Dietrich von Saucken wurde am 16.05.1892 in
Fischhausen im Samland als Sohn eines Landrates geboren und entstammte einem
alten preußischen Adelsgeschlecht. Den Stammsitz hatte die Familie bereits in
der Vor-Ordenszeit auf Wickerau im späteren Kreis Preußisch-Holland und wurde
bereits 1339 urkundlich erwähnt und geht zurück auf Bartsch von Saucken, dem
Erben von Wickerau, dem der Hochmeister von Plauen 1470 für seine geleisteten
Kriegsdienste das Gut Woritten im Gebiet Mohrungen verschrieb.
Dieser Familie entsprangen zahlreiche Persönlichkeiten der deutschen
Geschichte, wie zum Beispiel Hans-Georg von Saucken-Podangen der von 1632 -
1638 Kanzler des Herzogtums Preußen war, Ernst von Saucken-Tarputschen, er
gehörte 1848 der Frankfurter Nationalversammlung an und zählte zu den
Liberalen Persönlichkeiten, dessen Sohn Kurt von Saucken wurde Mitglied des
Abgeordnetenhauses und des Reichstages und 1874 Landesdirektor von Ostpreußen,
August von Saucken-Julienfelde war ebenfalls ein Führer der Liberalen Partei
und gehörte seit 1849 der 2. Preußischen Kammer an, Konstanz von Saucken war
Mitglied des Abgeordnetenhauses und bis 1878 Mitglied des Reichstages und
Reinhold von Saucken, der die Stellung des deutschen Generalkonsuls in Memel
inne hatte. Weiterhin heiratete die Enkeltochter Martin Luthers, Margarete von
Kuenheim, in die Familie von Saucken ein.
Dietrich von Saucken wählte wie viele seiner Vorwahren nach dem Abitur den
beruf des Soldaten und trat somit 1910 als Fahnenjunker in das
Grenadier-Regiment König Friedrich Wilhelm I (Ostpreußisches Nr. 2) Nr. 3 in
Königsberg ein und nahm als Leutnant am 1. Weltkrieg teil. Stets in vorderster
Front wurde er sieben mal verwundet.
In der Reichswehr gehörte er bis 1922 dem Infanterie-Regiment 1 in Königsberg
an und wurde 1923 zum Reiter-Regiment 2 in Allenstein und Osterode versetzt.
Während seiner Reichswehrzeit bestand er unter anderem seine
Dolmetscherprüfung in Russisch.
Während des 2. Weltkrieges führte er das Reiter-Regiment im Polen- und
Frankreichfeldzug und wurde dann 1940 zur Panzertruppe versetzt. Dort war er
zunächst als Kommandeur der 4. Panzerdivision tätig, mit ihr erhält er am
06.01.1942 als Generalmajor das Ritterkreuz, am 22.08.1943, als
Generalleutnant das Eichenlaub zum Ritterkreuz und am 31.01.1944 die Schwerter
zum Eichenlaub und wurde schließlich Kommandierender General des XXXIX.
Panzerkorps und dann Oberbefehlshaber der 2. Armee und der Armee "Ostpreußen",
in deren Funktion er am 08.05.1945 die Brillanten als General der Panzertruppe
erhält. Von Saucken stand fast ununterbrochen im Fronteinsatz. Die Verleihung
dieser hohen Auszeichnung wurde im letzten Wehrmachtsbericht verkündet.
Saucken gelang es einen Brückenkopf südostwärts von Danzig bis zur Frischen
Nehrung zu bilden und zu halten, bis ein Grossteil der Bevölkerung evakuiert
werden konnte. Den Rest seiner Truppen sammelte von Saucken auf der Halbinsel
Hela um von dort den Abtransport der Zivilbevölkerung und auch seiner Soldaten
zu ermöglichen. Dönitz sandte ihm ein Flugzeug um sich retten zu können, das
er jedoch wieder zurückschickte. Ebenso wie ein Schiff das ihn mitnehmen
sollte.
Während des Krieges wurde er des öfteren schwer verwundet, so erhielt er im
Winter 1941/42 einen schweren Kopfschuss.
Nachdem er sich in Gefangenschaft weigerte einen fingierten Brief zu
unterschreiben, nahm man ihn in Einzelhaft und verurteilte ihn zu 25 Jahren
Zwangsarbeit in Ostsibirien.
Nach seiner Rückkehr aus russischer Krieggefangenschaft im Oktober 1955
siedelte die Familie nach München um. Von Saucken wurde dort Mitbegründer der
"Zunft der Sonntagsmaler" und widmete sich fortan seinen künstlerischen
Interessen.
Dietrich von Saucken starb am 27.09.1980 in Pullach und wurde auf dem
Waldfriedhof München-Solln mit militärischen Ehren beigesetzt.