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Ritterkreuzträger Werner Lutze
Oberstleutnant, Infanterie

 
Werner Lutze wurde am 28. Februar 1902 in Preußisch
Stargard/Westpreußen geboren. 1919 legte er am humanistischen Gymnasium in
seiner Geburtsstadt Abitur ab und meldet sich unmittelbar danach zum Dienst
beim Grenzschutz Ost. Er scheidet nach einem halben Jahr Dienst beim
Feld-Artillerie-Regiment 1 aus und kehrt in das Zivilleben zurück.
Lutze beginnt im Winter 1919/20 ein Studium der Rechtswissenschaften, welches
ihn nach Berlin, Tübingen und Kiel führt. Kurz vor dem Examen bricht er dieses
jedoch aufgrund des Todes des Vaters ab und meldet sich zum Dienst bei der
preußischen Schutzpolizei. Hier wird er als Offiziersanwärter eingestellt.
Nachdem er das Offiziersexamen mit gut bestanden hatte, wurde er bevorzugt zum
Leutnant und später zum Oberleutnant der Landespolizei befördert und versieht
Dienst als Bataillons- und Regimentsadjutant.
Er wird als Adjutant zum III. Bataillon des Infanterie-Regiments Potsdam
(eigentlich IR 9) in Spandau versetzt. Das III./IR 9 wird mit Teilen der
Berliner Landespolizei verschmolzen und bildet im Oktober 1935 das IR 67 in
Spandau. Mit Rangdienstalter vom 1. Oktober 1936 zum Hauptmann befördert, ist
er dann Chef der 5./IR 67. Diese Kompanie trägt die Tradition des 2.
Garderegiments zu Fuß.
Ende 1938 wird er mit seiner gesamten Kompanie nach Schwerin/Warthe zur
Aufstellung des Grenz-Infanterie-Regiments 123 versetzt. Die Kompanie trägt
nun die Bezeichnung 3./Grenz-Infanterie-Regiment 123.
Unbestätigten Schilderungen zur Folge war er im Polenfeldzug als
Bataillonskommandeur im IR 123 eingesetzt. Er erhält hier das Eiserne Kreuz
II. Klasse und ist nach Beendigung des Feldzugs Leiter von
Kompanieführerlehrgängen.
Im Januar 1940 übernimmt er als Bataillonskommandeur das II./IR 169 der
ostbrandenburgischen 68. Infanterie-Division. Bereits im Februar des Jahres
mussten seine Männer zur Aufstellung des IR 510 an die 293.
Infanterie-Division abgegeben werden, wurden jedoch ersetzt. Mit dem II.
Bataillon des IR 169 zog er sodann in den Frankreichfeldzug, wo er das EK I
erhielt.
Sein Bataillon war im Rahmen der 68. Infanterie-Division ab dem ersten Tag am
Feldzug gegen die Sowjetunion beteiligt. In der Waldzone bei Ruda reisst er an
der Spitze seines Bataillons den liegengebliebenen Angriff des Regiments vor
und wirft nach eigenem Entschluss den Gegner. Lutze öffnet hiermit der
Division in schweren Kämpfen ohne Flankensicherung die Enge von Krakowice und
macht so den Weg auf Jaworoff frei. Stürmend erobert er zwei Batterien,
Feindpanzer werden im Nahkampf vernichtet und 1.500 Gefangene gemacht. Für
diese entscheidenden Einsätze wird ihm am 24. Juli 1941 als Hauptmann und
Kommandeur des II./IR 169 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Er
ist damit innerhalb von nur acht Tagen der zweite Bataillonskommandeur der 68.
ID, welcher diese hohe Auszeichnung erhält.
Er erhält weiterhin das Infanteriesturmabzeichen in Silber und wird
rückwirkend zum Major befördert. Auf Grund einer schweren Lebererkrankung
verlässt er sein Bataillon Ende 1941 und ist einige Zeit Taktiklehrer in
Döberitz. Ende 1943 meldet er sich freiwillig an die Front, obwohl er
weiterhin frontuntauglich ist.
Er übernimmt die Führung des im Januar 1944 in Italien aufgestellten GR 994
der 278. Infanterie-Division. Mit der Division folgen schwere Kämpfe an der
Adria. Mit Rangdienstalter vom 1. März 1944 (80b) wird er zum Oberstleutnant
befördert. Im August 1944 zwingt ihn ein Rückfall seiner Lebererkrankung ins
Lazarett. Er muss abermals seine Truppe verlassen.
Im Januar 1945 meldet er sich erneut freiwillig an die Front zurück und erhält
das Kommando über das GR 935. Dieses Regiment kämpft im Rahmen der 245. ID im
Nord-Elsaß und am Niederrhein, zum Kriegsende in Norddeutschland. Am 20. April
1945 wurde er vermutlich noch zum Oberst befördert. Es folgt bis zum 26.
Januar 1946 britische Kriegsgefangenschaft.
Unmittelbar nach seiner Entlassung gründet er eine Firma in Schleswig-Holstein
und ist nebenberuflich als Arbeitsrichter der Arbeitgeberseite tätig. 1950
geht er zum Bundesgrenzschutz und ist dort zuerst Abteilungskommandeur, dann
Gruppenkommandeur, Taktiklehrer und Chef des Stabes eines
Grenzschutzkommandos. Sein letzter Dienstgrad hier ist Oberstleutnant.
1959 wird er pensioniert und tritt als wissenschaftlicher Mitarbeiter einem
Arzneiwerk bei. Am 8. Dezember 1981 verstirbt Werner Lutze in Bad Kissingen.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
Buchhinweise:
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