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672. Eichenlaubträger Hellmuth Reymann
Generalleutnant, Infanterie

   

   
Hellmuth Reymann wurde am 24. November 1892
in Neustadt/Oberschlesien, als Sohn des Majors a.D. Artur Reymann und seiner
Frau Anna, geboren.
Ab dem 05. April 1899 besuchte er die städtische Volksschule in Neustadt.
Darauf folgte die Aufnahme in die 1. Kompanie des Kadettenhauses Wahlstatt in
Liegnitz. Ab 1909 wurde er in die 10. Kompanie der Hauptkadettenanstalt
Lichterfelde versetzt, wo er nach dem letzten Jahr als Selektaner am 22. März
1912 zum Leutnant ohne Patent im 3. Oberschlesischen Infanterie-Regiment Nr.
62 in Cosel befördert wurde.
Als Zugführer bei der 9. Kompanie zog er im August 1914 ins Feld. Er erlebte
die Gefechte bei Rossignol-Tintigny, die Schlacht an der Maas und die
Verfolgung zur Marne. Bis zum 16. September 1916 blieb er an der Westfront.
Bereits am 16. September 1914 hatte sich Reymann das Eiserne Kreuz II. Klasse
erworben, übernahm am 12. Februar 1915 die 9. Kompanie und erhielt am 04. März
1914 das Eiserne Kreuz I. Klasse bei Reims. Nach einer Verwendung als
Kompanieführer beim Rekruten-Depot Neuflize übernahm er am 19. Juni 1916 die
Aufgaben des Adjutanten des I. Bataillons.
Am 31. August folgte die Versetzung in den Stab der 12. Infanterie-Division
als Rekrutenoffizier und bereits am 17. September wird er stellvertretender
Adjutant seines Regiments, hierbei übernahm er die Aufgaben eines
Gerichts-Offiziers (Beisitzer) und war zuständig für die Regimentsbücherei.
Am 03. Juli 1916 wird er Führer der MG-Kompanie, Anfang September erneut
Stellvertretender Regimentsadjutant, übernimmt er ab dem 15. September 1916
diese Funktion bis zur Auflösung des Regiments am 16. Juli 1919.
Vom 05. Januar 1917 bis 29. Mai 1917 war das Regiment im Osten bei Dünaburg
eingesetzt und erlebte den Anfang der russischen Revolution, vom 10. Juni bis
23. August weilte das Regiment wieder in Flandern. Dort überreichte man
Reymann das Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern
mit Schwertern.
Vom 25. August bis 29. September erlebt er die Stellungskämpfe im Oberelsass,
anschließend wird das Regiment nach Italien verlegt, dort folgen die
Stellungskämpfe am Isonzo und der Durchbruch durch die Julischen Alpen.
Zusätzlich war Reymann vom 05.Dezember 1917 bis 08. Februar 1918
Stellvertretender Adjutant beim Stab der 24. Infanterie-Brigade und dann
Führer des I. Bataillons seines Regiments.
Am Ende des Krieges lag das Regiment in Schlesien wo es ab dem 07. Dezember
1918 als Grenzschutz eingesetzt war.
Nach der Auflösung des Regiments wurde Reymann Ordonnanzoffizier im Stab des
Infanterieführers 8 und entschloss sich aufgrund der Verkleinerung des Heeres
am 28. Oktober zur Preußischen Polizei überzuwechseln, wo er Adjutant der I.
Abteilung und dann Bereitschaftsführer in Breslau wurde.
Am 03. April 1921 heiratet er als Oberleutnant, Käthe, geb. Olleck in
Lublinitz, wo zur Zeit der Heirat die Abstimmung über die Nationalität
erfolgte, weswegen er nicht in Uniform heiraten durfte. Aus der Ehe gingen 3
Kinder hervor, die beiden Söhne fielen 1942 und 1944.
Ab dem 13. Juli 1921 wird Reymann Polizei-Hauptmann, dann Lehrer und später
Abteilungsleiter an der Polizeischule in Frankenstein/Schlesien, wo er bis
1928 weilte.
Weitere Stationen seiner Laufbahn waren im April 1928 Führer der 4.
Bereitschaft in Wuppertal-Barmen, 15. Mai Reviervorsteher und Adjutant der
Polizei-Abteilung in Remscheid, 8. Oktober Sachbearbeiter bei der 3.
Inspektion, 01. Juni 1929 in Wuppertal, wo er ab dem 16. Juni 1931 für Einsatz
und Ausbildung zuständig war.
Mit Wirkung vom 01. April 1932 wird er Polizei-Major und am 25. April folgt
die Ernennung zum Vorsteher des Kommandos bei der Polizei-Verwaltung in Hagen
sowie am 20. März 1933 die Ernennung zum Kommandeur der
Polizei-Bereitschafts-Inspektion in Iserlohn. Am 01. November wird er als
Lehrer an die Höhere Polizeischule in Eiche versetzt, wo er ab dem 01. Juni 1934
Lehrgangsleiter wurde.
Aufgrund der nunmehrigen Heeresvermehrung legte er am 05. April 1935 eine
Verzichtserklärung bei der Polizei ab und wurde ab dem 01. August 1935 als
Soldat der Wehrmacht geführt. Als Lehrgangsleiter bei den
Luftkriegsschullehrgängen in Eiche stand er zur Verfügung des
Oberbefehlshabers der Luftwaffe.
