Am 12. Dezember 1875
wird Gerd von Rundstedt in Aschersleben (Sachsen-Anhalt) als Sohn des
Generalmajors Gerd von Rundstedt geboren.
Von 1886-1891 besucht er das Gymnasium und tritt 1891 in das preußische
Kadettenkorps.
Im Jahr darauf tritt Rundstedt als Fähnrich in das 3. kurhessische
Infanterie-Regiment 83 in Kassel ein und wird 1883 Offizier in der preußischen
Infanterie.
1894 wird Rundstedt Leutnant und erhält eine Kommandierung an die
Kriegsakademie. Im Jahr 1902 heiratet er mit der Tochter eines Majors.1909
wird er Hauptmann im Generalstab, 1912 erhält er ein Truppenkommando als
Kompaniechef des Kolmarer Infanterie-Regiments 171.
Im ersten Weltkrieg nimmt Rundstedt als Generalstabsoffizier in der Türkei und
in Frankreich teil. Er erwirbt sich Verdienste bei der Planung und Bewegung
von Heeresverbänden.
Ab 1919 wird er in die Reichswehr übernommen, wo er im Jahr darauf zum
Oberstleutnant und Chef des Stabs der 3. Kavalleriedivision in Weimar ernannt
wird. 1923 erfolgt die Beförderung zum Oberst.
Ab 1925 ist er Kommandeur des Infanterie-Regiments 18 in Münster.
In den Jahren von 1927-1929 erfolgen die Beförderungen zum Generalmajor und
zum Generalleutnant. Im Oktober 1932 wird er Oberbefehlshaber des
Gruppenkommandos 1 in Berlin und General der Infanterie.
Von 1933-1938 arbeitet Rundstedt im Generalstab in Berlin. Er ist Befehlshaber
des Wehrkreises III (Berlin). Am 1. März 1938, im Zuge der
Blomberg-Fritsch-Krise, wird Rundstedt zum Generaloberst befördert.
Während der deutschen Besetzung des Sudetenlands führt er eine Heeresgruppe.
Im November wird Rundstedt aus der Wehrmacht verabschiedet, weil er gegen den
Zeitpunkt des deutschen Einmarsches protestiert. Nach seiner Auffassung ist
die Wehrmacht noch nicht kriegsbereit.
Im Sommer 1939 wird Rundstedt reaktiviert, weil er Fürsprecher in der
Heeresleitung hat und seine Führungsfähigkeiten anerkannt sind.
Zu Beginn des 2.Weltkrieges ist Rundstedt am Überfall auf Polen beteiligt. Als
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Süd umgeht er das Zentrum der polnischen
Streitkräfte an der Südflanke und verhindert damit den Rückzug polnischer
Truppen über die Weichsel.
Rundstedt gehört zu den ältesten aktiven Offizieren auf deutscher Seite. Wegen
seiner Herkunft und seiner Rolle im Ersten Weltkrieg wird er als "letzter
alter Preuße" bezeichnet.
Im Mai bis Juni 1940 während des Frankreichfeldzuges ist Rundstedt
Oberbefehlshaber der Heeresgruppe A. Er führt den Vorstoß der Panzerkräfte
durch die Ardennen bis zur Kanalküste und umklammert dort alliierte
Streitkräfte. Im September 1940, in Anerkennung seiner Verdienste verleiht ihm
Adolf Hitler das Ritterkreuz und den Rang eines Generalfeldmarschalls.
Rundstedt ist von der Wehrmachtsführung vorgesehen, die Truppen im Feldzug
gegen England zu führen. Dieser Plan wird nicht verwirklicht, da der Luftkrieg
gegen England von Hitler nach schweren Verlusten abgebrochen wird.
Am 22. Juni 1941 nimmt Rundstedt am Überfall auf die Sowjetunion teil.
Er erhält den Oberbefehl über die Heeresgruppe Süd in
der Ukraine. Unter seiner Führung werden die Krim und das Donezbecken erobert.
Seine Truppen dringen bis Rostow am Don vor.
Im Oktober 1941 ist Rundstedt mit dem so genannten Reichenau-Befehl, in dem
Walter von Reichenau seine Soldaten zur Unterstützung von Hitlers "Weltanschauungskrieg"
und zur "Vernichtung des jüdischen Untermenschentums" aufruft, voll
einverstanden.
Am 3. Dezember zieht Rundstedt gegen Hitlers Befehl die Heeresgruppe aus
taktischen Gründen aus Rostow zurück. Daraufhin wird er von Hitler abberufen
und durch Reichenau ersetzt.
Im März 1942 wird er reaktiviert und als Oberbefehlshaber West und Chef der
Heeresgruppe D eingesetzt. Er soll die deutsche Westfront auf die erwartete
Landung der Alliierten in Frankreich vorbereiten.
Im August 1942 misslingt ein alliiertes Landeunternehmen bei Dieppe (Belgien).
Entgegen geltendem Kriegsrecht lässt Rundstedt die in Kriegsgefangenschaft
geratenen britischen Soldaten an die Gestapo ausliefern.
Hitler gibt den Befehl, den "Atlantikwall" gegen einen weiteren
alliierten Invasionsversuch zu errichten. Rundstedts Truppen nehmen am Bau
dieses Verteidigungswalls in Frankreich, Belgien und den Niederlanden teil. Am 3. Juli
1944 muss Rundstedt nach der Landung der Alliierten in Frankreich auf
Anordnung Hitlers den Posten des Oberbefehlshabers West an
Generalfeldmarschall Hans Günther von Kluge abtreten.
Am 21. Juli verlässt Rundstedt die Westfront und wird Vorsitzender des "Ehrengerichts"
(Ehrenhof des Deutschen Reiches), das die in das Attentat vom 20. Juli
verwickelten Offiziere aus der Wehrmacht ausschließt.
Am 5. September wird Rundstedt an die Westfront zurückbeordert, vermag aber
den alliierten Vormarsch nicht zu stoppen.
Über Wilhelm Keitel fordert Rundstedt Hitler auf, den Krieg zu beenden.
Daraufhin wird Rundstedt von seinem Posten abgelöst.
Im Januar 1945 wird Rundstedt erneut reaktiviert. Er soll während der
Ardennenoffensive die Alliierten zurückdrängen. Das Vorhaben scheitert.
Am 3. März wird er wegen Differenzen mit dem OKW
über die Taktik der Ardennenoffensive und wegen des erfolgten Rheinübertritts
amerikanischer Truppen bei Remagen erneut seines Kommandos enthoben.
Im Mai wird er von amerikanischen Truppen in Bad Tölz verhaftet und in
britische Kriegsgefangenschaft übergeben.
In Großbritannien wird er wegen Kriegsverbrechen angeklagt. Aufgrund seines
schlechten Gesundheitszustands wird das Verfahren jedoch ausgesetzt. Es kommt
zu keiner Verurteilung, dennoch verbleibt er in britischer
Kriegsgefangenschaft.
Am 5. Mai
wird er wegen einer Herzerkrankung aus britischer Haft entlassen und zieht in
die Nähe von Celle (Niedersachsen).
Er starb am 24. Februar 1953 in Hannover.
