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Ritterkreuzträger Johannes Pintschovius
Oberstleutnant, Infanterie

Johannes Pintschovius wurde am 03.02.1904 in Treptow im Kreis Greifenberg geboren und gehörte mit Meldung vom 03.01.1939 als Hauptmann und Chef der 5. Kompanie zum Infanterie-Regiment 27.
Er erhielt als Hauptmann und Kommandeur des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 202 der 75. Infanterie-Division am 05.05.1942 das Ritterkreuz.
Im gleichen Jahr übernahm er als Hauptmann von Major Wellenkamp das Kommando über das Infanterie-Bataillon zbV. 500, das zu dieser zeit der 101. Jäger-Division unterstand. So meldet Major Pintschovius am 24.10.1942 an die Division, das in hartem Kampf die Höhe 490,7 durch die 1. Kompanie seines Bataillons genommen werden konnte, womit sich die Lage für Bataillon und Division verbesserte. Der Divisionskommandeur befahl dann den weiteren Angriff, um die Verbindung zum III. Bataillon des Jäger-Regiments 229 herzustellen, das eingeschlossen war. Das Bataillon stößt auf der 490,7 nach Süden vor, bleibt aber in der Abwehr des Gegners zunächst liegen, bis Major Pintschovius um 21,40 Uhr die Verbindung zum eingeschlossenen Bataillon melden kann. Am 25.10.1942 meldet das Bataillon gegen 21.00 Uhr einen starken Feindangriff auf Saraj Gora. Das dort verteidigende Pionier-Bataillon 213 liess sich überrennen und machte auch nicht den Eindruck die beherrschende Höhenstellung am Ort zu halten. Gegen 22.45 Uhr ging der Ort verloren. Pintschovius befürchtet das Abschneiden der eigenen Kräfte. Um dieser Gefahr zu entgehen befielt die Division die Stellung aufzugeben, dabei kommen 2 Kompanien des Bataillons durch die Dunkelheit vom Wege ab, können sich aber bis zum 26.10. 14.00 Uhr wieder zu den eigenen Linien durchschlagen. Der Gegner verlor dabei 50-60 Gefallene. Das Bataillon galt als hochwertige Divisionsreserve. Desertationen kamen kaum vor und man übertrug dem Bataillon auch wichtige Angriffsaufgaben. Allerdings zahlte es dabei einen hohen Blutzoll. So war das bat5aillon im Januar 1942 voll aufgefüllt, doch bis Januar 1943 mussten über 1.500 Mann neu zugeführt werden.
Beim Endkampf ums Reich übernahm er das Kommando über die Heeres-Unteroffiziers-Schule 14 aus Kosten bei Posen. Die HUS 14, jetzt als so genannten Gneisenau-Kampfgruppe 8, sollte eigentlich zunächst den Stützpunkt Warthbrücken - Tonningen zu verstärken. Jedoch gelangten nur der Stab unter Oberstleutnant Pintschovius sowie das Gros der 3. und 4. Kompanie, nebst kleinen Teilen der 2. Kompanie in den befohlenen Raum.
Am 20.01.1945 wurde der Ort Warthbrücken von den Russen, trotz harter Gegenwehr der 2. Kompanie, eingenommen. Der andere Teil der HUS 14 blieb dagegen unbehelligt und so zog er sich am Abend aus dem Ort in Richtung Westen zurück. Der Kommandeur wählt den Weg nach Konin, da er nicht vermutet das dieser Ort bereits vom Feind besetzt ist. Am Stadtrand wird die Einheit auf deutsch angesprochen und die Unteroffiziere sehen sich bereits gerettet, als feindliches MG-Feuer einsetzt und auch ein russischer Panzerspähwagen in das Gefecht eingreift. Die deutschen Soldaten flüchten derart überrumpelt, auseinander.
Aus dem Gros bilden sich 2 Gruppen, die eine unter dem Kommandeur zieht sich in einen nahegelegenen Steinbruch zurück und die andere entkommt in ein Waldstück. Beide Gruppen haben keinerlei Verbindung untereinander. Die Gruppe des Kommandeurs umfasst ca. 200 Mann die andere im Waldstück ca. 60, die restlichen 40 Mann sind versprengt.
