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Ritterkreuzträger Max Rehbein
Hauptmann der Reserve, Pioniere

Max H. Rehbein - das "H" steht übrigens für Heimo - ist nur einer von fünf mit dem Ritterkreuz ausgezeichneten bewährten deutschen Soldaten des II. Weltkrieges, die sich im Rundfunk und Fernsehen der Nachkriegszeit einen besonderen Namen machten, außer Max H. Rehbein, waren dies:

  • Klaus von Bismarck (geb. 1912), RK am 31.12.1941 als Oberleutnant und Bataillonsführer 1./IR 4, 669. Eichenlaubträger am 26.11.1944 als Major und Kommandeur Gren.Regt. 4, zuletzt Oberstleutnant; 1961-1976 Intendant des WDR

  • Hans Guhr (1916-1969), RK am 10. 9. 1942 als Oberleutnant und Regimentsadjutant im Gren.Regt. 513, zuletzt Major i. G., 1951-1953 Bonner Korrespondent des Rias (Berlin), danach u. a. Pressechef im Amt Blank

  • Hans-Günther von Hasse (geb. 1917), RK am 12. 2. 1945 als Major i. G. und Generalstabsoffizier beim Kommandanten der Festung Schneidemühl; nach dem Krieg jahrelang im diplomatischen Dienst, Staatssekretär, Chef des Bundespresse- und Informationsamtes und von 1977-1982 Intendant des ZDF

  • Herbert Zimmermann (1917-1966), RK am 5. 4. 1945 als Major und Kommandeur 1./Pz.Rgt. 36; nach dem Krieg Rundfunkreporter und Leiter der Hauptabteilung Sport beim Norddeutschen Rundfunk (NDR)

Max H. Rehbein wurde am 9. Dezember 1918 in Köln als Sohn des Geheimen Hofrates Arthur Rehbein (geb. 1867) geboren. Nach dem Abitur an einem heimischen Gymnasium wurde Max H. Rehbein im Jahre 1938 zum Arbeits- und Wehrdienst einberufen, damit gehörte er zu jener Generation junger Deutscher, die damals, ohne Berufssoldat gewesen zu sein, aus der friedensmäßigen Wehrpflicht in den Krieg hineinwuchsen und ihn fast sechs Jahre lang an der Front bis zum bitteren Ende miterlebten.
Der junge Kölner kam zu den Pionieren und bewährte sich im Fronteinsatz, der ihm Beförderungen und Auszeichnungen einbrachte, nachdem ihm bereits am 7. 9. 1944 als Hauptmann im Stab des motorisierten Pionierregiments 10 das Deutsche Kreuz in Gold verliehen worden war, reichte die 24. Panzerdivision den damals 26jährigen Hauptmann d. R. und Bataillonskommandeur des Pionierbataillons 23 zum Ritterkreuz ein.
Dieses wurde Ihm am 5.3.1945 verliehen, nachdem die Reste seiner Division aus dem ostpreußischen Samland nach Schleswig-Holstein gebracht werden konnten. Bei diesen Kämpfen wurde auch Rehbein selbst, der noch kurz vor Kriegsende zum Major avancierte, schwer verwundet, dennoch war das Glück ihm hold, das ihm wegen seiner Tüchtigkeit bis zum heutigen Tage treu geblieben ist.
So gelang es dem Ex-Major trotz seiner Verwundung, sich von Schleswig-Holstein bis nach Hamburg durchzuschlagen, wo er sich zunächst als Fahrer eines britischen Stabsoffiziers betätigte. Dann siedelte er zu seiner Verlobten nach Berlin-Zehlendorf über, in deren elterlichem Haus die amerikanischen Besatzer ein Pressezentrum installiert hatten. Rehbeins Verlobte machte Übersetzungsarbeiten für einen selbst einmal in Berlin ansässig gewesenen amerikanischen Presseoffizier namens Curt Riess (1902-1993), der immer noch berlinerte wie ein Eingeborener und sich in den folgenden Jahren zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Journalisten und Schriftsteller entwickelte. Mit ihm machte ihn die zukünftige Frau Rehbein bekannt, Riess, der damals gerade mit der berühmten Schauspielerin Käthe Dorsch liiert war, schrieb dem eine Beschäftigung suchenden jungen Mann einen Empfehlungsbrief an Axel Eggebrecht (1899-1991), einen der in jenen frühen Nachkriegsjahren prominentesten und einflussreichsten Rundfunkjournalisten, der seinerzeit die politische Abteilung von Radio Hamburg leitete, in der Riess-Empfehlung hieß es:

"Lieber Axel, hiermit präsentiere ich Dir Herrn Rehbein. Käthe und ich sind überzeugt, daß er ein hohes journalistisches Talent besitzt. Du tätest gut daran, ihm sofort eine leitende Stellung zu geben. Dein Curt."

