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Ritterkreuzträger Hans Michaelis
Oberst, Grenadiere

14.09.194216.06.1941

Am 10.09.1910 wurde Hans-Klaus Michaelis in Hesedorf im Kreis Bremervörde als Sohn eines Vizefeldwebels und Bauern geboren.
Ursprünglich von dem Wunsch beseelt, in die Marine einzutreten, wurde er am 08.10.1928 im 1. Hanseatischen Bataillon des Infanterie-Regiments 16 in Bremen Soldat. 1930 war er dann als Torpedoboots-Matrose kurzfristig zur Marine überstellt worden.
Als die Weimarer Republik unterging, war Michaelis Unteroffizier.
Am 01.08.1939 wurde er als Leutnant in das aktive Offizierkorps des IR 37 übernommen.
Den Polen- und Frankreichfeldzug machte er als Schützenkompaniechef, den Beginn des Russlandfeldzuges als Maschinengewehrkompaniechef im IR 184 mit.
Die zweite Stufe des Eisernen Kreuzes war ihm am 23.06.1940 verliehen worden. Am 06.12.1941 wurde Oberleutnant Michaelis Bataillonskommandeur des II./IR 184. Bereits am 1. Juli 1943 wurde der 32jährige Major dessen Regimentsführer. Am 28.02.1942 war Hauptmann Michaelis mit dem Deutschen Kreuz in Gold, am 13.10.1943 als Major mit dem Ritterkreuz zum Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden.
Seine Ritterkreuztat datiert in den Spätsommer 1943. Damals standen seiner 86. Infanterie-Division im Raum Isbitschni sechs sowjetische Schützen-Divisionen gegenüber. Auf sein Grenadier-Regiment 184, das er als Major führte, waren drei Sowjet-Divisionen und ein Panzer-Regiment mit 30 US-Panzern Typ "M 3 S" angesetzt. Am 4. Angriffstag, es war der 29.08.43, drohte die HKL vom zahlenmäßig weit überlegenen Gegner überrollt zu werden. Zahlreiche Ein- und Durchbrüche waren schon geschehen. Die Männer um Michaelis bekämpften einen Feindpanzer nach dem anderen erfolgreich. Dem schneidigen, persönlichen Einsatz des Regimentsführers und seiner Reserve-Kompanie war es zu verdanken, daß die feindliche, nun flüchtende Infanterie zurückgeworfen wurde und die Einbruchstelle abgeriegelt werden konnte. Der mutige Offizier "verheizte" seine Soldaten keineswegs, da er die Front halten ließ, ohne mit seinem stark ausgebluteten Regiment den Sowjets weiter nachzusetzen.
Generalleutnant Helmuth Weidling (später General der Artillerie, Schwerterträger und Kampfkommandant von Berlin, er verstarb Ende 1955 in sowjetischer Haft) schlug als Divisionskommandeur der 86. ID Major Michaelis zum Ritterkreuz vor. Sein persönliches Eingreifen war entscheidend für den gesamten Korps-Abschnitt des XX. A.K.
Mit dem Datum 01.11.1943 wurde er Oberstleutnant und Kommandeur des Jäger-Regiments 52 in der 6.Luftwaffen-Felddivision. Er blieb dies bis zum 30.06.44.
Am 01.07.1944 geriet der zwei Monate zuvor zu einem der jüngsten Obristen der Wehrmacht beförderte Michaelis für fast fünf Jahre in sowjetische Gefangenschaft.
Als Gegner war Ritterkreuzträger Michaelis gefürchtet. In der Gefangenschaft wurde er von den Sowjets als "Held" anerkannt und wegen seines Charakters respektiert. Nur bei den ersten Verhören wurde er von Politkommissaren geschlagen. Aus der anfänglichen Feindschaft wuchs die Achtung, die er auch in Freiheit seinen ehemaligen Gegnern entgegenbrachte. Zunächst hatte er mit französischen und britischen, dann auch mit russischen Veteranenverbänden fruchtbaren Kontakt, der bis zu Besuchen und Gegenbesuchen führte.
Am 01.04.1949 trat Michaelis als Hafenarbeiter in die freie Wirtschaft ein. Innerhalb eines schweizer internatioalen Konzerns wurde der Seehafen-Speditionskaufmann, zunächst Bevollmächtigter, dann Prokurist und stellvertretender Direktor der Seehafen-Filiale Bremen. Im Anschluss übernahm er ein altes bremer dementsprechendes Unternehmen. Daneben war er freier Dozent an Akademien und Fachhochschulen für internationales Handels- und Zollrecht. So bewährte sich der tapfere Frontsoldat auch im Zivilleben.
Von 1961-1966 leistete der Oberst der Wehrmacht Hans Michaelis insgesamt 7 Wehrübungen als Reserveoffizier. 1965 wurde er bspw. stellvertretender Kommandeur der Panzergrenadier-Brigade 32 in Schwanewede.
