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Ritterkreuzträger Karl Radermacher
Leutnant, Infanterie

26.07.194122.06.194022.07.1943

Karl Radermacher wurde am 12.12.1922 in Aachen als Sohn eines Eisverkäufers geboren. Nach einer Lehre als Elektriker und Monteur und der Mitgliedschaft in der Hitlerjugend, wurde er im März 1942 eingezogen. Nach einer kurzen Grundausbildung, u.a. am LMG und sMG, kam Radermacher im Sommer 1942 an die Ostfront. Als späterer Ritterkreuzträger als Granatwerfertruppführer, muss hier angemerkt werden, daß Radermacher selbst nie Granatwerferschütze war.
Die ersten Einsätze seinen Grenadier-Regiments 45 innerhalb der 21. Infanterie-Division, brachten für den unerfahrenen Radermacher an der Leningrad-Front die Feuertaufe. Unerfahren wie er war, war er auf die Hilfe der "alten" Landser angewiesen, die ihm das nötige "Rüstzeug" mit auf den Wag gaben. Zunächst wurde er in den harten Graben- und Bunkerkämpfen, sowie auf Stoßtrupp, als MG-Schütze 2 und später als MG-Schütze 1 und später als Gruppenführer eingesetzt. Im Zuge der immer härter werdenden Kämpfe wurden die schweren Kompanien, ehemals MG-Kompanien, in Trupps aufgeteilt und getrennt voneinander bei verschiedenen Kompanien eingesetzt. So verdiente sich Radermacher im Oktober 1942 bei der 6. Kompanie des Regiments das Eiserne Kreuz II. Klasse und das Infanterie-Sturmabzeichen in Silber.
Mit seiner Gruppe übernahm er dann die Sicherung eines Granatwerferzuges, der "Fuß-Artillerie" des Regiments. Dabei leicht verwundet, kehrt er nach einem kurzen Lazarett-Aufenthalt zur Kompanie zurück und erlebt so die Aufgabe der Leningradfront mit den anschließenden Rückzugskämpfen. Dabei wurde er erneut verwundet, kann aber nach kurzer Zeit wieder zur Truppe stoßen. Dort wird er zeitweise als Bataillonsmelder verwendet und überbrachte den Kompanie- und Zugführern mitten im Gefecht wichtige Meldungen. Dafür erhielt er im Februar 1944 das Eiserne Kreuz I. Klasse, wobei er bereits die Nahkampfspange in Silber trug.
Im Frühsommer 1944 lag das Regiment in einer festen Stellung und erwartete jeden Moment die sich ankündigende gegnerische Großoffensive. Ständige Stoßtrupps, Scheinattacken und andauerndes Abklopfen der Front, sollten die deutschen Soldaten nicht zur Ruhe kommen lassen und den Schwachpunkt der Front herausfinden. Nachdem es dem Gegner dabei gelang an der Flanke des II. Bataillons einzusickern, kam es zum Kampf Mann gegen Mann. Radermacher lag dabei mit seiner Gruppe mitten im Abschnitt und führte den Widerstand, nachdem sämtliche Offiziere und Feldwebel ausgefallen waren. Als sicher Gegner nach schweren Verlusten zurückzog, raffte Radermacher einige seiner Kameraden zusammen und führte einen Gegenstoß. Obwohl dieser im Niemandsland selbst durch das gegnerische Abwehrfeuer stark dezimiert wurde, fügte er dem Gegner dennoch weitere schwere Verluste zu. Dadurch brachte Radermacher der schwer ringenden Front spürbare Entlastung. Dafür wurde er zum Ritterkreuz vorgeschlagen, was er als einer der rangniedrigsten der deutschen Wehrmacht am 04.05.1944, als Gefreiter und Granatwerfertruppführer, verliehen bekam.
Einige Zeit später zum Unteroffizier befördert, konnte er bereits über 40 Nahkampftage für sich verbuchen. Der mit der Verleihung des Ritterkreuzes einhergehende Tapferkeitsurlaub in die Heimat, brachte Radermacher die bevorzugte Beförderung zum Feldwebel, womit er zum Führer des 2. Zuges der 6. Kompanie aufstieg.
In der Folge nahm der stets bescheidene Radermacher an den Kämpfen im Baltikum und an den ersten Kurlandschlachten teil. Dabei traf die Nachricht von der Verleihung der Nahkampfspange in Gold beim Regiment ein. Mit dieser Verleihung wurde Radermacher, als anerkannter Nahkampfspezialist nach dem Führer-Befehl, aus der Front gezogen, zum Fahnenjunker-Feldwebel ernannt und zur Offiziersausbildung an die Kriegsschule Potsdam versetzt. Die Goldene Nahkampfspange wurde ihm zwei Monate später persönlich verliehen. Zusammen mit 82 weiteren verdienten Soldaten des Heeres und der Waffen-SS, erhielt er die Auszeichnung am 12.12.1944 im Rathaus von Ulm vom Reichsführer SS persönlich überreicht. Dies war übrigens die größte Übergabezeremonie dieser Tapferkeitsauszeichnung. Weiterhin erhielt er mit der Übergabe der Auszeichnung Kenntnis von der Beförderung zum Leutnant. Zusammen mit der Verleihung der Nahkampfspange konnte der Beliehene auch zum Deutschen kreuz in Gold eingereicht werden.
Obwohl die Verleihungs-Bestimmungen eindeutig waren, kam Radermacher im Frühjahr 1945 im Rahmen einer Alarmkampfgruppe der Kriegsschule Potsdam an die Oderfront bei Frankfurt/Oder, wo er noch einmal verwundet wurde.
Karl Radermacher machte sich nach dem Krieg als Lebensmittelhändler selbstständig, wechselte dann nach 25 Jahren in das Dienstverhältnis eines Bankangestellten über und ging 1987 wohlverdient in den Ruhestand.

Beförderungen

 

Auszeichnungen

Gefreiter ??? Eisernes Kreuz II. Klasse ??.10.1942
Obergefreiter ??? Infanterie-Sturmabzeichen in Silber ???
Unteroffizier ??? Eisernes Kreuz I. Klasse ??.02.1944
Feldwebel ??? Nahkampfspange in Silber ???
Fahnenjunker-Feldwebel ??? Verwundetenabzeichen in Silber ???
Leutnant 12.12.1944 Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes 04.05.1944
Nahkampfspange in Gold 21.10.1944
Deutsches Kreuz in Gold 27.11.1944

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