errang der Gegner in der 2. Augusthälfte südlich von Subzow einen tiefen
Einbruch und kann am 09.09.1942 einen weiteren westlich von Subzow erringen.
Als bewegliche Divisionsreserve, eingesetzt bei der 161. Infanterie-Division,
erhält die Radfahr-Abteilung 72 den Auftrag am 09.09.1942 um 8.30 Uhr sich in
einem Waldstück anderthalb Kilometer südlich von Ssuchtina zum Angriff gegen
den durchgebrochenen bereitzustellen.
Die 2. Schwadron, seit dem 04.09. der 129. Infanterie-Division unterstellt
liegt seitdem am Waldrand, westlich von Wekschino in Verteidigung nach Osten.
Das Unterstellungsverhältnis ist nicht geklärt von daher fällt diese Schwadron
für den kommenden Einsatz aus.
Die 1. und 3. Schwadron treffen gegen 10.30 Uhr im Bereitstellungsraum ein.
Die 4. Schwadron bringt unter starkem Artilleriefeuer ihre schweren Waffen
gegen 11.15 Uhr in Stellung. Der Angriffsbeginn wird auf 11.30 Uhr verlegt.
Die Schwadronen gehen mit Unterstützung der schweren Waffen des II./IR 124 vor
um die alte HKL zu besetzen. Aufgrund schlechter Sichtverhältnisse des Gegners
können die Angreifer bis kurz vor seine Linien bei dem Weg Wekschino -
Ssuchtina überraschen worauf dieser fluchtartig abzieht. So entschließt sich
die 1. Schwadron in Richtung Kostonossowo vorzustoßen und erreicht gegen 13.30
Uhr den abfallenden Hang zum Gostischka-Abschnitt. Die 3. Schwadron hingegen
hat einige Probleme wodurch ein Hinterherkommen unmöglich ist und so die
Verbindung abreißt. Ein Anhalten des Angriffs ist so unmöglich geworden.
Das inzwischen einsetzende Artilleriefeuer des Gegners auf die 3. Schwadron
und der Einsatz von panzern, sowie die Bedrohung der linken Flanke zwingen zum
Halten 300 Meter nordwestlich des befohlenen Ziels. Die alte HKL wurde nicht
nur erreicht sondern es wurden noch 800 Meter feindliche Stellungen
südostwärts davon aufgerollt.
Der Gegner erkennt jedoch die Lage und schneidet Teile der 1. Schwadron vom
Süden her ab, seitdem werden der Chef der 1. Schwadron Rittmeister Zander, der
Führer des I. Zuges Leutnant Kerger und 2 Gruppen vermisst. Die 3. Schwadron
weicht nun auf die alte HKL aus und verteidigt dort. Die Reste der 1.
Schwadron folgt am rechten Flügel. Einsetzende Gegenangriffe des Feindes
werden unter eigenen Verlusten abgeschlagen. Die Stellung wird auch während
der folgenden Nacht gehalten.
Das Vorwärtsschreiten der beiden Schwadronen wurde maßgeblich von den schweren
Waffen der 4. Schwadron unter Oberleutnant Viktor Lindenmann unterstützt. Bei
einem Artillerievolltreffer in der B-Stelle der Schwadron werden Lindenmann,
sein Melder Obergefreiter Wilhelm Uwer und der Schwadronstruppführer durch
Granatsplitter am 09.09.1942 tödlich getroffen. Die drei Soldaten werden auf dem
Soldatenfriedhof Dubakino beigesetzt.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Quelle:
Alte Kameraden 11/75, Seite 17 - 18