Johann "Hans" von Ravenstein wurde am 01.
Januar 1889 in Strehlen/Schlesien als Sohn eines Leutnant geboren und
entstammte einer alten Soldatenfamilie die am 01. August 1857 mit Major
Friedrich Ravenstein in den preußischen Adelsstand erhoben wurde.
Johann von Ravenstein ging durch die harte Schule des preußischen
Kadettenkorps und kam 1909 aus der Hauptkadettenanstalt Berlin-Lichterfelde
als Fähnrich zum Grenadier-Regiment König Wilhelm I. (2. Westpreußisches) Nr.
7 in Liegnitz. Von dort wechselte er bald zum 7. Westpreußischen
Infanterie-Regiment Nr. 155 nach Ostrowo, dort wurde er am 24. März 1909 in
der 5. Kompanie zum Leutnant befördert.
Als Bataillonsadjutant zog von Ravenstein im August 1914 in den Krieg,
vorrangig an der Westfront. Kampforte wie Verdun, Champagne, Somme, "Toter
Mann" und "Chemin des Dames" erlebte er hautnah. Aus diesem Krieg
trug er 3 Verwundungen davon. Für die Erstürmung des "Toten Mannes"
erhielt von Ravenstein 1916 das Ritterkreuz des Königlichen Hausordens von
Hohenzollern mit Schwertern.
Ganze 2 Jahre später wurde dem nunmehrigen 29 jährigen Oberleutnant Johann von
Ravenstein während der deutschen Frühjahrsoffensive 1918 das Kommando über das
I. Bataillon des Füsilier-Regiments von Steinmetz (Westpreußisches) Nr. 37
anvertraut. Mit diesem Bataillon durchstieß er am 27. Mai 1918 bei Soissons
die feindliche Front, nach dem er den berüchtigten "Chemin des Dames"
überwunden hatte und mit 10 Soldaten auf Rädern die Aisne-Brücke bei Bourg
unversehrt erobern konnte. Das Bataillon machte 1500 Gefangene, eroberte 32
Geschütze und 30 Maschinengewehre sowie große Mengen an weiterem
Kriegsmaterial. Von Ravenstein erhielt dafür den Pour le Merite und wurde
bevorzugt zum Hauptmann befördert.
Am 30. März 1920 scheidet von Ravenstein aus dem aktiven Militärdienst aus und
absolviert ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften. Danach tritt er
in den höheren kommunalen Verwaltungsdienst ein und war von 1927 - 1933
Direktor des städtischen Verkehrs- und Presseamtes in Duisburg, bis er am 01.
Mai 1934 als Major reaktiviert wurde. Bei Kriegsbeginn hatte er als Oberst das
Kommando über das Kavallerieschützenregiment 4. Mit diesem Regiment nahm er am
Polen- und Westfeldzug teil und bewährte sich auch im modernen Krieg erneut.
Dies fand offizielle Anerkennung durch die Verleihung des Ritterkreuzes am
03.Juni 1940. Als Begründung wurde angegeben:
"Oberst Johann von Ravenstein war mit
seinem Schützenregiment maßgeblich am Übergang über die Maas und am Durchbruch
durch die belgischen Befestigungen beteiligt. Unter seiner persönlichen
Führung wurde die Besatzung eines von feindlichen Panzer- und
Infanteriekräften gehaltenen Ortes in umfassendem Angriff vernichtet bzw.
gefangengenommen."
Im weiteren verlauf des Krieges stieg von
Ravenstein zum Generalleutnant auf und geriet am 29. November 1941 in
Nordafrika als Kommandeur der 21. Panzerdivision bei Capuzzo in
neuseeländische Kriegsgefangenschaft. Diese verbrachte er in Kanada und kehrte
1948 nach Deutschland zurück. Dort übernahm er in Duisburg erneut den Posten
des Verkehrsdirektors und ging 1954 in Pension.
Johann von Ravenstein starb am 26. März 1962 im Alter von 74 Jahren in
Duisburg