Vollrath Lübbe wurde am 04.03.1894 in Klein Lunow geboren
und gehörte von 1906 bis 1913 als Kadett dem kgl. Sächsischen Kadettenkorps an.
Anschließend besuchte er bis 1914 die Kriegsschule in Hersfeld und kommt am
24.02.1914 als Leutnant zum Kgl. Sächsischen 4. Infanterie-Regiment Nr. 103 nach
Bautzen, mit dem er bis 1918 am 1. Weltkrieg teilnimmt. Dabei bekleidete er
unter anderem den Posten eines Zug- und Kompanieführers und eines Adjutanten
beim Regiment, wobei er mehrfach verwundet wurde.
Mit Ende des 1. Weltkrieges wird er 1919 in die Reichswehr übernommen und gehört
dort bis 1925 dem 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden an. Danach
wechselt er als Kompaniechef in das 9. (Preuß.) Infanterie-Regiment nach Potsdam
und 1935 als Inspektions-Chef und Taktiklehrer an die Kriegsschule Dresden.
Im Jahre 1937 übernimmt er das Kommando über das I. Bataillon des
Infanterie-Regiments 103 in Jena, das am 01.11.1938 in I. Bataillon des
Kavallerie-Schützen-Regiments 7 umbenannt wird.
Am 24.11.1938 übernimmt Lübbe das Kommando über das Schützen-Regiment 13 in
Mährisch-Schönberg, womit er der 5. Panzer-Division unterstellt war. Im April
1939 verlegt das Regiment nach Olmütz.
Mit seinem Regiment nimmt er am Polen-, West- und Balkan-Feldzug teil, sowie ab
dem 10.08.1941 als Kommandeur der 2. Schützen-Brigade am Russland-Feldzug. Nach
Verwundung des Kommandeurs der 2. Panzer-Division, Generalleutnant Freiherr von
Esebeck, übernimmt Lübbe im August 1942 die Führung der
2. Panzer-Division. Das
Kommando über diese Division wird ihm daraufhin am 01.10.1942 übertragen. Für
die Einsätze mit seiner Division wird er am 18.08.1943 als Generalleutnant mit
dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Am 01.02.1944 wegen Krankheit in die Führer-Reserve versetzt, wird er am
05.04.1944 zum Kommandeur der
81. Infanterie-Division ernannt. Als solcher wird
er Ende Oktober 1944 zum Kommandanten von Metz bestimmt. Weiterhin ist er ab dem
09.10.1944 Kommandeur der 462. Volks-Grenadier-Division im Raum Aachen und ab
dem 12.11.1944 der 49. Infanterie-Division.
Am 27.12.1944 übernimmt er das Kommando über die Division Nr. 433 und kommt mit
dieser an der Ostfront im Raum Frankfurt/Oder zum Einsatz. Dort gerät er am
05.02.1945 bei Kriescht in Brandenburg, nach einer Verwundung vom 02.02.1945, in
sowjetische Gefangenschaft. Dort kommt er zunächst in das Lager Nr. 27 nach
Krassnogorsk, dann in das Lager Nr. 48 nach Cerny, sowie in die Moskauer
Gefängnisse Nr. 1 und 2. Dort wird er am 08.06.1950 zu 25 Jahren Haft, zuletzt
im Lager Woikowo, verurteilt, aber im September 1955 begnadigt und schließlich
am 11.10.1955 in die Heimat entlassen, nachdem Bundeskanzler Adenauer die
letzten deutschen Kriegsgefangenen heimholte.
Vollrath Lübbe verstarb am 25.04.1969 in Bad
Bramstedt, wo er seit 1957 wohnte. Die Beisetzung erfolgte mit militärischen
Ehren.