Joachim Ferdinand Max von Siegroth
wurde am 25. Dezember 1896 in Oberlobendau geboren. 1914 trat er als
Offiziersanwärter in das Heer ein und wurde am 24. Dezember 1914 im
Füsilier-Regiment 33 zum Leutnant befördert.
Nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wo er unter anderem das EK II von 1914
erhalten hatte, scheidet er aus dem Heer aus und tritt 1919 in die Polizei
ein. Ab dem 1. Januar 1938 ist er – nach der Reaktivierung - Lehrer an der
Kriegsschule in Dresden.
Am 1. März 1939 wird er zum Oberstleutnant befördert. Mit Kriegsbeginn wird er
Kommandeur des III./IR 122 der 50. Infanterie-Division. Nach der Beendigung
des Polenfeldzugs übernimmt er am 19. Januar 1940 das I./IR 122 (hierüber gibt
es unterschiedliche Schilderungen, eventuell blieb er auch Kdr. des III./IR
122) und erlebt in dieser Stellung den Frankreichfeldzug. Hier erhält er nach
den schweren Kämpfen am Chemin des Dames am 12. Juni 1940 die Spange zum EK II
und am 22. Juni 1940 das EK I.
Am 10. Dezember 1940 wird er Kommandeur des IR 255, welches mit Wirkung von
diesem Tage bei Lüneburg aus Teilen der IR 89 und 46 und dem
Heimat-Wach-Bataillon I./400 aufgestellt wird. Das Regiment gehört zur 110.
ID, welche dann am Unternehmen Barbarossa beim XXXXII. AK der Heeresgruppe
Mitte teilnimmt. Das Regiment kämpft bis Ende 1941 bei Wilna, Smolensk,
Wjasma, Klin und Rshew und am 19. Dezember 1941 erhält von Siegroth das
Deutsche Kreuz in Gold.
Am 1. Februar 1942 wird er zum Oberst befördert, bleibt weiterhin Kommandeur
des IR 255, welches das gesamte Jahr 1942 über bei der 9. Armee im Raum Rshew
eingesetzt ist. Im April 1943 steht die 110. ID bei Brjansk im Einsatz und am
15. November 1943 erhält von Siegroth als Oberst und Kommandeur des GR 255 die
Ehrenblattspange.
Vom 15. März bis 20. April 1944 nimmt er am 10. Divisionsführerlehrgang in
Hirschberg/Schlesien teil und übernimmt anschließend am 1. Juli 1944 die
Fahnenjunkerschule VI der Infanterie in Metz als Kommandeur. Als Metz im
September 1944 Frontgebiet wurde, wird auch von Siegroth als Kommandeur einer
Kampfgruppe, welche unter anderem aus Fahnenjunkern seiner Schule
zusammengestellt wurde, eingesetzt.
Am 18. Oktober 1944 erhält er für diesen Einsatz das Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes verliehen. Bei den Kämpfen um Metz ist er derjenige, der die Schaffung
des Ärmelbands „Metz 1944“ anregt und die Verleihungsbefugnis innehat. Im
November 1944 wird er Kommandeur der Unteroffiziersschule Ost und am 9.
desselben Monats zum Generalmajor befördert.
Am 1. Februar 1945 wird er Kommandeur der 712. ID, welche als Reserve der
Heeresgruppe Weichsel eingesetzt ist. Im März 1945 ist sie bei der 9. Armee
bei Küstrin im Einsatz und wird hier bereits am 14 April im Abschnitt
Lebus-Reitwein auf gesamter Divisionsbreite von Verbänden der 69. Armee des
Generalobersten Kolpaktschi angegriffen. Es entsteht ein kleiner Einbruch,
welcher jedoch bereinigt werden kann, die Division schießt 8 Panzer ab und es
werden 500 Feindtote gezählt. Am 16. April muss die Division Schönfließ
aufgeben. Durch Tiger der s.SS-Pz-Abt. 502 wird ein Gegenstoß zur
Zurückgewinnung des Orts vorbereitet und von Siegroth weist die Kampfgruppe
persönlich am Divisionsgefechtsstand ein.
Im Verlauf der weiteren Kämpfe wird die 712. ID dann in den Kessel von Halbe
abgedrängt und dort aufgerieben. Hier wird seit dem 2. Mai 1945 auch
Generalmajor von Siegroth vermisst. Vermutungen gehen dahin, dass er dort
gefallen ist.
Am 9. Mai 1945 erhält er noch das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen
Kreuzes verliehen. Der fernschriftliche Vorschlag hierzu ergeht am 19. April
1945 durch den Oberbefehlshaber der 9. Armee General der Infanterie Busse und
traf am 21. April 1945 im Heerespersonalamt ein, wo er bewilligt wurde.