Hermann Leopold August von
Oppeln-Bronikowski wurde am 02.01.1899 in Berlin geboren.
Er trat am 01. April 1912 als Kadett in die Kadettenanstalt Bensberg bei Köln
ein und 2 Jahre später erfolgte seine Kommandierung zur Hauptkadettenanstalt
Berlin-Lichterfelde bei Berlin.
Am 23. März 1917 trat er als Fähnrich in das Ulanen-Regiment "Prinz August
von Württemberg" Nr. 10 ein, welches in Züllichau in Ostbrandenburg
stationiert war. Kurze Zeit später wurde er von der Ersatztruppe zum aktiven
Regiment versetzt, das im Raum Warschau als Besatzungstruppe fungierte. Am 19.
Dezember 1917 wurde er zum Leutnant befördert.
Da er sich freiwillig zum Fronteinsatz bei der Infanterie meldete, kam er zum
Infanterie-Regiment "Prinz Carl" Nr. 118 an die Westfront.
Dort wurde er im Frühjahr 1918 als Zug- und Stosstruppführer in der Champagne
und den Argonnen eingesetzt. Er führte alle Unternehmen selbst und erwarb sich
so im Sommer 1918 das Eiserne Kreuz II. Klasse und erheilt als einer der
jüngsten Leutnante der Armee am 15.Oktober 1918 das Eiserne Kreuz I. Klasse,
persönlich überreicht von Generalleutnant von Kleist. Weiterhin erheilt er die
hessische Tapferkeitsmedaille.
Mittlerweile wurde er wieder zum Ulanen-Regiment Nr. 10 versetzt, das sich in
Estland befand, um als schnelle Eingreiftruppe die russischen Truppen zu
überrennen und im Überraschungsangriff St. Petersburg einzunehmen. Doch das
Unternehmen wurde nicht durchgeführt und so erlebte das Regiment den
Zusammenbruch des Deutschen Kaiserreichs in Tallin.
Am 17. Dezember 1918 kehrte Hermann Leopold August von Oppeln-Bronikowski in
die Friedensgarnison nach Züllichau zurück. Anfang 1919 kämpfte er mit anderen
freiwilligen gegen polnische Aufständige, vor den Toren der Garnison, die die
Provinz Posen in ihre Gewalt gebracht hatten.
Am 05.Juni 1919 erhielt er als Führer der 1. Eskadron im Ulanen-Regiment 10
das Bewährungsabzeichen des V. Armeekorps.
Im Herbst 1919 wechselte das Ulanen-Regiment zum Reichswehr-Regiment 10,
aufgrund des Versailler Vertrages, um. Er selbst wurde 1920 in die Reichswehr
übernommen und blieb, trotz einige Abkommandierungen, der Kavallerie treu.
Aufgrund seines reiterischen Könnens, wurde er 1923 für 2 Jahre an die
Infanterieschule Ohrdruf als Leiter der Reiterausbildung und Aufsichtsoffizier
kommandiert.
Zurückgekehrt zu seinem Kavallerie-Regiment wurde Hermann Leopold August von
Oppeln-Bronikowski am 01. April 1925 zum Oberleutnant befördert.
In den folgendes 3 Jahren war er als Regimentsnachrichtenoffizier tätig und
die weiteren 5 Jahren als Regimentsadjutant.
Nach der Beförderung zum Rittmeister am 01.Juni 1933 kam er zur berühmten
Kavallerieschule nach Hannover, wo er zunächst als Abteilungsadjutant, dann
als Reitlehrer und dann als Berater im Schulstall arbeitete.
Als Mitglied der Deutschen Reiterequipe nahm er an verschiedenen nationalen
und internationalen Reitturnieren teil und konnte sein Können so mehrmals
unter Beweisstellen. Eine besondere Auszeichnung war die Nominierung in den
Kader der Dressurreiter der Deutschen Olympiamannschaft von 1936. In der
Mannschaftswertung konnte der deutsche Kader, darunter Hermann Leopold August
von Oppeln-Bronikowski, die Goldmedaille erringen.
