Startseite - Kontakt - Forum - Gästebuch - Buchhinweis - Geschichte des EK - Impressum

__________________________
Die Biographien unterliegen dem Urheberrecht.
Jegliche Weiterverbreitung ohne Zustimmung des Autors ist untersagt

816. Eichenlaubträger Martin Steglich
Oberstleutnant, Grenadiere

11.01.1942 (52/32)27.07.194012.09.1939Frankreich 1940

Martin Steglich wurde am 16.07.1915 in Breslau geboren und trat als 21 Jähriger dem Infanterie-Regiment 27 in Rostock bei, wo er am 01.04.1939 zum Leutnant befördert wurde.
Während des Feldzuges in Polen verdiente er sich das EK II und für die bestanden Kämpfe in Frankreich das EK I.
Mit Beginn des Russlandfeldzuges kämpft Steglich in den Reihen seiner Kameraden vom ersten Tag an mit. Im Juli 19141 wird er verwundet.
Nachdem das  II. Armeekorps im Raum Demjansk abgeschnitten und eingekesselt wurde, wurde die 12. Infanteriedivision beim Aufbrechen des Kessels eingesetzt. Für die Teilnahme an diesen schweren Kämpfen erhielt Steglich das Deutsche Kreuz in Gold und wurde zum Oberleutnant befördert.
Im Dezember 1942 wurde er Chef der 1. Kompanie des Infanterie-Regiment 89, das zu jener Zeit der 123. Infanteriedivision unterstellt war. Am 23. Dezember wurde das Regiment im Raum Zemena von russischen Truppen angegriffen. Hier die Stellungnahme des Regimentskommandeurs:

"Am 23.12.1942 gegen 10.30 Uhr, erhielt Oberleutnant Steglich die Nachricht, das der Gegner, in unbekannter Stärke, beim Nachbarbataillon durchgebrochen war. Alle Nachrichtenverbindung des Bataillons zum Regiment waren unterbrochen, was auch durch Störsender des Gegners erreicht wurde.
Oberleutnant Steglich, auf sich allein gestellt, sammelte alle erreichbaren Männer um den feindlichen Einbruch beim Nachbar anzuriegeln, eine neue Verteidigungslinie aufzubauen und um Kontakt zur eigenen Artillerie aufzunehmen.
Oberleutnant Steglich setzte seine Kampfgruppe sofort in Marsch. Währenddessen erreichte uns die Nachricht, das der Feind bereits im Kampf um den Gefechtsstand des Nachbarbataillons stand. Der Bataillonskommandeur, seine Funker und Schreiber standen im Nahkampf. Die Kampfgruppe Steglich war somit die einzige Möglichkeit die Situation zu bereinigen.
Der gegnerische Angriff ließ nicht nach, doch Steglich war gewillt den Einbruch abzuriegeln, die Front zu stärken und den Gegner zurückzuschlagen. Der Gegner wurde bei seinen Kämpfen von Artillerie unterstützt.
Oberleutnant Steglich bot seinen Soldaten ein hervorragendes Beispiel und zog die seit Wochen in schweren Kämpfen stehenden, abgekämpften Kameraden immer wieder an. Bis in die Nachtstunden wurde gekämpft. Als in den Nachtstunden das feindliche Artilleriefeuer verstärkt wurde, setzte der Gegner zum finalen Angriff an, um die Deutschen endgültig aus ihren Stellungen zu vertreiben.
Gegen 10.00 Ihr am 24.12. erfuhr Steglich das ein direkter Treffer den Gefechtsstand des Nachbarbataillons traf, wobei der Bataillonskommandeur Buehne getötet wurde. Sofort übernahm Steglich das Kommando über den gesamten Sektor und verlegte seinen Gefechtsstand zum Gefechtsstand des angeschlagenen Bataillons um besser eingreifen zu können.
Steglich tat alles um die Verteidigung zu stärken, jedoch wurde die Situation gegen Abend erneut schwer, als sich feindliche Panzer den Verteidigern näherten. Auch jetzt strahlte Steglich Ruhe und Besonnenheit aus und gab so seinen Soldaten Mut.
Nach schweren Verlusten, war eine Position in den Händen des Gegners. Nachdem über Nacht alle greifbaren Panzer-Abwehr-Mittel besorgt wurden, ging der harte Kampf weiter. Die Panzerabwehr stand unter Kommando des Rittmeisters Besler, der es schaffte gegen Morgen des 25. 12. eine schwere Pak nach vorn zu bringen. So war man zumindest etwas sicherer und Steglich ging so zum Gegenangriff über. An der Spitze seiner Männer stürmte er vorwärts.
Ihm war es zu verdanken, das der Einbruch vereitelt werden und man eine Verteidigungslinie aufbauen konnte. Dank Steglich wurden die Nachrichtenverbindungen aufgebaut.
Die Krise der 2. Tage konnte nur durch Oberleutnant Steglich gemeistert werden.

Für diese bravouröse Tat erhielt Martin Steglich, mittlerweile zum Hauptmann befördert, als Führer des II. Bataillons des Füsilier-Regiments 27, am 25.01.1943 das Ritterkreuz.
Im Frühjahr 1944 wird Steglich zu einem Lehrgang für Bataillonskommandeure kommandiert, dem ein Lehrgang als Stabs-Offizier und Regimentskommandeur folgte.
Im April 1944 zum Major befördert, wird er Kommandeur des Infanterie-Regiments 1221 der 180. Infanteriedivision und wurde Mitte April 1945 zum Oberstleutnant befördert. Zuvor hatte er als Major und Führer des Infanterie-Regiments 1221 am 05.04.1945 das Eichenlaub zum Ritterkreuz erhalten. Steglich zeichnete sich am Hochwald bei Xanten und im Reichswald bei Kleve durch persönliche Tapferkeit und ausgezeichneter Führung aus. Er verstand es meisterlich die britische Infanterie von den Panzern zu trennen und die Panzer im Nahkampf zu vernichten.
Später geriet er in amerikanischer Gefangenschaft aus der er im August 1945 wieder entlassen wurde.
Im Nachkriegsdeutschland bleibt er seinen Kameraden treu verbunden und wird 1962 zum Vorsitzenden der Ordensgemeinschaft der Ritterkreuzträger ernannt. Diesen Posten gab er 1986 an Wolfram Kertz ab.
Der Ehrenvorsitzende der OdR Martin Steglich starb am 20.10.1997.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

Buchhinweise:

                   

Free counter and web stats