Die Kommandeursgruppe bildet einen Spähtrupp aus Offizieren und Unteroffizieren, wobei der Kommandeur dessen Führung übernimmt. Aus nicht bekannten gründen findet dieser Spähtrupp den Rückweg zum Steinbruch nicht mehr, trifft aber auf die Gruppe im Waldstück. Die dort befindliche Gruppe besteht nun also aus ca. 70 Mann. Oberstleutnant Pintschovius hält tagsüber jede Bewegung für gefährlich und verharrt so in Deckung.
Die andere Gruppe wird nun von Hauptmann Tietzen, dem Chef der 4. Kompanie übernommen. Hier befindet sich auch Oberleutnant Kern, der Chef der 3. Kompanie.
Im Laufe des Tages gelingt es der Gruppe Tietzen aus dem Steinbruch zu entkommen, wird entdeckt und kann schließlich unter einigen Verlusten in einen nahen Wald flüchten. Die Gruppe marschiert jedoch auch nachts weiter und erhielt Verstärkung durch versprengte Volkssturmmänner und andere Soldaten. Diese, nunmehr aus ca. 250 Mann bestehende Gruppe wird auf freiem Feld morgens, am 22.01.1945,  von 5 Panzern angegriffen, die mitten in die Gruppe hineinfahren. Zwei bis drei Panzer können vernichtet werden und nach sammeln der Gruppe besteht sie nun nur noch aus 180 Mann, wobei allerdings die Verpflegung der Verwundeten größte Schwierigkeiten bereitet. Weiterhin erhielten die Soldaten seit dem 19.01. keinerlei Verpflegung.
Die Gruppe Tietzen marschierte am Abend des 22.01. in nordwestlicher Richtung weiter und entschließt sich aufgrund des Hungers eine auf einem Gehöft lagernde russische Nachschubeinheit zu überfallen. Diese allerdings war sich der Gefahr umherstreifender deutscher Soldaten bewusst und hatte Posten aufgestellt die sich als sehr treffsicher erwiesen. Dennoch wird der Gegner vernichtet. Durch plötzlich auftauchende Panzer zieht die Gruppe weiter, von den 130 verbliebenen Männer sind ca. 25 - 30% verwundet.
Am 23.01.1945 liegt die Gruppe auf einem Bauernhof, als ein russischer Parlamentär erscheint, der jedoch zurückgeschickt wird. Am 24.01.erreicht die Gruppe den Skorzenciner-See und rastet dort. Als zwei russische Reiter das Eis überqueren entdecken diese die Deutschen nicht, jedoch feuert ein Posten auf die beiden Reiter und verwundet einen, der später gefangen genommen wird. Der andere kann entkommen. Nun greift der Gegner von mehreren Seiten, auch mit Pak- und Panzerunterstützung an. Tietzen bricht schwerverwundet zusammen und die Gruppe löst sich auf. Einzelne HUS-Schüler versuchen in die angrenzenden Wälder, teilweise unter Mitnahme verwundeter Kameraden, zu entkommen.
Die Gruppe um Oberstleutnant Pintschovius schlug ebenfalls die nordwestliche Route ein und marschierte vornehmlich nachts. Etwa am 23.01. nachts, als die Gruppe in einem Haus Quartier machen wollte, wurde sie von russischen Panzern angegriffen. Drei Mann wurden abgesprengt, von denen nur einer überlebte.
Pintschovius teilte nun die verbliebenen Männer in 2 Gruppen, wobei von der einen nie wieder etwas gehört wurde. Er selbst marschierte mit seinen 30 Mann nun auch tagsüber weiter. In den Vormittagsstunden schlossen sich ihm 50 Mann einer bessarabischen Volkssturmeinheit an, als Mittags ein russischer Überfall erfolgte. Die Gruppe wurde eingeschlossen und ergab sich. Den Männern wurden Uhren und Wertsachen abgenommen. Im Oberstleutnant erkannte man einen hohen Offizier und auch das Ritterkreuz - er wurde durch mehrere Soldaten mit Kolbenschlägern erschlagen. Von dieser Gruppe entkam nur ein einziger Mann.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Leutnant ??? Eisernes Kreuz II. Klasse

???

Oberleutnant ??? Eisernes Kreuz I. Klasse ???
Hauptmann 01.02.1938 (42) Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 05.05.1942
Major ???
Oberstleutnant ???

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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