Nach Olympia kehrt er wieder zurück zur Kavallerieschule nach Hannover wo er
zunächst Dienst als Adjutant der Offiziers- und Unteroffiziersschule tut.
Ende 1936 wurde er Eskadronschef im Reiterregiment 10 in Torgau.
Als Major wird er am 01.Oktober 1937 Kommandeur der Radfahrerabteilung des
Regiments.
Noch vor dem Einmarsch in die Tschechoslowakei wurden aus dem
Kavallerie-Regiment 10 mehrere Aufklärungsabteilungen aufgestellt.
Oppeln-Bronikowski wird daher Kommandeur der Aufklärungsabteilung 24 der 24.
Infanterie-Division, der sogenannten Eisbär-Division von Generalleutnant
Friedrich Olbricht.
Mit dieser Abteilung war er im Polenfeldzug meist an der Spitze der Division
zu finden. So konnte er bspw. die Warthebrücke bei Warta unzerstört in die
Hände bekommen und so den schnellen Vormarsch sichern.
Als Anerkennung erhielt er am 25. September 1939 die Wiederholungsspange zum
Eisernen Kreuz II. Klasse in Czubin und am 10. November 1939 die Spange zum
Eisernen Kreuz I. Klasse in Tönnisstein.
Ab dem 01. April 1940 wurde er in das OKH, in den Stab des "Generals der
Schnellen Truppen" versetzt. Dort wertete man unter dem Obersten Ritter
von Thoma den Polenfeldzug aus um aus den Resultaten praktische Vorschläge
im Bezug auf Strukturierung, Bewaffnung und Ausrüstung neu aufzustellender
Panzerdivisionen machen zu können. Oppeln-Bronikowski war als Referent für die
gesamte Aufklärung des Heeres zuständig. Weiterhin war er für die Umrüstung
der noch bestehenden Kavallerie-Divisionen in Panzerdivisionen zuständig.
Hierbei insbesondere die 1. Kavallerie-Division in die 24. Panzerdivision.
Am 01. August 1940 wird er zum Oberstleutnant befördert und wird nach seiner
freiwilligen Meldung zur Panzertruppe am 01. Oktober 1941 zur Panzer-Brigade 5
in der 4. Panzerdivision kommandiert.
Seinen ersten Panzerangriff erfolgte innerhalb der Kampfgruppe Eberbach vom
Panzerregiment 35 am 25. Oktober 1941. Man stieß von Orel vor mit dem Ziel
Tula bei Moskau.
Mitte Januar 1942 übernahm er das Kommando über das Panzer-Regiment 35 von
Generalmajor Friedrich Eberbach und wurde am 01. Februar 1942 zum Oberst
befördert. Bei den kämpfen um Brjansk erwarb er sich den Ruf eines kühnen
Panzerfahrers und erhielt das Panzerkampfabzeichen in Silber.
Am 16. Oktober 1942 übernahm er das Kommando über das Panzerregiment 204 der
22. Panzerdivision. Sein Operationsgebiet war der Don-Donez-Raum, Kalatsch und
der große Donbogen. Er war mit seinem Regiment einer der Stabilitätsfaktoren
die die Front hielten. Am 10. November 1942 waren von den verfügbaren 104
Panzern jedoch nur 39 einsatzbereit, da Mäuse sämtliche Kabelverbindungen
angefressen hatten.
Bei einem Einsatz am 25. November 1942 wurde er verwundet und erhielt das
Verwundetenabzeichen in schwarz.
Vom 06. Dezember 1942 bis 05. Januar 1943 kämpfte das 48. Panzerkorps, zu der
auch die "Gepanzerte Gruppe von Oppeln" gehörte gegen eine vielfache
Übermacht. Oppelns Kampfgruppe vernichtete dabei 451 gegnerische Panzer, 209
Geschütze und 752 schwere Infanteriewaffen. Dafür erhielt er an seinem 44.
