Georg Graf von Rittberg wurde am 30.06.1898 in Straßburg
im Elsaß geboren, jedoch verzog die Familie bald nach Krün in Bayern, und trat
am 08.08.1914 als Fähnrich der Armee bei, nachdem er zuvor als Kadett eine
Kadettenanstalt beiwohnte. Sei militärischer Werdegang ist teilweise unklar.
Zumindest versah er im 1. Weltkrieg seinen Dienst im Feldartillerie-Regiment
61 und beendete den 1. Weltkrieg mglw. im Range eines Oberleutnants.
Von Rittberg wird wohl kurze Zeit nach Ende des Krieges verabschiedet, da
seine nächste Verwendung erst am 01.10.1935 genannt wird. Er übernahm dabei
das Kommando über die III. Abteilung des Artillerie-Regiments 1.
Er wechselt dann ab dem 01.04.1939 als Adjutant zum Militärbefehlshaber "Böhmen
und Mähren". Von dort erfolgte mit dem 10.05.1940 die Ernennung zum
Kommandeur des Artillerie-Regiments 31, der
31. Infanterie-Division, mit der er am Westfeldzug über Belgien, der Somme
und Loire teilnahm.
Nach Ende des Feldzuges übernimmt von Rittberg am 01.10.1940 das Kommando über
das Artillerie-Regiment 131 der in Bergen bei Celle neu aufgestellten
131. Infanterie-Division. Anschließend folgten die Vormarschkämpfe an der
Ostfront auf Brest-Litwosk, Bialystok, Gomel, Brjansk und Tula, im Vorfeld
Moskaus. Nach den schweren Winterkämpfen wird die 131. Infanterie-Division
zusammen mit dem Artillerie-Regiment 131 im Raum Spass-Demensk eingesetzt. An
den dortigen Einsätzen nimmt von Rittberg teil, bis er am 01.12.1942 zum
Artillerie-Kommandeur 23 ernannt wird.
Am 01.04.1943 übernimmt er das Kommando über das Grenadier-Regiment 2 der
11. Infanterie-Division und wird am 22.11.1943 zum Kommandeur der
88. Infanterie-Division ernannt. Mit der Division nimmt er an den
Abwehrkämpfen im Süden der Ostfront teil. Nach den Kämpfen um Shitomir,
Berditschew und insbesondere Tscherkassy erhält von Rittberg als Generalmajor
und Kommandeur der 88. Infanterie-Division am 21.02.1944 das Ritterkreuz.
Die schweren Abwehrkämpfe im Baranow-Brückenkopf bringen von Rittberg die
Verleihung des 610. Eichenlaubes als Generalmajor und Kommandeur der 88.
Infanterie-Division, am 10.10.1944, ein.
Ende Januar 1945 bei Glogau im Einsatz gerät von Rittberg am 27.01.1945 bei
Radom in sowjetische Gefangenschaft. er kommt dort durch die Lager 144, 27,
218, 48 und dem Gefängnis Nr. 1 in Smolensk. Dort wird er am 12.05.1949 zu 25
Jahren Zuchthaus verurteilt, aber am 09.10.1955 schließlich entlassen.
Georg Graf von Rittberg verstarb am 06.06.1973 in Krün in Oberbayern.