1963 wurde der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr gegründet. Oberst Michaelis gehörte dort zu den Männern der ersten Stunde. Die Landesgruppe Niedersachsen führte er von 1967 bis 1969. Für seine Verdieste um die Bundeswehr und in der Reservistenkameradschaft 6, Bremen Ost.
1990 wurde Hans Michaelis mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold ausgezeichnet trug die Verdienstauszeichnung in Gold des Verbandes deutscher Soldaten (VdS), dessen Landesvorsitzender er für Bremen viele Jahre war, bis er sein Amt wenige Monate vor seinem Tode an Oberst Dirk von Grone abgab.
Innerhalb der Interessenvertretung der hochausgezeichnetsten Frontsoldaten der Deutschen Wehrmacht, der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger des Eisernen Kreuzes e.V. (0dR), nahm Oberst Michaelis schon früh eine Vorreiter- und Führungsrolle ein. Bis wenige Monate vor seinem Tode war er Landesgruppenleiter Niedersachsen und Sektionsleiter Bremen. Seiner kameradschaftlichen Verbundenheit auch zu jüngeren Menschen im In- und Ausland ist es zu verdanken, daß sich die Ordensgemeinschaft Mitte der 90er Jahre zu einer Traditionsgemeinschaft des Eisernen Kreuzes öffnete und somit die Werte dieses alten deutschen Ordens in die Zukunft gerettet werden können.
Als die Einflussnahme des politischen  Primates auf das deutsche Militär in den 90er Jahren zunahm und Soldaten ungestraft "Mörder" genannt werden durften, eine mit Lügen und Verleumdungen arbeitende "Wehrmachtsausstellung" durch deutsche Lande tingelte und Deserteure geehrt und bezahlt wurden, resignierte Oberst Michaelis nicht. Auch das Kontaktverbot des Verteidigungsministers Scharping, welches Ritterkreuzträgern der OdR den jahrzehntelang üblichen, sehr positiven dienstlichen Verkehr mit und in Einrichtungen der Bundeswehr nun verwehrte, konnte ihn nicht zum Verzagen bringen. In Ansprachen und Briefen wirkte er. Jedes Wort kam geschliffen und früchtetragend aus seinem Mund und seiner Feder. Wer jemals eine Zeile von Oberst Michaelis las oder einen Satz von ihm hörte, dem wird die Kostbarkeit seiner Worte im Ohr und mehr noch in der Seele bleiben!
Seine soldatische Verbundenheit war vielen eine Verpflichtung, gerade jetzt weiter für Recht und Wahrheit zu kämpfen. Die Liebe zu Volk und Heimat überwand den Hass der Geschichtslosen.
Am 26. Mai 2000 verstarb Hans Michaelis in Bremen. Er hinterlässt seine pflegebedürftige Gemahlin Käthe, seine Tochter Ursula und die Enkeltöchter Antje und Mareike. Zur Trauerfeier am 2. Juni in der Kapelle des Riensberger Friedhofes in Bremen kamen seine Ordenskameraden, Freunde und Bekannte aus allen Landesteilen, um ihm eine letzte Ehre zu erweisen. Eindrucksvoll marschierten sechs aktive Offiziere ein und postierten sich an dem Sarg des Verstorbenen. Die Andacht des Pfarrers wurde ihm sehr würdig. Der militärische Werdegang und seine Funktion als natürliches Vorbild wurde dargelegt vom Kommandeur des Verteidigungsbezirks 20, Oberst Dirk von Grone, dem Neffen des berühmten Pour-le-merite-Trägers Major Jürgen von Grone. Die Enkelin Antje nahm mit sehr persönlichen Worten vor der Trauergemeinde Abschied von ihrem Großvater. Mit den Worten "Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar" nahmen seine Familie und seine unzähligen Freunde von ihm Abschied. Das Meer von Blumen und die Augen der Treue spendeten Trost. Das, was von Oberst Michaelis sterblich war, wurde hernach feuerbestattet und im Familiengrab in Hesedorf bei Bremervörde beigesetzt.
Unweit hinter der Kapelle harrt in seinem Grab ein Ordenskamerad von Oberst Michaelis: General der Artillerie Walther von Seydlitz-Kurzbach. Die Lebenswege dieser beiden Ritterkreuzträger könnten kaum unterschiedlicher sein. Von Hans Michaelis können die Deutschen einst voller Stolz reden, sein leben und Wirken galt vom ersten bis zum letzten Atemhauch dem Wohl seines geliebten Vaterlandes! Wer ihn kannte, verehrte ihn und war stolz darauf, ihm begegnet zu sein!

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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