Leo Reichsfreiherr Geyr von Schweppenburg
wurde am 02. März 186 in Potsdam als Sohn eines Majors im preußischen
Leib-Garde-Husaren-Regiment, geboren. Er entstammte einer Familie, aus der 2
preußische Generalfeldmarschälle, Karl Friedrich Freiherr von dem Knesebeck
und Gottlieb Graf von Haeseler, hervorgingen.
Am 29. Juni 1904 trat Schweppenburg als Fahnenjunker in das Dragoner-Regiment
König (2. Württ.) Nr. 26 in Stuttgart ein. Etwa 18 Monate später wurde er zum
Leutnant befördert. Nach dem Dienst im Regiment besuchte er von 1911 bis 1914
die Kriegsakademie in Berlin wo er zum Oberleutnant befördert wurde.
Mit seinen Regiment zog er 1914 ins Feld und erlebte die Feldzüge in Polen,
Frankreich, Russland auf auf dem Balkan. Am 27.01.1915 wurde er zum
Rittmeister befördert und erhielt seine Versetzung zum Generalstab im Jahre
1917. Ende 1918 kehrte Schweppenburg nach Berlin zurück und wurde innerhalb
einer Kompanie aus Generalstabsoffizieren zum Schutz der Regierung Ebert
eingesetzt.
Im Jahre 1920 wurde er nach München als Lehrer für Taktik an der
Infanterieschule versetzt und wurde von 1922 bis 1925 Schwadronchef im 18.
Reiter-Regiment in Stuttgart-Cannstatt. Die Jahre 1925 bis 1928 verbrachte er
im Stab der 3. Kavalleriedivision in Weimar, 1928 bis 1930 im Generalstab der
4. Division und des Wehrkreiskommandos IV in Dresden wo er zum Oberstleutnant
befördert wird.
Später fuhr er als Dolmetscher in die Sowjetunion an die sowjetische
Panzertruppenschule.
Am 01. Februar 1931 erfolgte die Ernennung zum Kommandeur des 14.
Reiter-Regiments in Ludwigslust. Dort förderte er vornehmlich die feldmäßige
Ausbildung im beweglichen Gefecht und wurde weiterhin zum Oberst befördert.
Aufgrund seiner hervorragenden Sprachkenntnisse wurde er am 01.April 1933 zum
Militärattache in Großbritannien, Belgien und den Niederlanden mit Sitz in
London ernannt. Dort erhielt er am 01. September 1935 die Beförderung zum
Generalmajor.
Mit der Ernennung zum Kommandeur der 3. Panzerdivision in Berlin am 01.Oktober
1939 war auch die Beförderung zum Generalleutnant verbunden.
Im Polenfeldzug zeigte sich die hervorragende Ausbildung der Division und man
konnte anfängliche Streitigkeiten zwischen Guderian und Schweppenburg schnell
verwischen.
Am 15. Februar 1940 übernahm Schweppenburg das XXIV. Armeekorps (mot.) und
wird am 20. April 1940 zum General der Kavallerie ernannt und später zum
General der Panzertruppe umbenannt. Mit seinem Armeekorps nahm Schweppenburg
am Frankreichfeldzug teil und trat im Rahmen der Panzergruppe 2 (Guderian) zum
Kampf gegen die Sowjetunion an. Bereits am 09.Juli 1941 erhält er das
Ritterkreuz verliehen.
Sein Korps stieß durch die Rokitnosünpfe vor und schloss mit den von Süden
kommenden Panzerkräften den Ring um Kiew. Sein Korps bildete dann die
Angriffsspitze der 2. Armee beim Vorstoß auf Moskau. Dieser Angriff musste
dann am 05. und 06. Dezember 1941 im Raum Tula eingestellt werden. Infolge
einer Erkrankung gab Schweppenburg das Kommando des Korps am 08. Januar 1942
ab und kehrte nach Deutschland zurück.
Im Juli 1942 übernahm er das XXXX. Panzerkorps mit dem er durch die Ostukraine
über den Don in Richtung Manytsch und Kaukasus stieß. Eine neuerliche
Erkrankung versetzte ihn am 01.10.1942 erneut in die Führerreserve.
Am 28. Juli 1943 übernimmt er das LVII. Reserve-Panzerkorps aus dem später die
Panzergruppe West hervorging, die Schweppenburg bis zum 05. Juli 1944
befehligte, als er wieder zur Führerreserve versetzt wurde und im August 1944
zum Inspekteur der Panzertruppe des Ersatzheeres ernannt wurde. In dieser
Funktion geriet er im Mai 1945 in Bayern in amerikanische Gefangenschaft.
In der Nachkriegszeit widmete er sich weiterhin der Panzertruppe und verfasste
einige bedeutende Werke zum Thema operative Großverbände.
Leo Reichsfreiherr Geyr von Schweppenburg starb am 27. Januar 1974 in
Ischenhausen bei München.