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539. Eichenlaubträger Kurt von Tippelskirch
General der Infanterie

Kurt von Tippelskirch wurde am 09.10.1891 in Berlin geboren.
Nach dem Abitur kam er als Fähnrich in die Hauptkadettenanstalt, wurde dann zur Kriegsschule nach Danzig kommandiert und wurde am 20.03.1911 im Königin Luise Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 zum Leutnant befördert.
Von Tippelskirch wurde später Ehrenritter des Johanniterordens und in den Jahren 1908/09 Kaiser-Page.
Im Jahre 1914 kam er mit seinem Regiment an die Westfront, wo er in der Marneschlacht schwer verwundet wurde. Er geriet in französische Gefangenschaft und wurde später in der Schweiz interniert. Er nutze diese zeit zum Studium der französischen Sprache und Kultur und konnte später das militärische Dolmetscher-Examen Französisch bestehen, weiterhin auch die gleichen Examina in Englisch und Italienisch.
Im Jahre 1918 wurde er Hauptmann und Kompaniechef im Infanterie-Regiment 9, wo er die 4. (MG) Kompanie übernahm.
Von 1924 bis 1933 war er zunächst im Generalstab der 3. Infanterie-Division tätig und dann im Reichswehrministerium, in der T3 Abteilung - Fremde Heere.
1933 wurde er Kommandeur des III. Bataillons des Infanterie-Regiment 5 und ab 1934 Kommandeur des von ihm aufgestellten Infanterie-Regiments 27 in Rostock.
Im Kriegsministerium war er ab 1935 Chef der 3. Abteilung (Fremde Heere und Attache-Gruppe) im Generalstab des Heeres.
Im Jahr 1938 wird er Generalmajor und am 01.10.1938 Oberquartiermeister IV, womit ihm die vier wichtigsten Abteilungen unterstanden, die da waren: Fremde-Heere-West, Fremde-Heere-Ost, Attache-Abteilung und Heerwesen-Abteilung. Bei ihm flossen also alle Mitteilungen zur Beurteilung der Lage aus ganz Europa zusammen.
Ab Januar 1941 wurde von Tippelskirch Kommandeur der 30. Infanterie-Division, die er bis zu den Kämpfen um Demjansk kommandierte. In dieser Stellung hatte er am 23.11.1941 das Ritterkreuz erhalten.
Dem folgte die Stellung des "Deutschen Generals bei der Königlich Italienischen 8.Armee" am Don. Dies war eine schwere Aufgabe, da die Italiener beratungslässig sehr unzugänglich waren und außerdem über keinerlei deutsches Rahmenpersonal verfügtem Hinzu kam die Katastrophe von Stalingrad, die unmittelbar Wirkung auf die 8. Armee hatte.
1943/44 befehligte er das XII. Armeekorps und übernahm stellvertretend das Kommando über die 4. Armee in den Kämpfen in der mittleren Ostfront.
Ein Flugzeugabsturz, am 18.07.1944 bei Grodno, bei dem er schwer verletzt wurde, unterbrach seine Führungstätigkeit für einige zeit. In der Zwischenzeit erhielt er am 30.07.1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen.
Bei Kriegsende war er Oberbefehlshaber der 21. Armee in Mecklenburg und gleichzeitig in Vertretung Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Weichsel. Ihm gelang es durch geschickte Verhandlungen seine gesamte Armee im Raum Ludwigslust in britische Gefangenschaft zu übergeben. Diese endete für ihn im Januar 1948 im Lager Allendorf/Neustadt.
In der Folgezeit schrieb er ein bedeutendes Werk über den 2. Weltkrieg in einer kleinen Dachkammer im Lüneburg.
Kurt von Tippelskirch starb unerwartet früh am 10.05.1957 durch Herztod.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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