Harald Schultz wurde am
10.11.1895 in Westrotten bei Riga geboren.
Er diente vor und während des 1.Weltkrieges noch als Leutnant in der
russischen Armee. In den Jahren 1918/1919 kämpfte er in der baltischen
Landeswehr gegen die Bolschewiken. Nach der erfolgreichen Beendigung der
Kämpfe wurde Schultz in die lettische Armee übernommen. Er diente dort bis
1936.
Dann nahm er als Oberstleutnant seinen Abschied. Nachdem Lettland 1939 von den
Sowjets besetzt wurde, ging Schultz mit seiner Familie nach Deutschland.
Im Sommer 1940 erfolgte seine vorläufige Reaktivierung beim
Artillerieersatzregiment 33, ehe er am 01.03.1941 endgültig reaktiviert wurde.
Während des Russlandfeldzuges war Schultz zunächst Abteilungskommandeur im
Artillerieregiment 227. Am 01.05.1942 übernahm er das Artillerieregiment 216,
wo er am 01.01.1943 zum Oberst befördert wurde. Hier erhielt er auch die
Eisernen Kreuze I. und II. Klasse.
Nach seiner Versetzung am 01.10.1943 zum Artillerieregiment 205, das er als
Kommandeur übernahm, erhielt er am 21.02.1944, für seine hervorragenden
Leistungen, das Deutsche Kreuz in Gold. Im August 1944 übernahm er das Kommando über die 24.Infanteriedivision. Mit dieser Division schlug er die
Kurland-Schlachten, in deren Verlauf er, am 01.12.1944, zum Generalmajor
befördert wurde. Die Division kämpfte unter seiner Führung standhaft und
bewährte sich hervorragend. Für diese Leistungen erhielt er am 05.04.1944 das
Ritterkreuz. Nach einem letzten Abwehren von russischen Angriffen,
kapitulierte Schultz am 08.05.1945 mit seiner Division und ging dann mit ihr
geschlossen in die Kriegsgefangenschaft.
Von vornherein darauf vorbereitet, dass die Kriegsgefangenschaft, gerade für
ihn, den ehemaligen Offizier des Zaren und gebürtigen Balten, sehr schwer
werden würde, musste er über 10 Jahre in der Kriegsgefangenschaft verbringen.
Am 06.10.1955 kehrte er als einer letzten Kriegsgefangenen nach Deutschland
zurück. Gesundheitlich jedoch, durch die lange Gefangenschaft, stark
angeschlagen, verstarb Schultz schon am 15.03.1957 Lübeck.