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Ritterkreuzträger Prinz Ludwig Ferdinand Otto Ludolf zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg
Oberst, Kavallerie

  
Prinz Ludwig wurde am 04.04.1910 auf Schloss
Berleburg im Wittgensteiner Land, als 3. Sohn des Fürstenpaares des Kgl.
württ. Rittmeisters a.D. Fürst Richard und seiner Gemahlin Madeleine, geb.
Prinzessin zu Löwenstein-Wertheim-Freudenberg, geboren.
Nach dem Abitur entschließt sich der junge Prinz der Tradition zu entsprechen
und tritt in das Reiterregiment 18 ("Cannstädter Reiter") ein.
Am 5. August 1935 heiratet Ludwig Ferdinand die Prinzessin zu Salm-Horstmar,
Friederike Juliane. Aus dieser Ehe gehen 2 Töchter und 3 Söhne hervor. Für
seine Kinder kann sich der Vater nach dem am 1. September 1939 beginnen Krieg
jedoch kaum kümmern.
Als Kommandeur der Aufklärungsabteilung 35 (35. Infanteriedivision) bewies er
im Polenfeldzug mehrfach hervorragende Tapferkeit, wofür ihm am 15.
Dezember 1941 als erstem Wittgensteiner Soldat das Deutsche Kreuz in Gold
verliehen wurde.
Im Frankreichfeldzug vernichtete er persönlich einen schweren französischen
Panzer im Nahkampf. Dieser persönliche Einsatz setzte sich auch an der
Ostfront fort.
Am 22. November 1943 ging man zusammen mit der 208. Infanteriedivision des
Generals Pieckenbrock zum Angriff auf Tschernjechoff, 20 Kilometer nördlich von
Shitomir, vor.
Der nunmehrige Oberstleutnant ging wie immer seinem Kavallerieregiment "Süd"
voraus, als es von stärkstem Granatwerfer-, Pak-, Flak- und Infanteriefeuer zu
Boden gezwungen wurde.
Beim Sammeln in einem Granattrichter schlug ein Volltreffer ein und tötete den
Kommandeur Oberstleutnant Prinz Ludwig Ferdinand zu Sayn-Wittgenstein, seinen
Adjutanten Rittmeister Rudolf Bacherer jr. und den Kommandeur der I.
Abteilung, Rittmeister Grützner, die Führer der 1. und 4. Schwadron wurden
dabei so schwer verletzt, das sie 2 Tage später ihren Verletzungen erlagen.
Die Todesnachricht ihres Mannes überbrachte der Bruder der Ehefrau Ludwigs
Ferdinand, Prinz Karl-Walrad zu Salm-Horstmar, der selber Kommandeur eines
Kavallerieregiments ("Nord") war. Der Kommandeur des
Kavallerieregiments "Mitte" war Georg Freiherr von Boeselager.
Die Gefallenen wurden zusammen mit allen an diesem Tag gefallenen Kameraden
auf dem deutschen Soldatenfriedhof "Hegewald" (ca. 2 Kilometer südlich
Shitomir) mit militärischen Ehren beigesetzt.
Der Sohn des Prinzen, Prinz Otto Ludwig, machte den Friedhof Jahrzehnte später
ausfindig und stellte ihn unter die Obhut des Volksbundes.
Nach seinem Tode wurde Prinz Ludwig Ferdinand am 20. Januar 1944 mit dem
Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet, er war somit der 3. Wittgensteiner der diese hohe Auszeichnung erworben hatte.
In der amtlichen Mitteilung des Heerespersonalamtes wird der Prinz für seine
Tapferkeit und Entschlusskraft beim Kampf um Shitomir gelobt. Durch seine
Standhaftigkeit und das seiner Soldaten konnte der Feind so lange aufgehalten
werden, bis die Stadt vollständig geräumt wurde. Shitomir und Korosten wurden
dann am 15. Januar 1944 erneut eingenommen.
EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE
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