Geburtstag, dem 01. Januar 1943, das Ritterkreuz verliehen. Am Ende der
Kämpfe stand dem Regiment allerdings nur noch ein funktionsfähiger Panzer zur
Verfügung.
Am 17. Februar 1943 wurde er zur 6. Panzerdivision versetzt und übernahm das
Kommando über das Panzer-Regiment 11, mit dem er im Sommer 1943 an der "Operation
Zitadelle" teilnahm. Dabei erwarb er sich das Deutsche Kreuz in Gold am
07. August 1943. Nach einer dort erlittenen schweren Verwundung übernahm er
nach seiner Genesung im Spätherbst 1943 das Kommando über das Panzer-Regiment
100 der 21. Panzerdivision.
Im Frühjahr 1944 wurde das Regiment nach Frankreich verlegt und in
Panzer-Regiment 22 umbenannt. Beim Kampf um Caen konnte er 32 Tage lang seine
Stellung halten, ohne auch nur einen Meter Boden zu verlieren, allerdings
verlor der 50% des Panzerbestandes seines Regiments. Dafür wurde er am 28.Juli
1944 mit dem 536. Eichenlaub ausgezeichnet.
Am 26. September 1944 nahm er an einem Divisionsführerlehrgang teil um am 07.
November 1944 , von Generalleutnant Mortimer von Kessel, die Führung der 20.
Panzerdivision zu übernehmen. Am 30. Januar 1945 erhielt er die Beförderung
zum Generalmajor.
Am 20. Februar wird seine Division im Eiltransport nach Oberschlesien verlegt,
dort durchstieß er einen Einkesselungsversuch bei Ratibor/Gleiwitz und
verhinderte in harten Abwehrkämpfen einen direkten Stoss auf Berlin.
Dem XIV. Panzerkorps unterstellt, erhielt er den Auftrag den auf dem Westufer
der Oder stehenden Feind auf das Ostufer zurückzudrängen, was er erledigte,
ebenso wie die Verteidigung der Stadt Neiße.
Für kurze Zeit kämpfte er einen schmalen Korridor zur Festung Breslau, über
den Berg Zobten frei. Anschließend befreite er die eingeschlossenen 1200
Soldaten der Festung Bautzen. Gegnerische Angriffe konnte er bis nach
Spremberg zurückwerfen.
Für diese Leistungen erhielt er am 17. April 1945 als 142. Soldat der
Wehrmacht die Schwerter zum Eichenlaub verliehen.
Am 08.Mai 1945 erfährt Oppeln-Bronikowski auf dem Gefechtsstand des
Fallschirm-Panzerkorps "Hermann Göring" von der Kapitulation in der
kommenden Nacht. r löst daraufhin seine Division auf und ermöglicht es den
Angehörigen der Division in kleinen Gruppen zu den Amerikanern zu gelangen. Er
selbst geriet am 18. Mai 1945 in amerikanische Gefangenschaft. Die brachten
ihn am 03. Juni 1945 in das Lager Staudemühle bei Paderborn und anschließend
in das britische Kriegsgefangenlager Nr. 2224 bei Brügge in Belgien. Dort
wurde er aus der Wehrmacht entlassen, da man herausfand, das er der
Verteidiger von Caen war, und internierte ihn im Lager 2221 bei Brüssel. Am
26. April 1946 kehrte er zurück ins Lager Staudemühle und wurde erst nach 2
Jahren als Kriegsverbrecher beschuldigt und verhört. In die Kategorie "völlig
unschuldig" eingestuft wurde er am 04.Juli 1947 entlassen.
In der Nachkriegszeit bereitete er bspw. die kanadische Reiterequipe auf die
olympischen Spiele in Tokio vor und nahm am Wiederaufbau der deutschen
Streitkräfte aktiv teil.
Hermann Leopold August von Oppeln-Bronikowski starb am 18.09.1966 in
Gaißach.