Kurt von Tippelskirch wurde am 09.10.1891 in Berlin geboren.
Nach dem Abitur kam er als Fähnrich in die Hauptkadettenanstalt, wurde dann zur
Kriegsschule nach Danzig kommandiert und wurde am 20.03.1911 im Königin Luise
Garde-Grenadier-Regiment Nr. 3 zum Leutnant befördert.
Von Tippelskirch wurde später Ehrenritter des Johanniterordens und in den Jahren
1908/09 Kaiser-Page.
Im Jahre 1914 kam er mit seinem Regiment an die Westfront, wo er in der
Marneschlacht schwer verwundet wurde. Er geriet in französische Gefangenschaft
und wurde später in der Schweiz interniert. Er nutze diese zeit zum Studium der
französischen Sprache und Kultur und konnte später das militärische
Dolmetscher-Examen Französisch bestehen, weiterhin auch die gleichen Examina in
Englisch und Italienisch.
Im Jahre 1918 wurde er Hauptmann und Kompaniechef im Infanterie-Regiment 9, wo
er die 4. (MG) Kompanie übernahm.
Von 1924 bis 1933 war er zunächst im Generalstab der 3. Infanterie-Division
tätig und dann im Reichswehrministerium, in der T3 Abteilung - Fremde Heere.
1933 wurde er Kommandeur des III. Bataillons des Infanterie-Regiment 5 und ab
1934 Kommandeur des von ihm aufgestellten Infanterie-Regiments 27 in Rostock.
Im Kriegsministerium war er ab 1935 Chef der 3. Abteilung (Fremde Heere und
Attache-Gruppe) im Generalstab des Heeres.
Im Jahr 1938 wird er Generalmajor und am 01.10.1938 Oberquartiermeister IV,
womit ihm die vier wichtigsten Abteilungen unterstanden, die da waren:
Fremde-Heere-West, Fremde-Heere-Ost, Attache-Abteilung und Heerwesen-Abteilung.
Bei ihm flossen also alle Mitteilungen zur Beurteilung der Lage aus ganz Europa
zusammen.
Ab Januar 1941 wurde von Tippelskirch Kommandeur der 30. Infanterie-Division,
die er bis zu den Kämpfen um Demjansk kommandierte. In dieser Stellung hatte er
am 23.11.1941 das Ritterkreuz erhalten.
Dem folgte die Stellung des "Deutschen Generals bei der Königlich
Italienischen 8.Armee" am Don. Dies war eine schwere Aufgabe, da die
Italiener beratungslässig sehr unzugänglich waren und außerdem über keinerlei
deutsches Rahmenpersonal verfügtem Hinzu kam die Katastrophe von Stalingrad, die
unmittelbar Wirkung auf die 8. Armee hatte.
1943/44 befehligte er das XII. Armeekorps und übernahm stellvertretend das
Kommando über die 4. Armee in den Kämpfen in der mittleren Ostfront.
Ein Flugzeugabsturz, am 18.07.1944 bei Grodno, bei dem er schwer verletzt wurde,
unterbrach seine Führungstätigkeit für einige zeit. In der Zwischenzeit erhielt
er am 30.07.1944 das Eichenlaub zum Ritterkreuz verliehen.
Bei Kriegsende war er Oberbefehlshaber der 21. Armee in Mecklenburg und
gleichzeitig in Vertretung Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Weichsel. Ihm
gelang es durch geschickte Verhandlungen seine gesamte Armee im Raum Ludwigslust
in britische Gefangenschaft zu übergeben. Diese endete für ihn im Januar 1948 im
Lager Allendorf/Neustadt.
In der Folgezeit schrieb er ein bedeutendes Werk über den 2. Weltkrieg in einer
kleinen Dachkammer im Lüneburg.
Kurt von Tippelskirch starb unerwartet früh am 10.05.1957 durch Herztod.