Als Major des Heeres folgte am 15. Oktober 1935 eine Versetzung zu den
Offizieren zur Verfügung des Oberbefehlshabers des Heeres und wurde dann am
01. Januar 1936 Taktiklehrer an der Kriegsschule Dresden und zum
Oberstleutnant befördert.
Als Kommandeur des Grenz-Infanteriebataillons 26 seit dem 10. November 1938
wurde er zum Oberst befördert.
Bei der Mobilmachung am 26. August 1939 blieb Reymann im Westen und übernahm
am 10. November das Kommando über das Infanterieregiment 205 (52.
Infanteriedivision), mit dem er die Spangen zu beiden Eisernen Kreuzen
erhielt.
Zwei Monate verbrachte das Regiment in Paris, als dortiges Wachregiment bis
Juni 1941 und wurde dann an die Ostfront verlegt. Dort erhielt
Reymann am 22. November 1941 das Deutsche Kreuz in Gold.
Am 07. Januar 1942 erkrankte der Oberst an Ruhr und wurde ab dem 21. Mai 1942
in die Führerreserve versetzt. Mit Wirkung vom 05. September 1942 übernimmt er
dann die Führung der 254. Infanterie-Division. Während dieser Zeit wird er zum
Generalmajor befördert. Ab dem 20. November wird er Kommandeur der 212.
Infanterie-Division und führt diese bis zum 01. November 1943 bzw. wurde am 15.
Mai 1943 zum Generalleutnant ernannt.
Am 01. November 1943 wird Reymann Führer eines Stabes z.b.V. und damit
Kommandeur der 13. Luftwaffen-Felddivision, mit der er am 05. April 1944 das
Ritterkreuz erhält. Nach der Auflösung der Division am 01. Mai 1944 geht er 3
Wochen in Urlaub, um am 24. Mai 1944 zum Kommandeur der 11. (ostpreußischen)
Infanterie-Division ernannt zu werden. Das Kommando gibt er aufgrund der Versetzung
zur Führerreserve am 09. November 1944, an Generalmajor Feyerabend, ab.
Am 28. Mai 1944 erhält er als 672. Soldat der Wehrmacht das Eichenlaub zum
Ritterkreuz aus den Händen Heinrich Himmlers.
Ab dem 03. Januar 1945 nimmt er am 3. Lehrgang für Kommandierende Generale und
Korpschefs unter der Leitung von General der Infanterie Kurt Brennecke in
Hirschberg teil, der jedoch aufgrund des Durchbruches der Russen aufgelöst
wurde und damit Reymann erneut in die Führerreserve versetzt wurde.
Zur Zeit des Angriffes alliierter Bomber auf Dresden befand sich Reymann im
Keller seines dortigen Hauses auf dem östlichen Elbufer in der Nähe der
Kasernen. Danach war er vom 06.-14. März 1945 Führer des Stellvertretenden
Generalkommandos und des Befehlshabers im Wehrkreis III Berlin. Vom 14. März -
bis 23. April 1945 war er Kampfkommandant von Berlin.
Am 23. April übernimmt er auf Befehl Hitlers die Korpsgruppe Spree, die der
12. Armee unter General der Panzertruppe Wenck unterstellt war. Auf dessen
Befehl fuhr Reymann am 06. Mai 1945 als Parlamentär zur 9. amerikanischen
Armee und geriet somit am 07. Mai in amerikanische Gefangenschaft, aus der er
anschließend in die britische Gefangenschaft überstellt wurde, aus der er am
18. September 1946 entlassen wurde.
In der Nachkriegszeit arbeitete er zunächst als Nachtwächter in einer
Stofffarben-Fabrik in Hohenlimburg, dann als kaufmännischer Angestellter bei
einer Metallfirma in Iserlohn, später dann in einer Drahtfirma in Altena. Die
Entnazifizierung erfolgte mittels einer Unbedenklichkeitsbescheinigung am 14.
August 1947.
In Nürnberg trat Reymann als Zeuge der Verteidigung für Generaloberst Dr.
Lothar Rendulic auf, dann erneut als Nachtwächter eingestellt übernimmt er
danach eine Papiergroßhandlungs- und Weinvertretung.
In den 50er und 60er Jahren war er Leiter der Sektion der Gesellschaft für
Wehrkunde und Vorsitzender des Verbandes deutscher Soldaten und des Verbandes
der vertriebenen Schlesier in Iserlohn.
Das Ehepaar Reymann sowie die Tochter Ursula siedelten von Dresden in den
Westen über und widmeten sich dem Aufbau und der Leitung eines Tierheimes.
Hellmuth Reymann hatte ein Mandat der BHE im Iserlohner Stadtrat vom 09.
November 1952 bis November 1956. Ende März zog man nach Grainau in Oberbayern
und 1972 nach Garmisch-Partenkirchen wo er lange den Soldatenverband
leitete.
Von 1982 bis zu seinem Tod war er Ehrenvorsitzender des
Kameradschaftsverbandes der 11. Infanterie-Division.
Hellmuth Reymann verstarb am 08. Dezember 1988 in Garmisch-Partenkirchen.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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