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25. Brillantenträger Theodor Tolsdorff
Generalleutnant

Theodor Tolsdorff wurde am 03.11.1909 auf dem väterlichen Rittergut Lehnarten im Kreis Oletzko geboren.
Während des 1. Weltkriegs brachen russische Truppen in Ostpreußen ein, worauf die Mutter mit ihren vier Kindern nach westen flüchtete, der Vater stand als Offizier an der Front.
Nach dem Krieg starb kurz darauf der Vater und so musste Theodor das Gut übernehmen. Dazu besuchte er das Gymnasium in Königsberg, absolvierte eine Landwirtschaftsschule und bildete sich in Abendlehrgängen weiter.
Vor der Übernahme des väterlichen Gutes wollte er sich traditionsgemäß zum Soldaten ausbilden lassen und trat 1934 in das Infanterie-Regiment 1 in Insterburg ein.
Er wollte nie Berufsoffizier werden, wurde aber aufgrund seiner hervorragenden Eignung außer der Reihe am 01.Juni 1936 zum Leutnant befördert und kam zum Infanterie-Regiment 22 nach Gumbinnen.
Am 01.10.1938 wurde er Oberleutnant und Chef der 14.(Pzj.) Kompanie dieses Regiments, mit der er in den Polenfeldzug marschierte.
Bereits am 2. Kampftag drohte der Angriff des Regiments an einer feindlichen Bunkerlinie liegenzubleiben, worauf Tolsdorff mit seinen Panzer-Abwehr-Kanonen vom Typ 3,7-cm eingriff, den Feind niederkämpfte und so den Gefechtserfolg sicherte. Dafür erhielt er das Eiserne Kreuz II. Klasse und kurz darauf für die Vereitelung eines polnischen Ausbruchsversuch das Eiserne Kreuz I. Klasse.
Am Frankreich-Feldzug nahm er nicht teil, da er mit einer Neuaufstellung beauftragt wurde.
Im Russlandfeldzug führte er seine Kompanie durch Baltikum und übernahm nach dem Ausfall des Bataillonskommandeurs die Führung des Bataillons und wurde kurze Zeit später selbst verwundet. Notdürftig ausgeheilt, kehrte er während der Kämpfe um Schlüsselburg bei Leningrad zur Kompanie zurück.
Für seinen vorbildlichen Führungsstill und seinem persönlichen Einsatz wurde ihm am 04.12.1941 das Ritterkreuz verliehen. Wieder kurze zeit später wurde er erneut schwer verwundet und verlor dabei seinen rechten Fuß.
Im Jahre 1942 übernahm er als Hauptmann das I. Bataillon des nunmehrigen Füsilier-Regiments 22.
Als Major übernahm er 1943 zeitweise den Befehl über das Regiment nach dem Ausfall des eigentlich Kommandeurs.
Am 15.09.1943 erhielt Tolsdorff für seine überragenden und beständigen Leistungen das 307. Eichenlaub zum Ritterkreuz, im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" von Hitler persönlich überreicht.
Kurz nach der Verleihung befand er sich wieder im Fronteinsatz und erlitt bei einem Nahkampf einen Bauschuss, nach der Rückkehr zur Front erlitt er einen Kopfschuss und wurde nach der Auskurierung als Taktiklehrer an die Fahnenjunkerschule nach Metz kommandiert.
Am 01. März 1944 kehrte er als Oberstleutnant an die Front zurück und zwar als Kommandeur des Grenadier-Regiments 1067, mit diesem Verband hatte Tolsdorff die fast unlösbare Aufgabe zu bestehen, die Stadt Wilna zu verteidigen. Diese lag aber bereits im Rückwärtigen gebiet der angreifenden Russen, so das die Kampfgruppe Tolsdorff durch den Feind hindurchstoßen musste, auf dem Weg zur Stadt erfuhr er von einem bedrohtem deutschen Verbandsplatz mit 3000 Verwundeten, die bereits im Feuer der russischen Artillerie lagen. Er rettete die Verwundeten und stellte mit einigen zusätzlichen Fallschirmjägern und versprengten Infanteristen eine wirkungsvolle Abwehr auf.
Tolsdorff hielt mit seinen Soldaten die Stadt, bis der Oberbefehlshaber der 3. Panzerarmee Generaloberst Reinhardt die Stadt entsetzte. Dieser Kampf trug ihm den Beinamen "Der Löwe von Wilna" ein, weiterhin erhielt er am 18.Juli 1944, als 80. Soldat der Wehrmacht, die Schwerter zum Eichenlaub verliehen und wurde am 01. August 1944 zum Oberst befördert.
Ende 1944 wurde Oberst Tolsdorff Kommandeur der 340. Volks-Grenadier-Division und kämpfte mit ihr bei der Ardennenoffensive, nach deren Scheitern er, am 30.01.1945 zum Generalmajor befördert, den Auftrag erhielt an einer operativ entscheidender Position einen Rheinübergang offen zu halten. Er meisterte diese Aufgabe in gewohnter Weise, wofür ihm am 18.März 1945 die 25. Brillanten zum Eichenlaub überreicht wurden.
Am 01.April 1945 erfolgte die Beförderung zum Generalleutnant und die Ernennung zum Kommandierenden General des LXXXII. Armeekorps auf dem Balkan.
Sein letzter erfolg bestand darin, seine Soldaten in amerikanische Gefangenschaft zu übergeben und verhinderte so deren Sterben in jugoslawischer Gefangenschaft. Zu diesem Zeitpunkt war Tolsdorff der jüngste Generalleutnant und Kommandierende General der Wehrmacht im Alter von nur 35 Jahren.
Im Jahr 1947 wurde er aus amerikanischer Kriegesgefangenschaft entlassen und ließ sich in Wuppertal mit seiner Familie nieder, wo er seinen Lebensunterhalt als Lastwagen- und Omnibusfahrer verdiente.
Nach einem neuerlichen Unfall mit doppeltem Schädelbasisbruch beendete er diese Tätigkeit und unterhielt fortan einen Baustoffhandel, bis er aufgrund eines schweren Unfalls einen Trümmerbruch eines Beines auszukurieren hatte. Danach wurde er Angestellter einer Straßenbaufirma bis zu seiner Pensionierung.
Er engagierte sich in der Landsmannschaft Ostpreußen und wurde Mitglied des Bundesvorstandes, außerdem erhielt er 1977 das Preußenschild der Landsmannschaft.
Nach insgesamt 13 mehr oder weniger schweren Verletzungen verstarb Theodor Tolsdorff am 25.05.1978 in Dortmund-Deusen.

EHRE SEINEM ANDENKEN - GOTT GEBE IHM DIE LETZTE RUHE

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