
Ritterkreuzträger Günther Schemmel
Oberstleutnant, Panzergrenadiere







Günther Schemmel wurde am 22.12.1904 in Brandenburg geboren und gehörte vom
01.04.1925 bis zum 30.09.1934 dem Infanterie-Regiment 16 an.
Nach dem Wechsel zum Infanterie-Bataillon "Herford", kommt Schemmel am
15.10.1935 zum Infanterie-Regiment 60 und wechselt schließlich am 12.10.1937 zum
Kavallerie-Schützen-Regiment 4, wo er als Rittmeister zum Regiments-Adjutanten
ernannt wird. Mit diesem nimmt er an den Kämpfen in Polen 1939 teil, wo er unter
anderem bei den Gefechten bei Louma, Laski und Wolka-Weglowa im Einsatz steht.
Nach Ende der Kämpfe erhält er vom 15.01. bis zum 06.04.1940 eine Kommandierung
zu einem Generalstabs-Lehrgang nach Dresden und wird dann zur 257.
Infanterie-Division versetzt, wo er ab dem 12.06.1940 dem Stab angehört. Bis zum
09.05.1940 zunächst an Vorfeldkämpfen zwischen Mosel und Rhein an der Westfront
beteiligt, folgen ab dem 10.05.1940 die Kämpfe zu Einruch und Wegnahme des
Festungsvorfeldes im betreffenden Raum bis zum 11.06.1940. Auch am weiteren
Kampfgeschehen der Division ist er beteiligt, bis er am 01.07.1940 in das
Schützen-Ersatz-Bataillon 4 versetzt und schließlich am 17.07.1940 der 5.
Schützen-Brigade zugeteilt wird. Dort gehörte er dem II. Bataillon des
Schützen-Regiments 14 an, wo er ab dem 03.01.1941 als Kompaniechef innerhalb der
Verwendung der 5. Panzer-Division als Lehrtruppe nach Rumänien kommt.
Zusammen mit der Division folgt der Einmarsch in Bulgarien und Verfolgungskämpfe
über Kragujevac auf Belgrad. Dabei erfolgen Angriffe bei der Angriffsschlacht im
Raum Pirot vom 08. bis zum 09.04.1941 und vom 13.04. bis zum 15.04.1941 die
Einnahme Belgrads. Dabei war er bereits am 07.04.1941 in das I. Bataillon
versetzt worden. Es folgen dann Gefechte in Griechenland.
Im Rahmen des Russland-Feldzuges nimmt Schemmel, als Bataillons-Kommandeur, an
den ersten Kampfhandlungen teil. So ist er beim Durchbruch durch die
Desna-Stellung vom 02.10. bis zum 04.10.1941, sowie bei der Kesselschlacht im
Raum Wjasma im Einsatz. Es folgen die Kämpfe zum Durchbruch durch die Moskauer
Schutzstellung, sowie Angriffs- und Abwehrkämpfe im Raum Wolokolamsk, dabei
stößt Schemmel am 17.11.1941 über die Istra vor und nimmt an den schweren
Angriffs- und Abwehrkämpfen vor Moskau teil.
Die weiteren Kämpfe der Division macht Schemmel mit und greift bspw. bereits am
19.03.1942 im Rahmen der Kampfgruppe Schemmel, des verstärkten I. Bataillons,
die Ortschaft Dorki an der Ugra an, durchbricht die ausgebauten Stellungen im
Wald vor Dorki und kann die Ortschaft schließlich gegen Abend nehmen. In den
nächsten Tagen stößt die Gruppe auf Beljajewo, Schtscheloki, Wysoka und Ljadnoje
vor. In diesem Zeitraum wird die 5. Panzer-Division der 9. Armee im Raum Rshew
unterstellt, wobei die Kampfgruppe Schemmel nun am umkämpften Raum verbleibt und
der 23. Infanterie-Division zeitweise unterstellt wird. Wieder bei der Division
nimmt Schemmel an den Sommerkämpfen des Jahres 1942 teil. Dabei erreicht die
Einheiten der Divisionsbefehl vom 12.08.1942 im Raum zwischen Ossuga und Wasusa
zur Verteidigung überzugehen, da eine Verstärkung des Gegners aufgeklärt wurde.
Am 15.08.1942 geht der Gegner, mit 20 Panzern und Infanterie, unterstützt durch
Artillerie und Werfern, am Nordflügel der Division zum Angriff über. Dabei
gelingt ihm ein Durchbruch bei Gredjakino. Ein eigener Gegenangriff bereinigt
diesen. Bei diesen Kämpfen wird Schemmel am 15.08.1942 durch ein
Infanterie-Geschoss am linken Unterarm und Hand verwundet. In ein Lazarett
verlegt übernimmt Oberleutnant Herzog, vom I. Bataillon des
Panzergrenadier-Regiments 13, die Führung des Bataillons. Da Schemmel am
06.10.1942 als Major und Kommandeur des I. Bataillons des
Panzergrenadier-Regiments 14 das Ritterkreuz erhielt und er bis zum 01.10.1942
im Lazarett lag, ist es zu vermuten, daß die Ritterkreuztat im Zuge der
Bereinigung des gegnerischen Durchbruches bei Gredjakino erfolgte.
Nach seiner Genesung wird Schemmel versetzt, dabei sind die weiteren
Verwendungen bisher leider unbekannt.
Nach dem Krieg trat Schemmel der Bundeswehr bei und war von 1956 bis 1957 u.a.
Leiter des Lehrstabes A an der Pionierschule, sowie vom 16.02.1961 bis zum
30.09.1967 Kommandeur des Territorialen Verteidigungsstabes III A, dem späteren
Verteidigungskommandos 31.
Günther Schemmel verstarb am 18.11.1990 in Keitum auf der Insel Sylt.