Das Vorstellungsgespräch in Hamburg ergab zwar, dass der so wohlwollend empfohlene junge Mann keinerlei praktische Erfahrungen im Journalismus besaß, auch auf keine theoretische Ausbildung an einer Universität oder gar einer Journalistenschule verweisen konnte und eigentlich - wie er selbst ehrlich zugab - außer der perfekten Bedienung eines Maschinengewehrs und ähnlicher kriegerischer Handfertigkeiten nach dem Abitur kaum etwas beruflich Nutzbares hinzugelernt hatte, Eggebrecht muss aber dennoch von dem Bewerber beeindruckt gewesen und zu einem positiven Urteil gekommen sein. Er gab ihm nämlich zum 01.01.1947 eine feste Anstellung beim Sender mit einem Monatsgehalt von 400 Reichsmark. Damit begann für Max - damals noch nicht "H." - Rehbein der soziale Um- und Aufstieg vom militärischen ins zivile Leben zu einer Zeit, als Zehntausende seiner Offizierskameraden in den Kriegsgefangenenlagern der westlichen und östlichen Gegner noch sehnsüchtig auf den Tag der Freiheit und der Eingliederung ins zivile Leben jahrelang warten mussten.
Er nutzte seine Chance, er heiratete und startete alsbald zu seiner ersten Auslandsreportage, indem er ohne Pass auf einem alten, abgetakelten Vorpostenboot, das nun wieder unter dem Namen "Neptun" auf Fischfang ging, gegen eine symbolische Heuer von 1 Mark im Monat als Leichtmatrose anmusterte, ein Seemannsbuch bekam und eine wochenlange Reise bis zu den Lofoten mitmachte.
Das war alles andere als eine Vergnügungsfahrt, sondern verlief unter höchst abenteuerlichen Umständen mit 24 Stunden Dienst rund um die Uhr und harter körperlicher Arbeit in Schmutz und Kälte, aber er war danach stolz darauf, als erster deutscher Rundfunkjournalist nach dem Kriege so lebensnah von einer Auslandsfahrt berichten zu können.
Nachdem seine erste Frau bereits ein Dreivierteljahr nach der Hochzeit gestorben war, bereitete er sich Anfang 1952 schon auf eine neue Hochzeit vor.
Als er am 6.1. 1952 die Einladung erhielt, die erste Ausreise des Segelschulschiffes "PAMIR" der Handelsmarine als einziger Rundfunkjournalist mitzumachen, die von Hamburg über Rio de Janeiro nach Patagonien und von da zurück nach Hamburg ging. Erst im Juli 1952 konnte schließlich die aufgeschobene Hochzeit nachgeholt werden, dazwischen lag eine 46tägige abenteuerliche Reise über den Atlantik mit einem der letzten Windjammer, der sich ohne Hilfsmotor mit gebrochener Backbord-Ankerkette durch schwersten Sturm kämpfen musste. Davon berichtete Rehbein täglich über Radio Norddeich unmittelbar von Bord der "PAMIR", im "Echo des Tages". Damit hatte der journalistische Neuling sein Meisterstück abgeliefert und blieb weiter auf Erfolgskurs. Nebenher hatte er in den Jahren 1948/49 an der Hamburger Universität Vorlesungen in Philosophie, Literatur und Zeitungswissenschaften belegt. Von 1947 bis 1952 arbeitete er als Reporter beim NDR-Hörfunk, wechselte 1952 zum NDR-Fernsehen - ab 1954 als Chefreporter - und wurde dort 1958 Leiter des Ressorts Außen- und Innenpolitik. Auch für Wirtschafts- und Gesundheitspolitik war er zeitweilig zuständig. Ab 1964 arbeitete er für den NDR als Sonderkorrespondent und Serienautor.
Viel Beachtung fanden seine Fernsehdokumentarfilmreihen "Zentren der Macht' und "Pioniere und Abenteurer" sowie die Trilogie "New York - Hauptstadt der Welt", auch Sendungen wie "Auf der Suche nach Frieden und Sicherheit" und "Europäische Oberschicht" verdienen Erwähnung.
Von 1983 bis 1993 produzierte Max H. Rehbein, der seit 1982 als selbständiger Filmproduzent tätig ist, für das ZDF die beliebte Abenteuerserie "action". Auch in etlichen Buchveröffentlichungen schlug sich sein vielseitiger publizistischer Einsatz nieder, so "Reporter in Fernost" (1959), "Pioniere und Abenteurer" (1970) und "Reisen rund um unsere Welt" (1973).
Für seine Fernseharbeiten heimste Max H. Rehbein Preise - wie kein anderer - am laufenden Band ein, das begann mit dem Deutschen Fernsehpreis 1959 und 1960, ging weiter mit der Goldmedaille des Filmfestivals der 1. Weltausstellung des Verkehrs in München und zwei Bundesfilmprämien der Filmwoche Mannheim (1966) und bekam internationales Flair mit dem 1. Preis des VI. Festival International du Film Industriel in Rouen.
1969 konnte Rehbein aus Berlin den 1. Preis des 10. Festival du Film Industriel mit nach Hause nehmen, es folgten 1974 der Goldene Bildschirm, 1978 der Adolf-Grimme-Preis in Gold, 1979 die Goldene Kamera sowie 1980 der Goldene Gong und die Goldene Rose.
Nach so vielen Anerkennungen der publizistischen Leistungen kann man feststellen, dass Max. H. Rehbein zu den nicht wenigen Männern gehört, die sich nicht nur als Ritterkreuzträger soldatisch besonders bewährt haben, sondern auch nach dem Kriege in vielen zivilen Bereichen großartig und damit beispielhaft für jüngere Generationen ihren Mann gestanden haben.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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