Hans-Wolfgang Reinhard wurde am 11.12.1888
in Hohenstein-Ernsttal als Sohn des Rechtsanwalts Hans Eberhard Reinhard und
seiner Frau Helene geb. Klien geboren und trat am 30.03.1908 als
Fahnenjunker der Armee bei, wo er dem 8. (Sächs.) Infanterie-Regiment "Prinz
Johann Georg" Nr. 107 zugeteilt wurde. Später wechselte er dann zum 16.
(Sächs.) Infanterie-Regiment nr. 182, mit dem er an den Kämpfen des 1.
Weltkrieges teilnahm. Bereits am 22.06.1914 erfolgte mit Wirkung vom
01.10.1914 eine Kommandierung an die Kriegsakademie, die jedoch infolge der
Mobilmachung aufgehoben wurde. Reinhardt wird kurz vor Ende des Jahres 1914
als Kompanieführer und ab Februar 1915 als Bataillons-Adjutant geführt, bis
er schließlich am 27.09.1915 verwundet wird. Mit dem 28.11.1915 wird er
wieder als Kompanieführer in seinem Regiment genannt.
Am 02.11.1916 wird er zum Führer des II. Bataillons und am 21.02.1917 als
stellvertretender Adjutant zum XII. Armeekorps kommandiert. Dorthin erfolgte
dann auch mit dem 01.07.1917 seiner Versetzung zur Ausbildung im
Generalstabsdienst. Nach abgeschlossener Ausbildung kommt er ab dem
15.10.1917 im Generalstab der 19. Ersatz-Division zum Einsatz.
Mit Ende des Krieges findet er am 17.03.1919 als Kompanieführer in einer
Grenzjäger-Abteilung der Freiwilligen-Grenzjäger-Brigade 2 im bereich des
Generalkommandos des XII. Armeekorps im Freistaat Sachsen, Erwähnung.
Reinhardt wird dann in das Reichsheer übernommen, wo er zunächst den Posten
des Adjutanten des 3. sächs. Grenzjäger-Reichswehr-Regiments 37, dem
späteren Reichswehr-Infanterie-Regiment 37, der Reichswehr-Brigade 19 in
Leipzig übernimmt, die im Juni 1919 aus der Freiwillligen-Grenzjäger-Brigade
2 gebildet worden war.
Er wechselte am 01.10.1921 als Adjutant zum 11. (Sächs). Infanterie-Regiment
nach Leipzig, wo er ab dem 01.04.1922 den Posten des Chefs der 9. Kompanie
übernahm. Am 31.08.1923 folgte eine Kommandierung zum 4.
(Preußisch-Sächsischen) Artillerie-Regiment nach Dresden und am 01.04.1924
die Versetzung in den Generalstab des Infanterieführers IV nach Dresden,
bzw. ab dem 01.10.1925 beim Generalstab des Artillerieführers V. Von dort
erfolgte am 10.10.1927 die Versetzung zum Stab der 4. Division, bzw. am
01.10.1931 die Ernennung zum Kommandeur des I. Bataillons im 11. (Sächs.)
Infanterie-Regiment in Freiberg.
Ab dem 01.04.1934 Kommandeur des 11. (Sächs.) Infanterie-Regiments in
Leipzig, dem späteren Infanterie-Regiment Leipzig, bzw. des
Infanterie-Regiments 11, gab er am 14.03.1937 das Kommando ab und wird mit
dem 01.07.1937 zu den Offizieren zbV. beim Reichsminister für Luftfahrt
versetzt um ab dem 01.10.1937 den Posten des Kommandeurs des
Luftgau-Kommandos Dresden, dem späteren Luftgau-Kommando VII, den er bis zum
04.02.1938 bekleidete.
Anschließend steht er er zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres und
wird am 10.11.1938 mit der stellvertretenden Führung der Geschäfte des
Infanterie-Kommandeur 26, für Generalmajor Joachim Witthöft, beauftragt.
Ab dem 24.11.1938 übernimmt Reinhardt das Kommando über die
35. Infanterie-Division in Karlsruhe.
Mit Beginn des 2. Weltkrieges bezieht die Division zunächst Stellungen am
Westwall und führt sie dann durch die Kämpfe im Feldzug gegen Frankreich. Am 25. November 1940
gibt er die Division an General der Infanterie
Walther Fischer von Weikersthal ab und wird zum Kommandierenden General des
LI. Armeekorps ernannt. Mit diesem nimmt er zunächst am Balkan-Feldzug und
später im Süden der Ostfront teil.
Für die Angriffserfolge seines Korps im Raum Kiew, wird er als General der
Infanterie und Kommandierender General des LI. Armeekorps am 22.09.1941 mit
dem Ritterkreuz ausgezeichnet.
Am 08.05.1942 wird Reinhardt in die Führer-Reserve versetzt, um ab Juni 1942
den Posten des Kommandierenden Generals des LXXXVIII. Armeekorps zu
übernehmen. Das Armeekorps fungierte bis Juli 1944 auch als Befehlshaber der
Truppen des Heeres in den Niederlanden und als Stab der Küstenverteidigung
beim Wehrmachtsbefehlshaber Niederlande. Als es im Zuge der
Rückwärtsbewegungen des deutschen Heeres im Herbst 1944 zu Plünderungen
durch deutsche Fallschirmjäger in den Niederlanden kam, forderte Reinhardt
ein korrektes Verhalten der deutschen Truppen und sprach sich entschieden
gegen diese Aktionen aus.
Am 22.12.1944 gab er das Kommando an den General der Infanterie Felix
Schwalbe ab und wurde zunächst erneut in die Führer-Reserve versetzt, bis er
am 31.01.1945 zum Kommandierenden General des stellvertretenden
Generalkommandos des IV. Armeekorps in Dresden ernannt wurde und damit die
Nachfolge Viktor von Schwedlers antrat. Damit einhergehend erfolgte auch die
Ernennung zum Befehlshaber im Wehrkreis IV. Diesen Posten gab er jedoch am
10.04.1945 wieder ab und wurde erneut in die Führer-Reserve versetzt.
Zu seinem Nachfolger wurde Walther Krüger ernannt. Eine weitere Verwendung
ist bislang nicht bekannt.
Hans-Wolfgang Reinhard starb am 06.10.1950 in Karlsruhe.