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69. Schwerterträger Horst Niemack
Generalmajor, Panzertruppe

  
Horst Niemack wurde am 10.03.1909 in
Hannover geboren. Mütterlicherseits stammt er von einem alten
niedersächsischen Bauerngeschlecht ab.
Er trat Ostern 1927, nach seinem Abitur, am Realgymnasium Hannover, als Fahnenjunker in
das Reiter-Regiment 18, nach Stuttgart-Bad Cannstadt, in die Reichswehr ein und wurde 1931 zum Leutnant
befördert. 1933 zur Turnier- und Rennabteilung der Heeres-Reit- und Fahrschule
Hannover
versetzt, nahm er an vielen Reiterturnieren der damaligen Zeit teil.
Bereits
1934 hatten ihm seine Siege im Reitsport die höchste Auszeichnung, das
Goldene Reiterabzeichen eingetragen. 1936 wurde er Lehrer der zur
Kavallerieschule kommandierten Kavallerie- und Artillerieoffiziere und 1938
zum Master und Leiter des Jagdstalles der Kavallerieschule ernannt.
Bei
Kriegsausbruch Rittmeister, wurde er Lehroffizier der Offiziersanwärter der
Kavallerieschule in Potsdam-Krampnitz. Im Oktober 1939 kam er als
Schwadronchef zur Divisionsaufklärungsabteilung 5. Am 1. April 1940 wurde er
Kommandeur der Aufklärungsabteilung 5, mit der er im Juni 1940 als erste
deutsche Einheit bis an die Marne vorstieß. Am 13. Juli 1940 erhielt er das
Ritterkreuz und war somit der einzige Rittmeister im Frankreichfeldzug, der
damit ausgezeichnet wurde.
Zu Beginn des Russlandfeldzuges, am 22.Juni 1941 ging die als Vorausabteilung
verstärkte Aufklärungs-Abteilung 5 Richtung Njemen vor . Horst Niemack, wie
immer vorn bei seinen Männern dabei. Weiter ging es nach Orla. Der Gegner
wurde nach verlustreichen Kämpfen geworfen. Als Niemack ihn mit der
Reiterschwadron verfolgte, erreichte er die Hauptstraße des gegnerischen
Rückzugs. Kurz entschlossen versperrte er den Russen den Weg, zog PAK und
Artilleriezug nach, blieb trotz schwerer Verwundung bei seinen Männer und
hielt fünf Tage allen gegnerischen Angriffen stand. Am 6.Juli 1941 wurde Horst
Niemack im Wehrmachtsbericht erwähnt und erhält am 10.August 1941 als 30.
Offizier das Eichenlaub zum Ritterkreuz.
Als Major wurde er im Spätherbst 1941, noch nicht wieder ganz genesen,
Kommandeur der Kavallerielehrgruppe an der "Schule für schnelle Truppen"
in Potsdam-Krampnitz. Im Februar 1943 übernahm er als Oberstleutnant das
Panzergrenadierregiment 26, das nach seiner Vernichtung in Stalingrad neu
aufgestellt wurde. Am 15. Oktober 1943 übernahm er das Panzer-Füsilierregiment
"Großdeutschland". Dort , soeben zum Oberst befördert erlebte er die
schwersten Kämpfe seiner soldatischen Laufbahn. Mit Nahkampfmitteln und
Panzerfäusten ging das Füsilierregiment immer wieder gegen feindliche Panzer
vor und Oberst Niemack war immer einer der ersten, die aus dem Graben stürmten
und der seine Männer mitriss und sie so zu immer neuen Leistungen anspornte.
Am 04.juni 1944 erhielt Oberst Horst Niemack als 69. Soldat die Schwerter zum
Eichenlaub. Am 24. August 1944 wurde der Führungs-SPW mit Horst Niemack schwer
getroffen, er wurde von seinen Männern in letzter Sekunde aus dem brennenden
Wrack geborgen und vom Hauptverbandsplatz direkt nach Berlin geflogen. Nur in
einer mehrstündigen Operation konnte Professor Sauerbruch an der Charite
verhindern, das der linke Arm amputiert werden musste.
Am 24.Januar übernahm Horst Niemack von Generalleutnant Bayerlein die
Panzer-Lehr-Division. Am 10.März 1945 ging es über den Rhein, Ziel war es den
Ruhrkessel zu sprengen. Dieser letzte Einsatz scheiterte an der gewaltigen
Überlegenheit des Gegners. Generalleutnant Niemack wurde erneut schwer
verwundet. Er erhielt am 7. April 1945 das goldene Verwundetenabzeichen Bei
Kriegsende geriet er, im Lazarett Eutin in britische Gefangenschaft.
Nach dem Krieg widmete er sich wieder seiner Leidenschaft, den Pferden und war
ab 1952 Vorsitzender im deutschen Olympischen Komitee für Reiterei. Im Jahre
1953 erhielt er für seine Verdienste für die deutsch-spanische
Reiterfreundschaft von Generalissimus Franco das Großkreuz des spanischen
Militärverdienstordens. Ab 1954 war er Präsident der Ordensgemeinschaft der
Ritterkreuzträger.
Bei der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik trat Niemack als Generalmajor der
Panzertruppen der Bundeswehr bei. Am 12.Juni 1969 erhielt Horst Niemack, vom
Bundespräsidenten Lübke, das Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der
Bundesrepublik Deutschland.
ZU seinen weiteren Auszeichnungen gehören das Verdienstkreuz des
Niedersächsischen Verdienstordens, das großkreuz des Spanischen
Militär-Verdienstordens, das Deutsche Reiterkreuz in Gold, das Deutsche
Reiterabzeichen in Gold, das FN-Ehrenzeichen in Gold mit olympischen Ringen,
eine Sonderstufe der Goldenen Ehrennadel mit Lorbeerkranz des
niedersächsischen Reiterverbandes, die Ehrennadel mit Lorbeerkranz des
Verbandes der Reit und Fahrvereine im Rheinland und die Goldene Ehrennadel des
Verbandes Hannoveraner Warmblutzüchter.
Horst Niemack starb am 7. April 1992 in Hannover.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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