Otto Joachim Lüdecke wurde am 27.05.1895 in Staßfurt geboren und trat am
24.09.1913 der Armee bei, wo er zunächst dem Garde-Pionier-Bataillon zugewiesen
wurde.
Mit Beginn des 1. Weltkrieges ins Feld gezogen, wird Lüdecke am 27.08.1914
verwundet und in ein Lazarett verlegt. Wieder genesen kehrt er zu seinem
Bataillon zurück und wird im November 1915 zum Adjutanten ernannt. Erst im März
1917 wechselt er als Regimentsadjutant in ein anderes Pionier-Regiment, um dann
im Januar 1918 den Posten des Chefs einer Pionier-Kompanie im
Infanterie-Regiment 52 zu übernehmen. Als solcher wird er am 27.05.1918 erneut
verwundet und in ein Lazarett verlegt. Wieder genesen übernimmt er im August
1918 den Posten des Kompaniechefs der 2. Garde-Feld-Pionier-Kompanie.
Ab Januar 1919 ist Lüdecke Adjutant beim Pionier-Bataillon des Korps "Lüttwitz"
und ab dem 01.10.1919 Kompaniechef beim Pionier-Bataillon der Reichswehr-Brigade
15. Von dort wechselt er am 01.01.1921 zum Pionier-Bataillon 3 und ist
anschließend vom 01.10.1922 bis zum 01.10.1923 Pionieroffizier bei der
Kommandantur Küstrin. Daraufhin Chef einer Kompanie im Pionier-Bataillon 3, bzw.
ab dem 01.04.1924 im Pionier-Bataillon 2, wird er am 15.09.1931 als Referent bei
der Inspektion der Pioniere und Befestigungen (In5) im Reichswehrministerium
verwendet.
Ab dem 01.04.1935 Kommandeur des Pionier-Bataillons 3, nimmt er im Zuge der
Unterstellung unter die 3. Infanterie-Division, an den ersten Kämpfen des 2.
Weltkrieges teil.
Am 01.03.1940 wechselt er dann als Pionierführer in den Stab des XVIII.
Armee-Korps und steht noch während des West-Feldzuges, ab dem 19.06.1940, zur
Verfügung des OKH. Erst ab dem 01.11.1940 kehrt er als Pionierführer zum XVIII.
Armee-Korps zurück. Anschließend von Februar bis März 1941 Pionierführer der
4. Armee, wird er dann als Pionierführer beim LVII. Panzer-Korps verwendet.
Mit diesem nimmt er an den ersten Wochen des Ostfeldzuges teil, bis er bereits
im Juli 1941 verwundet und in ein Lazarett verlegt wird.
Wieder genesen übernimmt er ab dem 25.02.1942 den Posten des Pionierführers der
2. Panzerarmee, um dann ab dem 28.01.1943 mit der Führung der
56. Infanterie-Division beauftragt zu werden. Am 31.03.1943 erfolgte dann
die Ernennung zum Kommandeur der Division. Als Generalmajor und Kommandeur der
56. Infanterie-Division wird er am 08.08.1943 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Am 01.09.1943 wird Lüdecke zum General der Pioniere bei der Heeresgruppe Mitte
ernannt, erkrankt aber im März 1944 und wird z.V. beim OKH gestellt. Daraufhin
wird er dann ab dem 19.04.1944 mit dem Kommando über die 264.
Infanterie-Division betraut. Dabei wird er im Mai 1944 erneut verwundet und in
ein Lazarett verlegt. Wieder genesen überträgt man ihm am 11.08.1944 den Posten
des Kommandanten der Befestigungen im Wehrkreis XX bzw. ab dem 22.01.1945 des
Kommandanten der Festung "Thorn".
Ab dem 01.03.1945 Kommandant der Befestigungen im Wehrkreis IV, übernimmt er
dann ab dem 11.04.1945 das Kommando über die Division "Lüdecke", wobei er
am 23.05.1945 in amerikanische und anschließend in englische
Kriegsgefangenschaft gerät, aus der er am 05.03.1948 entlassen wird.
Otto Joachim Lüdecke verstarb am 14.02.1971 in Hassel bei Celle.