|


132. Schwerterträger Max Sachsenheimer
Generalmajor, Heer

  
Der später hochausgezeichnete Soldat wurde am 5. Dezember 1909 in
Mühlbach bei Eppingen im Kreis Sinsheim/Baden geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung meldete er sich 1927
freiwillig zur Reichswehr der Weimarer Republik. Nach der militärischen
Ausbildung kam er zur 2. Kompanie des Badischen Infanterieregiments 14 nach
Meiningen. Zum Unteroffizier befördert absolvierte er 1932 in Ulm einen
Ausbildungskurs für Offiziere aus dem Unteroffiziersstand und wurde am 1. Juli
1934 zum Leutnant befördert.
Ab dem 1. Juli war er Kompanieoffizier der 1./IR 75, die zur
5. Infanteriedivision gehörte. Das
Regiment, angeführt von Oberst Richter, rückte am 7. März 1936 in eine
Freiburger Kaserne ein, da mittlerweile die entmilitarisierte Zone aufgehoben
war. Bei der Besetzung des Rheinlandes kam der nunmehrige Oberleutnant, zusammen
mit dem I. Bataillon, nach Offenburg/Baden.
Am 25. August 1939 begann für die Division die Alarmphase zur Verteidigung
Westdeutschlands im Falle eines französischen Angriffs, aufgrund deren
Beistandsabkommens mit Polen.. Der Divisionskommandeur Generalleutnant
Fahrmbacher erhielt an diesem Tag den "X-Befehl" der ihm befahl einen
Verteidigungsabschnitt am Westwall zu übernehmen. Die 5. Division war zusammen
mit der 35. Infanteriedivision, unter General der Infanterie Hans Wolfgang
Reinhard, dem XXV. Armeekorps, unter General der Infanterie Wäger,
unterstellt und gehörte somit zur 7. Armee die unter dem Oberbefehl von General
der Artillerie Dollmann stand.
Am 10. Mai begann für Max Sachsenheimer der Kriegseinsatz als Oberleutnant.
Als Führer der Vorauskompanie konnte er mehrere Brücken über den Seine-Kanal und
über die Seine unversehrt übernehmen, wofür ihm am 16. Juni 1940 das Eiserne
Kreuz 1. Klasse, als einem der ersten Soldaten der Division überreicht
wurde. das Eiserne Kreuz 2. Klasse hatte er sich bereits am 25. Mai 1940
verdienen können.
Am 1, Januar 1941 wurde Max Sachsenheimer zum Hauptmann befördert, er gab das
Kommando seiner Kompanie ab und wurde als Stabsoffizier für Verkehrsregelung
eingesetzt, somit war mitverantwortlich für die Marschbewegungen der Division.
Im März 1941 heiratete er in einer Heiratsfreistellung in Berlin.
Am 26. Juli 1941 übernahm er wieder ein Truppenkommando und zwar über das II./IR
75, dessen frührer Kommandeur Major Reinhard an Ruhr erkrankt war. Bei einem
feindlichen Panzerangriff wurde Sachsenheimer jedoch schwer verletzt (linke Hand
halb abgerissen). Erst die Intervention des Divisionskommandeurs Generalmajor
Seeger veranlasst Sachsenheimer seine Stellung zu verlassen, seinen Posten
übernahm der Regimentsadjutant Hauptmann Dieter Keller. Im Feldlazarett wurde
Hautmann Sachsenheimer vom Tübinger Spezialisten Professor Dr. Thiess behandelt
und später nach Suwalki geflogen.
Nach einer weiteren Operation in Berlin begab sich Sachsenheimer wieder zu
seiner Division, die nach der Schlacht um Wjasma aus der Front gezogen wurde und
nun im Begriff war in Frankreich in eine Jägerdivision umgewandelt zu werden.
Im Regimentsstab in Le Creusot erfuhr Sachsenheimer, daß er sein II. Bataillon
wieder übernehmen wird, das Bataillon hatte seinen Standort in Monceau les
Mines. In der letzten Januarwoche des Jahres 1942 fuhr die 5. Jägerdivision
wieder an Ostfront in Richtung Staraja Russa, auf der Fahrt durch Deutschland
wurden an einzelnen Stationen Winterbekleidungen ausgegeben. Sachsenheimers II.
Bataillon war nunmehr dem Jägerregiment 56 unterstellt und musste sofort in die
Kämpfe eingreifen. Am 20 Februar 1942 gelang es der 5. JD den Gegner südlich von
Staraja Russa zu stoppen. Zu dieser Zeit grassierte das Fleckfieber übertragen
durch Läuse, bis der nötige Impfstoff aus Deutschland ankam, fielen viele
Soldaten dem tödlichen Fleckfieber zum Opfer unter ihnen auch der hochangesehene
Divisionsarzt Dr. Brandi und der Abteilungsarzt der I./Artillerie-Regiment 41,
Oberarzt Dr. Blersch, beide gaben ihr Leben für die Rettung ihrer Kameraden.
Im März 1942 war das Bataillon Sachsenheimer entscheidend an der Öffnung des
Kessels von Demjansk beteiligt. Im Zuge der aufopferungsvollen Kämpfe wurde dem
Hauptmann Max Sachsenheimer am 05. April 1942 das Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes verliehen, er sagte dazu: "Es sind Auszeichnungen, die jeder einzelne
Mann meiner Truppe mit verdient hat. Es gibt keine Einzelleistung eines
Offiziers, die nicht durch seine Soldaten ermöglicht oder beeinflusst worden
wäre." Am letzten Angriff in Richtung Lowat nahm das Sachsenheimer-Bataillon
nicht mehr teil, das es laut Auskunft des Bataillons-Kommandeurs in seinen 3.
Kompanien noch ganze 29 Mann, darunter keine Offiziere und Unteroffiziere, es
wurde vor allem dezimiert durch Erfrierungen. Am 21. April konnte zum ersten Mal
eine Verbindung zum eingeschlossenen II. Armeekorps unter Generalleutnant Graf
Brockdorff-Ahlefeldt hergestellt werden.
Im Sommer 1942 übernahm Sachsenheimer das Kommando über das JR 75, bis am 12.
August Oberstleutnant Freiherr von Mühlen das Regiment übernahm und
Sachsenheimer wieder sein Bataillon übernehmen konnte. Nach einem kurzen Urlaub
sah Sachsenheimer sein Bataillon zur Partisanenbekämpfung eingesetzt und es war
zwischenzeitlich der Fallschirmjägerdivision unter Generalmajor Meindl
unterstellt.
Eine schwere Krankheit brachte Sachsenheimer ab Mitte Oktober ins Lazarett nach
Freiburg im Breisgau, wo er bis zum 8. Februar 1943 weilte. Zum Major befördert
kehrte Sachsenheimer zur Division zurück, die mittlerweile von Oberst Thumm
angeführt wurde. Der bisherige Kommandeur Generalleutnant Almendinger wurde Chef
eines Armeekorps. Mittlerweile wurde ihm auch das Deutsche Kreuz in Gold
verliehen.
Der nunmehrige Generalmajor Thumm reichte Sachsenheimer am 2. Mai 1943 zur
Generalstabsausbildung ein, die er im Oktober 1943 in Hirschberg besuchte, den
Lehrgang schloss er als einer der Besten ab. Zurück bei der Division übernahm er
das Kommando über das Jägerregiment 75. Die Division war nunmehr dem LIII. AK
unterstellt und befand sich westlich Orscha und wurde am 19. März 1944 nach
Brest-Litowsk verlegt. Am 01.04.1944 wurde Sachsenheimer zum Oberstleutnant
befördert und wurde am 14.05.1944 mit dem 472. Eichenlaub ausgezeichnet, ca. 3
Monate später begab er sich zum Divisionsführer-Lehrgang nach Hirschberg.
Am 10. September sollte der nunmehrige Oberst den Oberbefehl über die 17.
Infanteriedivision, von Generalleutnant Zimmer, übernehmen. Als Führer der 17.
ID wurde Sachsenheimer am 1. Dezember 1944 zum Generalmajor ernannt. Die am 14.
Januar 1945 beginnende russische Offensive zerschlug die 17. Infanteriedivision
jedoch fast vollständig, lediglich rund 1000 Soldaten konnten sich bis zur Oder
durchschlagen, unter ihnen auch der Divisionskommandeur, der immer Seite an
Seite mit seinen Soldaten kämpfte. Die Reste seiner Division wurden nun dem
Pionierbataillon der Armee Gräser unterstellt und zum Kampf um Breslau befohlen.
In diesen Kämpfen wurde Sachsenheimer am 6. Februar 1945 die 132. Schwerter zum
Ritterkreuz überreicht. Nur 6 Tage später erteilte Generaloberst Schörner dem
Schwertträger den Ausbruch und volle Handlungsfreiheit. Von der 1400 Mann
starken Kampfgruppe Sachsenheimer erreichten 800 die deutschen Linien.
Sachsenheimer wurden erneut zum Kommandeur der neuaufgestellten 17. ID bestimmt
und bei den Kämpfen um die Görlitzer Heide eingesetzt. Nach der Kapitulation
begab sich Sachsenheimer samt einige Offiziere und Soldaten auf den Weg in
amerikanische Kriegsgefangenschaft, nachdem sie sich durch die russischen Linien
geschlagen hatten. Die Gefangenschaft dauerte für ihn 23 Monate.
Nach dem Krieg verdingte sich Sachsenheimer 3 Jahre als Gartenarbeiter und
arbeitete von 1950 - 1954 als Baustoffkaufmann für eine Großhandlung, ab 1955
machte er sich selbstständig und baute einen betreib für Spezialfeuerungsbau
auf.
Generalmajor a.D. Max Sachsenheimer, einer der höchstdekoriertesten Soldaten der
Wehrmacht starb am 2. Juni 1973 in Merzhausen bei Freiburg.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
Buchhinweise:
|